Diplomarbeit, 2010
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
1.1 Themenfindung
1.2 Problembeschreibung
1.3 Fragestellung
1.4 Erkenntnisleitendes Interesse
1.5 Aufbau
1.6 Wissenschaftstheoretisches Vorgehen und Literaturauswahl
2 Burnout
2.1 Begriffsklärung
2.1.2 Definition
2.1.3 Begriffsgeschichte
2.2 Symptomatik und Verlauf
2.2.1 Differentialdiagnostik
2.3 Messung
2.4 Theoretische Ansätze zur Entstehung von Burnout
2.4.1 Die Intrapersonale Ebene
2.4.2 Die Interpersonelle Ebene
2.4.3 Die Person-Institutionen-Ebene
2.4.4 Systemische Ansätze
2.5 Therapie- und Präventionsansätze
2.6 Zusammenfassung
3. Postmoderne Identitätsbildung
3.1 Begriffsdefinition
3.1.1 Identität
3.1.2 Postmoderne
3.2 Traditionelle Identitätstheorien
3.2.1 Identität als Entwicklungstheorie: E.H. Erikson
3.2.2 Identität und symbolischer Interaktionismus: G.H. Mead
3.3 Identität in der Postmoderne
3.3.1 Identität in der Krise
3.3.2 Identitätsarbeit und Gesundheitsförderung – Salutogenese
3.4 Erwerbsarbeit und Identität
3.5 Zusammenfassung des postmodernen Identitätsdiskurses
4 Schlussfolgerung
4.1 Beantwortung der Fragestellung
4.2 Kritische Stellungsnahme
Diese Diplomarbeit untersucht das Phänomen Burnout im Kontext des aktuellen postmodernen Identitätsdiskurses, um die gesellschaftlichen und arbeitsweltlichen Ursachen und Bedingungen des Burnout-Syndroms zu beleuchten.
1.2 Problembeschreibung
Bei dem Begriff Burnout handelt es sich um ein Krankheitskonstrukt, dessen Aufkommen erst einige Jahrzehnte zurückliegt. Trotz des Mangels an einer einheitlichen wissenschaftlichen Definition, kam es gerade in den letzten Jahren zu einem geradezu inflationären Gebrauch des Begriffs. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine Zeitung einen Leitartikel zum Thema verfasst. Kurz gefasst: Burnout ist populär und ein Begriff der Alltagssprache. Gerade diese Diskrepanz zwischen intuitivem Verständnis des Konstruktes und dem Fehlen einer einheitlichen Definition, macht Burnout zu einem Gegenstand, dessen Erforschung aus einer sozialpsychologischen Perspektive als sinnvoll angesehen werden kann. Rösing (2003) bescheinigt dem Thema eine hohe gesellschaftliche Relevanz, da es mit reduzierter Arbeitskraft, gesundheitlichen Problemen und erheblichem subjektivem Leiden einhergeht.
Bei der Sichtung von Literatur zu diesem Thema fielen die Heterogenität der Definitionen und das Fehlen eines einheitlichen Verständnisses besonders auf. Auf der Suche nach Erklärungskonzepten von Burnout wird immer wieder die heutige Arbeitswelt als Auslöser für Krisen diskutiert. Burnout wird darin als „ein beruflicher Verausgabungsprozess“ charakterisiert, „an dessen Ende Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit und zynische Distanzierung von ehemals stark positiv besetzten Zielen stehen (Leppin, 2007, S. 99). Gesteigerter Leistungsdruck, geforderte hohe Flexibilität und Produktivität werden als besonders belastend erwähnt. Burnout wird jedoch nicht nur im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit genannt, sondern auch in anderen Bereichen wie beispielsweise im Zusammenhang mit Beziehungen oder auch der Hausarbeit thematisiert.
1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Themen Burnout und Identität ein, beschreibt die Problematik der Begriffsunschärfe und legt die methodische Herangehensweise dar.
2 Burnout: Dieses Kapitel liefert eine umfassende Definition, beleuchtet die Begriffsgeschichte, Symptomatik, Messmethoden sowie verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung von Burnout.
3. Postmoderne Identitätsbildung: Hier wird der theoretische Rahmen der Identitätsbildung in der Postmoderne entfaltet, einschließlich traditioneller Theorien und der kritischen Auseinandersetzung mit der heutigen Arbeitswelt.
4 Schlussfolgerung: Das Abschlusskapitel setzt die untersuchten Themen in Bezug zueinander, beantwortet die Forschungsfrage und bietet eine kritische Stellungnahme zur aktuellen Forschungslage.
Burnout, Identität, Postmoderne, Erwerbsarbeit, Sozialpsychologie, Identitätsbildung, Salutogenese, Leistungsgesellschaft, Entgrenzung, Individualisierung, Stress, Gesundheit, Arbeitswelt, Krisen, Diskurs
Die Arbeit untersucht das Burnout-Syndrom nicht nur als medizinisches oder individuelles Problem, sondern verortet es im Kontext gesellschaftlicher und soziokultureller Veränderungen der Postmoderne.
Zentrale Felder sind die Burnout-Forschung (Definition, Messung, Entstehung), Theorien zur Identitätsbildung sowie der spezifische Einfluss moderner Arbeitsbedingungen auf das menschliche Selbstverständnis.
Die Forschungsfrage lautet, wie sich Burnout im Kontext postmoderner Identitätsbildung verorten lässt und ob den gängigen Erklärungsansätzen ein postmodernes Identitätsverständnis zugrunde liegt.
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturarbeit, die durch Sichtung, Vergleich und Auswertung wissenschaftlicher Studien aus Psychologie und Soziologie zu den Themen Burnout und Identität erfolgt.
Im Hauptteil werden zunächst der Forschungsstand zu Burnout und danach die Identitätstheorien (von Erikson bis zu postmodernen Ansätzen wie der "Patchwork-Identität") detailliert analysiert und aufeinander bezogen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Burnout, Identität, Postmoderne, Arbeitskraftunternehmer, Salutogenese und Entgrenzung aus.
Die Autorin hebt hervor, dass die Variable Geschlecht ein weites Forschungsfeld bietet, das im Hinblick auf veränderte Berufs- und Familienstrukturen sowie die Doppelbelastung dringend einer soziologischen Gegenwartsanalyse bedarf.
Sie kritisiert, dass sich die meisten Therapien auf personen-zentrierte Lösungen und individuelle Stressbewältigung konzentrieren, anstatt die strukturellen, krankmachenden Arbeitsbedingungen zu verändern.
Dies ist eine Metapher für die moderne Identitätsbildung, bei der Individuen aus einer Vielzahl von Fragmenten und vorgefertigten Sinnangeboten ihre Identität ständig neu konstruieren müssen, da feste Lebensentwürfe weggefallen sind.
Die Salutogenese dient als Referenzmodell, das den Fokus auf Ressourcen und die aktive Selbstorganisation des Einzelnen legt, wobei das "Kohärenzgefühl" als zentrale Fähigkeit für die Identitätsarbeit in einer komplexen Welt hervorgehoben wird.
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