Diplomarbeit, 2010
133 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Aggression
2.2 Gewalt
2.3 Zum Verhältnis von Aggression und Gewalt
3. Mädchengewalt: Erscheinungsformen, Gegner und Anlässe
4. Ausmaß und Entwicklung von Mädchengewalt in der Bundesrepublik Deutschland
4.1 Das Ausmaß von Mädchengewalt im Spiegel der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)
4.2 Das Ausmaß von Mädchengewalt im Spiegel der Studie der Dunkelfeldstudie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen (KFN) und des Bundesministeriums des Inneren (BMI)
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Theorien der Entstehung aggressiven Verhaltens
5.1 Pädagogisch-psychologische Aggressionstheorien
5.1.1 Lerntheoretische Erklärungsansätze nach Bandura (1979)
5.1.1.1 Lernen am Modell
5.1.1.2 Lernen am Effekt (Operantes Konditionieren)
5.1.1.3 Die zunehmende Gewalt von Mädchen aus Sicht lerntheoretischer Konzepte
5.1.1.4 Zusammenfassende Bewertung der lerntheoretischen Konzepte
5.1.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie nach Dollard et al. (1939)
5.1.2.1 Die zunehmende Gewalt von Mädchen aus Sicht der Frustrations-Aggressions-Theorie
5.1.2.2 Zusammenfassende Bewertung der Frustrations-Aggressions-Theorie
5.1.3 Zusammenfassende Bewertung der pädagogisch-psychologischen Theorien
5.2 Soziologische Aggressionstheorien
5.2.1 Der Individualisierungsansatz nach Heitmeyer et al. (1995)
5.2.1.1 Die „Risikogesellschaft“
5.2.1.2 Die zunehmende Gewalt von Mädchen aus Sicht des Individualisierungsansatzes
5.2.1.3 Zusammenfassende Bewertung des Individualisierungsansatzes
5.2.2 Die „Power-Control“-Theorie nach Hagan et al. (1979)
5.2.2.1 Die zunehmende Gewalt von Mädchen aus Sicht der „Power-Control“-Theorie
5.2.2.2 Zusammenfassende Bewertung der „Power-Control“-Theorie
5.2.3 Zusammenfassende Bewertung der soziologischen Ansätze
6. Risiko- und Schutzfaktoren aggressiven Verhaltens
6.1 Begriffsbestimmungen: Risiko- und Schutzfaktoren
6.2 Allgemeine Anmerkungen bezüglich der Aussagekraft und Wirkung der Risiko- und Schutzfaktoren
6.2.1 Zur Aussagekraft der Risiko- und Schutzfaktoren
6.2.2 Das Zusammenwirken von Risiko- und Schutzfaktoren
6.3 Individuelle und soziale Einflussfaktoren
6.3.1 Individuelle Merkmale
6.3.2 Familie
6.3.3 Gleichaltrige
6.3.4 Schule
6.3.5 Medien
6.4 Risiko- und Schutzfaktoren: männlich – weiblich?
6.5 Zusammenfassung
7. Prävention und Intervention
7.1 Begriffsbestimmungen: Prävention und Intervention
7.2 Formen der Prävention
7.2.1 Strukturbezogene und personenbezogene Prävention
7.2.2 Primäre, sekundäre und tertiäre Prävention
7.2.3 Zum Präventions- und Interventionsverständnis dieser Arbeit
7.3 Gewaltprävention mit Mädchen
7.3.1 Die Notwendigkeit geschlechtsbezogener Prävention
7.3.2 Inhalte und Prinzipien der Gewaltprävention mit Mädchen
7.3.2.1 Inhalte und Ziele der Gewaltprävention mit Mädchen
7.3.2.2 Prinzipien der Gewaltprävention mit Mädchen
7.3.3 Das Anti-Aggressivitäts- (AAT) und Coolness-Training (CT) © für Mädchen
7.3.3.1 Die Grundidee des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT)
7.3.3.2 Rahmenbedingungen und Methoden
7.3.3.3 Trainingsinhalte und Ziele
7.3.3.4 Trainingsablauf
7.3.3.5 Zusammenfassende Bewertung des Anti-Aggressivitäts- (AAT) und Coolness-Trainings (CT) © für Mädchen
7.4 Zusammenfassung
8. Resümee und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die gesellschaftlichen Veränderungen und deren Bedeutung für die steigende Gewalttätigkeit weiblicher Jugendlicher zu untersuchen und zu erklären, warum Mädchen vermehrt externalisierendes aggressives Verhalten zeigen.
5.1.1 Lerntheoretische Erklärungsansätze nach Bandura (1979)
Die lerntheoretischen Erklärungsansätze gehen zurück auf Albert Bandura (1979). Innerhalb dieser Ansätze wird die Annahme verfolgt, dass Aggressionen wie jedes andere soziale Verhalten erlernt werden (Meier 2004, S. 47).
Aus diesem Grund existiert genau genommen keine lernpsychologische Theorie für die Entwicklung aggressiven Verhaltens, sondern dieses wird wie jedes andere Verhalten auch durch allgemeine lernpsychologische Theorien erklärt (Selg et al. 1988, S. 36).
Der Begriff „Lernen“ wird innerhalb der Lerntheorien definiert als „relativ andauernde Veränderungen des individuellen Verhaltens und Erlebens aufgrund von Erfahrungen“ (Meier 2004, S. 47).
Gelernt werden zum einen Inhalte (z.B. aggressive Verhaltensweisen), zum anderen situative Bedingungen, d.h. wann das jeweilige Verhalten eingesetzt wird (Krall 2004, S. 17).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der "Mädchengewalt" ein, thematisiert die mediale Wahrnehmung und legt das Forschungsinteresse sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit dar.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“, arbeitet deren Bestimmungskriterien heraus und beleuchtet das Verhältnis beider Begriffe zueinander.
3 Mädchengewalt: Erscheinungsformen, Gegner und Anlässe: Der Forschungsgegenstand wird vorgestellt, indem typische Erscheinungsformen, Gegner und Anlässe von Mädchengewalt beleuchtet sowie Unterschiede zur Gewalt von Jungen herausgearbeitet werden.
4 Ausmaß und Entwicklung von Mädchengewalt in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der Gewaltbereitschaft von Mädchen anhand polizeilicher Statistiken und Dunkelfeldstudien, um die These einer „Angleichung“ zu überprüfen.
5 Theorien der Entstehung aggressiven Verhaltens: Hier werden ausgewählte pädagogisch-psychologische und soziologische Theorien auf ihre Erklärungskraft für die zunehmende weibliche Gewalt hin untersucht.
6 Risiko- und Schutzfaktoren aggressiven Verhaltens: Dieses Kapitel setzt sich mit der Risiko- und Schutzfaktorenforschung auseinander und identifiziert einflussreiche individuelle und soziale Merkmale, die Gewalt begünstigen oder verhindern können.
7 Prävention und Intervention: Das Kapitel erläutert Konzepte der Gewaltprävention, diskutiert die Notwendigkeit geschlechtsspezifischer Ansätze und stellt beispielhaft das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) für Mädchen vor.
8 Resümee und Ausblick: Diese abschließende Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Mädchengewalt, Jugendgewalt, Aggression, Gewalt, Lerntheorie, Individualisierung, Risikogesellschaft, Prävention, Intervention, Anti-Aggressivitäts-Training, AAT, Sozialisation, Risiko- und Schutzfaktoren, Geschlechterrollen, Delinquenz
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen der zunehmenden Gewalt von Mädchen in Deutschland, beleuchtet theoretische Hintergründe und diskutiert Präventionsmöglichkeiten.
Zentrale Felder sind die Definition von Gewalt und Aggression, die empirische Entwicklung der Mädchengewalt, die Ursachenforschung mittels verschiedener Theorien sowie konkrete Präventions- und Interventionskonzepte.
Ziel ist es, die gesellschaftlichen Veränderungen zu analysieren, die zur steigenden Gewalttätigkeit bei Mädchen beitragen, und zu erklären, warum Mädchen zunehmend externalisierendes aggressives Verhalten zeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung bestehender Statistiken, wie der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), und aktueller Dunkelfeldstudien, etwa vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN).
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine empirische Bestandsaufnahme, eine theoretische Ursachenklärung durch pädagogische und soziologische Modelle sowie eine Auseinandersetzung mit Risiko- und Schutzfaktoren.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Mädchengewalt, Individualisierung, Risikogesellschaft, AAT (Anti-Aggressivitäts-Training), Gewaltprävention und Geschlechterrolle geprägt.
Mädchen richten Gewalt häufiger gegen andere Mädchen, zeigen im Nachhinein oft mehr Empathie und ihre Taten sind tendenziell von geringerer Schwere als die von Jungen.
Da Mädchen andere Motive und Hintergründe für gewalttätiges Verhalten haben, reichen allgemeine, oft männlich konnotierte Präventionsprogramme nicht aus; es bedarf spezifischer Ansätze, die Weiblichkeitsbilder und Lebenslagen berücksichtigen.
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