Bachelorarbeit, 2024
45 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit untersucht systematisch die aktuelle Forschungslage zum Einfluss der mediterranen Ernährungsweise und spezifischer Mikronährstoffsupplemente auf die Symptomatik der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern. Die primäre Forschungsfrage ist, ob eine mediterrane Ernährung und/oder deren Nährstoffe die ADHS-Symptome positiv beeinflussen und somit als präventive oder therapeutische Maßnahme dienen können.
1.5 Mediterraner ernährungstherapeutischer Ansatz
Die mediterrane Diät, auch Mittelmeerdiät genannt, ist eine Ernährungsform, die sich aus einer Reihe von Zutaten aus der Mittelmeerregion zusammensetzt. Vor allem Süditalien und Grie- chenland umfasst der geografische Standort. Er erstreckt sich jedoch über 16 Länder. Zwi- schen den Ländern und Kulturen variiert die Ernährung zwar, weist jedoch aufgrund charakte- ristischer Merkmale Gemeinsamkeiten auf (Erickson & Wawer, 2015). Den Schwerpunkt legt die mediterrane Ernährung auf Fette und Öle mit einem hochwertigen Fettsäuremuster, und sie ist arm an gesättigten Fettsäuren. Beilagen umfassen komplexe Kohlenhydrate, Hülsen- früchte, Omega-3-reichen Fisch und Gemüse, welche reich an Antioxidantien sind. Olivenöl ist die Hauptquelle von einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA). In der westlichen Ernährung hingegen stellt Fleisch diese Komponente dar. Nüsse, Milchprodukte und Fisch zählen zu ei- ner weiteren Quelle. Meeresfrüchte, insbesondere fetter Fisch, sind die Hauptquellen der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA), Eicosapentaensäure (EPA) und Decosahexaen- säure (DHA). Das „pflanzliche Omega-3" wird aus Nüssen, Hülsenfrüchten und grünen Blät- tern aufgenommen. Der Gehalt an n-6-PUFAs ist in der westlichen Ernährung relativ gering (Hoffman, 2023). Zudem weist diese Ernährungsform weitere gesundheitsförderliche Stoffe wie Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe auf (Davis et al., 2015). Die Wichtigkeit der Zubereitung und Reihenfolge der Speisen ist gleichermaßen von Bedeutung und beeinflusst die bioaktiven Substanzen, die im Körper aufgenommen werden können. Dies wiederum verändert die Phytochemikalien in ausgewählten Lebensmittelgruppen. (Hoffman & Gerber, 2015). Eine weitere wichtige Komponente der gesundheitsfördernden Diät sind die Lebensqualität und die Lebensweise. Genuss steht im Mittelpunkt. Zudem werden saisonale und regionale Produkte verwendet. Darüber hinaus ist tägliche körperliche Aktivität ein wichti- ger Bestandteil des Lebensstils (Erickson & Wawer, 2015). Stark verarbeitete Lebensmittel sowie tierische Lebensmittel werden nur in Maßen konsumiert.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung kann das Wohlbefinden einer erkrankten Person enorm einschränken. Im Wesentlichen fällt es Betroffenen schwer, aufgrund deren Unaufmerksamkeit und motorischer Unruhe Aufgaben zuverlässig und fehlerfrei zu bewälti- gen. Zudem kommen die vorschnell verkürzten Problemlösungen und unüberlegtes Handeln, welches die Interaktion mit Gleichaltrigen und die Bewältigung des Alltages erschwert. Die Auswirkungen von ADHS stellen den Erkrankten schwer überwindbare Barrieren in den Weg, die sich negativ auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden auswirken. Die Kinder werden als störend angenommen und gelten als unreif (Schneider & Margraf (Hrsg.), 2009). Diagnos- tizierte Kinder sind jedoch auch für Eltern und LehrerInnen aufgrund von unruhigem Verhalten besonders herausfordernd (Klicpera et al., 2019). Kinder, die an ADHS leiden, weisen meist einen Nährstoffmangel auf, sodass eine Ernäh- rungsumstellung und eine Supplementierung mit wichtigen Nährstoffen sinnvoll erscheinen. Insbesondere konnten niedrige Serum-Level und ein Mangel an Eisen sowie Zink festgestellt werden (Robberecht et al., 2020; Wang et al., 2019). Eine ausreichende Versorgung mit Nähr- stoffen ist wichtig für eine optimale Gehirnfunktion. Überwiegend Eisen und Zink sind bei der Produktion von Neurotransmittern, vorwiegend Dopamin, entscheidend (Johnstone et al., 2019). Die mediterrane Ernährung als möglicher Behandlungsansatz eignet sich besonders gut aufgrund des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem EPA und DHA. Eine Supplementierung mit Omega-3-FS erscheint sinnvoll als unterstützende Therapie bei ADHS. Omega-3-FS stellen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Funktionsfähigkeit des Gehirns dar und sind entscheidend für den Haushalt an Dopamin und Neurotransmittern. Ein Mangel führt oft zu Verhaltensstörungen, einschließlich ADHS (Hawkey & Nigg, 2014). Die positiven Effekte einer mediterranen Diät werden insbesondere der Gesamternährung und einzelnen Lebensmittelgruppen zugeschrieben. Die Vielfalt an nährstoffreichen Lebensmitteln hilft dabei, Nährstoffmangel zu vermeiden (Hoffman, 2023). Mittlerweile haben bestimmte Nah- rungsergänzungen die Aufmerksamkeit in der Forschung zu ADHS auf sich gezogen und wer- den weiterhin kritisch untersucht.
1. Einleitung: Beschreibt ADHS als häufiges Störungsbild bei Kindern und Jugendlichen, erläutert dessen Definition, Diagnostik, Epidemiologie, Ätiologie und Therapiemöglichkeiten, sowie erste Hinweise auf ernährungstherapeutische Ansätze.
2. Fragestellung: Definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über die Forschungslage zum Einfluss der mediterranen Ernährung und spezifischer Nährstoffsupplemente auf ADHS bei Kindern zu geben und leitet die Forschungsfrage sowie Hypothesen ab.
3. Hauptteil: Präsentiert und analysiert Beobachtungs- und Interventionsstudien, die den Zusammenhang zwischen der mediterranen Diät, spezifischen Mikronährstoffen (Omega-3-FS, Zink, Magnesium, Vitamin D, Eisen) und der Symptomatik von ADHS bei Kindern untersuchen.
4. Diskussion: Diskutiert die Ergebnisse der Studien im Kontext der Forschungsfrage, bewertet potenzielle Limitationen und Bias der Studien und erörtert die Rolle der mediterranen Ernährung sowie einzelner Mikronährstoffe bei ADHS.
5. Zusammenfassung: Fasst die Kernbefunde der Arbeit zusammen, betont die Komplexität der ADHS, die potenzielle Rolle von Ernährung und Supplementen bei der Symptomlinderung und die Notwendigkeit weiterer Forschung.
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, mediterrane Diät, Ernährung, Mikronährstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Magnesium, Vitamin D, Kinder, Therapie, Prävention, Symptomatik, Essstörungen, Genetik, Umweltfaktoren.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der mediterranen Ernährungsweise und spezifischer Mikronährstoffsupplemente auf die Symptomatik der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern.
Zentrale Themenfelder sind die Definition, Diagnostik und Ätiologie von ADHS, ernährungstherapeutische Ansätze, die Zusammensetzung der mediterranen Diät sowie die Wirkung von Mikronährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Zink, Magnesium und Vitamin D bei ADHS.
Das primäre Ziel ist es, die aktuelle Forschungslage zu sichten, um zu klären, ob eine mediterrane Ernährung und/oder deren Nährstoffe die ADHS-Symptome bei Kindern positiv beeinflussen können.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche, bei der vorliegende Fachliteratur analysiert und nach PICO-Kriterien beurteilt wurde.
Der Hauptteil behandelt Beobachtungs- und Interventionsstudien, die den Zusammenhang zwischen der Einhaltung einer mediterranen Diät, der Supplementierung verschiedener Mikronährstoffe und der Reduktion von ADHS-Symptomen untersuchen.
ADHS, mediterrane Diät, Ernährung, Mikronährstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Kinder, Therapie, Symptomatik.
Die Einhaltung der mediterranen Diät wurde in den Studien oft mittels des Diet Quality Index for Children and Adolescents (KIDMED) bewertet, wobei höhere Werte eine bessere Adhärenz indizieren.
Kinder mit ADHS fällt es oft schwer, gesunde Ernährungsgewohnheiten beizubehalten, da sie zu ungesunden Lebensmitteln wie Fast Food und zuckerreichen Produkten neigen und Schwierigkeiten bei der Regulierung des Appetits haben.
Zu den Limitationen zählen geringe Stichprobengrößen, eine begrenzte Interventionsdauer, die Schwierigkeit, Studien auf die Allgemeinheit zu übertragen, und die Notwendigkeit weiterer objektiver Messmethoden sowie die Berücksichtigung epigenetischer Faktoren.
Ja, einige Studien deuten darauf hin, dass die Einhaltung einer mediterranen Diät die Wahrscheinlichkeit von ADHS bei Vorschulkindern verringern kann.
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