Magisterarbeit, 2006
144 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Begriffsbestimmung
1.1 Definition
1.2.1 Zitatrecht
1.2.2 Gebot der Quellenangabe
1.3 Zusammenfassung und Kommunikationsmodell I
2. Wissenschaft
2.1 Wissenschaft als gesellschaftliches Funktionssystem
2.2 Wissenschaftliches Ethos nach Merton
2.3 Reputation
2.4 Publikation und Zitation
2.5 Zusammenfassung und Kommunikationsmodell II
2.6 Betrug in der Wissenschaft
3. Wissenschaft und Internet
3.1 Internet und wissenschaftliche Kommunikation
3.2 Das Internet als Informationsmedium
3.3 Das Internet als Publikationsmedium
4. Plagiate, Wissenschaft, Internet
4.1 Verbreitung
4.2 Ursachen
4.2.1 Einflussfaktor Internet
4.2.2 Weitere wesentliche Ursachen und Motive
4.3 Plagiate an der WWU Münster
5. Empirische Untersuchung: Aufbau
5.1 Leitfadeninterview
5.2 Standardisierte schriftliche Befragung
5.2.1 Grundgesamtheiten und Stichprobenziehung
5.2.2 Forschungsfragen
5.2.3 Fragebogenkonzeption
5.2.4 Pretest und Durchführung der Befragung
5.2.5 Hinweise zur Auswertung der Daten
6. Empirische Untersuchung: Ergebnisse
6.1 Soziodemographische Daten
6.1.1 Geschlecht der Befragten
6.1.2 Alter der Befragten
6.1.3 Studienfächer der Studierenden
6.1.4 Disziplinen und Status der Dozenten
6.2 Internetnutzung
6.3 Normkenntnis: Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten
6.4 Normverstoß und Normakzeptanz: Die Verbreitung des Plagiierens (von Internettexten) und die Einstellung der Studierenden zum Plagiieren
6.4.1 Normverstoß
6.4.2 Normakzeptanz
6.5 Der Umgang mit plagiierten Hausarbeiten
7. Schlussresümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die Hintergründe von Plagiathandlungen in wissenschaftlichen Hausarbeiten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Ziel ist es, insbesondere die Rolle des Internets als Faktor für Plagiatbetrug zu erforschen und das Problembewusstsein sowie den Umgang mit dieser Thematik sowohl bei Studierenden als auch bei Dozenten zu analysieren.
1.1 Definition
Der Begriff Plagiat leitet sich ab vom lateinischen Substantiv plagiarius (Entführer) bzw. vom Verb plagiare (stehlen). Übertragen auf den deutschen Sprachgebrauch bezeichnet ein Plagiat den „Diebstahl geistigen Eigentums“ (Duden 2001: 772). Reduziert auf diese Wortbedeutung lässt sich die Komplexität des Begriffs jedoch nicht hinreichend erfassen. Alexander LINDEY gibt eine Definition vor, wie sie sinngemäß häufig in der Literatur zu finden ist, die sich mit der Thematik des Plagiierens auseinandersetzt:
„Plagiarism is literary – or artistic or musical – theft. It is the false assumption of authorship: the wrongful act of taking the product of another person’s mind, and presen- ting it as one´s own. Copying someone else’s story or play or song [or ideas in general; SK], intact or with inconsequential changes, and adding one’s name to the result constitute a simple illustration of plagiarism” (1952: 2).
Dieser Begriffsbestimmung nach ist Plagiieren nicht nur eine unrechtmäßige Aneignung fremden Geistesgutes und somit Diebstahl, sondern auch und vor allem eine unrechtmäßige Verwertung desselben. Jemand, der das Werk einer anderen Person plagiiert, verwertet dieses sogar in zweierlei Weise unrechtmäßig: Indem er es als sein eigenes ausgibt, verletzt der Plagiierende zum einen die Rechte des Werk-Urhebers, zum anderen täuscht er den Rezipienten, dem er das fremde Werk als sein eigenes präsentiert. Marcel C. LAFOLLETTE betrachtet die Täuschungshandlung als wesentliche Komponente der Begriffsdefinition: „Crucial to all definitions of plagiarism is some indication of an intent to deceive. [...] It is the deceptive aspect of plagiarism that has been condemned through the centuries, not the use of a predecessor’s insights” (1992: 49).
1. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Plagiatbegriff und beleuchtet ihn als Urheberrechtsverletzung sowie als Kommunikationsvorgang.
2. Wissenschaft: Es wird untersucht, wie Plagiate das Wissenschaftssystem und seine internen Mechanismen wie Reputation und Zitation negativ beeinflussen.
3. Wissenschaft und Internet: Dieses Kapitel behandelt die veränderte Rolle des Internets als Informations- und Publikationsmedium in der wissenschaftlichen Kommunikation.
4. Plagiate, Wissenschaft, Internet: Hier werden internationale Statistiken zur Verbreitung von Plagiaten analysiert und der Einfluss des Internets auf studentisches Fehlverhalten diskutiert.
5. Empirische Untersuchung: Aufbau: Das methodische Vorgehen der Befragung von Studierenden und Dozenten an der Universität Münster wird detailliert dargestellt.
6. Empirische Untersuchung: Ergebnisse: Die gesammelten Daten werden statistisch ausgewertet und im Kontext der Forschungsfragen zur Plagiatverbreitung und dem Umgang damit diskutiert.
7. Schlussresümee: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Plagiat, wissenschaftliches Arbeiten, Internet, Urheberrecht, Reputation, Zitation, wissenschaftliches Fehlverhalten, studentische Hausarbeiten, WWU Münster, empirische Befragung, Plagiatprävention, wissenschaftliche Ethik, Copy & Paste, Wissensproduktion, Hochschullehre.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Plagiatbetrugs durch Studierende, insbesondere die Nutzung von Internettexten in wissenschaftlichen Hausarbeiten, an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Definition des Plagiats, die systemtheoretische Analyse von Wissenschaftsethos und Reputation sowie die empirische Erhebung zur Verbreitung und den Ursachen von Plagiaten im Hochschulkontext.
Die Kernfrage lautet, in welchem quantitativen und qualitativen Ausmaß das Plagiieren, vor allem von Internetinhalten, in wissenschaftlichen Hausarbeiten unter Studierenden an der WWU Münster verbreitet ist.
Zur Datengewinnung wurde eine Kombination aus standardisierten schriftlichen Befragungen von Studierenden und Dozenten sowie leitfadengestützten Experteninterviews mit Institutsleitungen genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zur Wissenschaft und Internetnutzung sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Befragung zu Internetnutzung, Plagiatverbreitung und dem Umgang von Dozenten mit dem Thema dargestellt werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Plagiat, Internet, Wissenschaftssystem, Reputation, empirische Befragung und universitäre Lehre charakterisieren.
Nach Luhmann können Plagiate als eine Irritation der rekursiven Kommunikationsprozesse des Wissenschaftssystems verstanden werden, da sie das für die Systemfunktion notwendige Vertrauen in die Kennzeichnung neuer Erkenntnisse schwächen.
Das Internet erleichtert durch "Copy & Paste"-Techniken und die Fülle leicht zugänglicher Texte zwar die technische Umsetzung, jedoch betonen die Ergebnisse, dass dies allein noch nicht zwangsläufig zu einem Anstieg führen muss; vielmehr ist das mangelnde Unrechtsbewusstsein ein entscheidender Faktor.
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