Examensarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Aufgabenstellung
3. Forschungsstand
3.1 Entstehung und Entwicklung der Determinationshypothese
3.2 Die kritische Begleitung der Determinationshypothese
3.3 Zusammenfassung
4. Das Freiburger Beispiel
4.1 Vorbemerkung
4.2 Untersuchungsgegenstand und Methode
4.3 Struktur der untersuchten Printmedien in Freiburg
4.3.1 personelle und finanzielle Kapazitäten
4.3.2 Kommunikationsfluss
4.3.3 Die Journalisten und ihr Umgang mit den PR-Quellen
4.4 Belege für und gegen die Determinationshypothese
4.5 Informationsmasse
4.6 Inhaltliche Struktur der BZ
5. Diskussion und Kritik
6. Fazit
Das Hauptziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit ist die Untersuchung der Determinationshypothese im Kontext lokaler Printmedien. Dabei soll kritisch hinterfragt werden, inwieweit die Arbeit von Journalisten tatsächlich durch Public Relations (PR) determiniert wird oder ob differenziertere Modelle notwendig sind, um das komplexe Zusammenspiel zwischen PR und Journalismus abzubilden.
3.1 Entstehung und Entwicklung der Determinationshypothese
Da die Anzahl der Untersuchungen zum Verhältnis von Journalismus und PR inzwischen eine recht beachtliche Dimension erreicht hat, soll hier erst gar nicht der Anspruch erhoben werden, eine umfassende Darstellung aller thematisch relevanter Arbeiten zu präsentieren. Vielmehr geht es darum, im Rahmen eines groben, chronologisch geordneten Überblicks die Entwicklung der Determinationshypothese zu skizzieren und wichtige Einschnitte in der dazugehörigen Diskussion zu markieren.
Peter Szyszka registriert die Anfänge der Diskussion um die Öffentlichkeitsarbeit schon im 19. Jahrhundert, indem er ausführt, dass „Wuttke bereits 1866 auf die weitreichende Einflußnahme preußischer ‚Preßbüreaus’ auf die Tagespresse in der Gründerzeit des redaktionellen Journalismus verwiesen“ hat (Szyszka 1997: 209). Darüber hinaus erwähnt Szyszka auch Arbeiten von „Schöne“, „Dovifat“ und „Kapp“ aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die ebenfalls bereits den Einfluss der PR auf die Presse thematisieren (Szyszka 1997: 209/210). Barbara Baerns, die in der Forschungsliteratur gemeinhin als Begründerin der Determinationshypothese angesehen wird, gibt in ihrem Buch „Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus?“ einen Überblick über einige weitere Arbeiten, die vorwiegend in die Zeit der 70er Jahre einzuordnen sind, auf die hier aber nicht näher eingegangen werden soll. (Baerns 1985: 38-41)
Als Ausgangspunkt oder Wegbereiter der Determinationshypothese wird neben Baerns in der Literatur auch immer wieder die Studie von Peter Nissen und Walter Menningen (1977) genannt. Diese untersuchten über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten den Niederschlag aller landespolitischen Pressemitteilungen (PMs) von Regierung, Fraktionen, Landtag und Parteien in drei überregionalen Tageszeitungen von Schleswig-Holstein (Nissen/Menningen 1977: 160). Auf der Basis des um die nicht für die eigentliche Veröffentlichung bereinigten Angebots an PMs stellten sie fest, dass zwischen 45 und 63,9 Prozent der ausgewerteten PMs Eingang in die Zeitungen gefunden haben (Nissen/Menningen 1977: 161). Außerdem konnten sie nachweisen, dass die Transformationsleistung der Journalisten in Bezug auf die verwendeten PMs ausgesprochen gering war. Unter Transformationsleistung versteht man dabei alle Formen der qualitativen und quantitativen Überarbeitung einer PM, von der Kürzung, über die Ergänzung, der Kritik, der Nachrecherche bis hin zur Kommentierung des verwendeten Materials.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Medien in der modernen Gesellschaft und führt in die wissenschaftliche Debatte um das Verhältnis von Journalismus und Public Relations ein.
2. Aufgabenstellung: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die Determinationshypothese anhand lokaler Daten zu prüfen, und erläutert die gewählte methodische Vorgehensweise.
3. Forschungsstand: Hier werden die historischen Ursprünge, die Entwicklung und die kritische Auseinandersetzung mit der Determinationshypothese in der Fachliteratur dargelegt.
4. Das Freiburger Beispiel: Das Hauptkapitel präsentiert die eigene empirische Untersuchung lokaler Medien in Freiburg unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren und Analysemodelle.
5. Diskussion und Kritik: Die Ergebnisse der Untersuchung werden kritisch reflektiert und in den Kontext der theoretischen Debatte sowie bisheriger Studien gesetzt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Determinationshypothese in ihrer pauschalen Form nicht haltbar ist und komplexere Modelle erforderlich sind.
Determinationshypothese, Journalismus, Public Relations, Medienwissenschaft, lokale Berichterstattung, Intereffikationsmodell, Informationsmanagement, Pressestelle, Medienforschung, Transformationsleistung, Nachrichtenwert, Redaktionsarbeit, Kommunikationsfluss, Medienkompetenz, Pressekonferenzen.
Die Arbeit untersucht das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit (PR) unter besonderer Berücksichtigung der sogenannten Determinationshypothese im lokalen Raum.
Zentrale Themen sind die Einflussnahme von PR-Akteuren auf redaktionelle Inhalte, die Selektionsprozesse in Redaktionen sowie die Rolle von Transformationsleistungen wie Kürzungen oder Nachrecherchen.
Die Arbeit fragt, ob die Determinationshypothese – die besagt, dass Journalisten PR-Material weitgehend ungeprüft übernehmen – auch für lokale Medien haltbar ist oder ob differenziertere Modelle notwendig sind.
Es werden eine Input-Output-Analyse sowie Fragebögen verwendet, um die redaktionelle Bearbeitung von Pressemitteilungen am Beispiel lokaler Medien in Freiburg empirisch zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert die Medienstruktur in Freiburg, den Kommunikationsfluss, die journalistische Praxis beim Umgang mit PR-Quellen und vergleicht Polizeipressemitteilungen mit den tatsächlichen Veröffentlichungen in der Zeitung.
Determinationshypothese, PR-Journalismus-Beziehung, lokale Berichterstattung, Intereffikationsmodell und Medienstrukturanalyse sind die prägenden Begriffe.
Die Studie deutet darauf hin, dass die lokale Ebene durch engere Beziehungen zwischen Akteuren und Journalisten geprägt ist, was Möglichkeiten für eigene Einschätzungen bietet, die in überregionalen Kontexten seltener bestehen.
Die Analyse der Polizeimeldungen dient als konkretes Fallbeispiel. Dabei zeigt sich, dass trotz teilweise hoher Übernahmequoten die Transformationsleistung variiert und eine pauschale Determination zu kurz greift.
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