Bachelorarbeit, 2007
46 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.1.1 Hypothese
1.2 Das Parteiensystem nach Giovanni Sartori
1.2.1 Zweiparteiensystem
1.2.2 Pluralistische Systeme
2 Die Konfliktlinien innerhalb der italienischen Gesellschaft
2.1 Der Gegensatz zwischen Norden und Süden
2.2 Katholizismus versus Kommunismus
2.2.1 Der Konflikt zwischen Kirche und Staat sowie die Bildung einer katholischen Subkultur
2.2.2 Der Konflikt zwischen städtischer und ländlicher Ökonomie und die Bildung einer kommunistischen Subkultur
2.3 Der Gegensatz zwischen politischer Klasse und breiter Masse
3 Das Parteiensystem der ersten Republik
3.1 Die Democrazia Cristiana (DC)
3.1.1 Partitocrazia - Parteienherrschaft
3.2 Der Partito Comunista Italiano (PCI)
3.2.1 Der compromesso storico – Historischer Kompromiss
3.2.2 Trasformismo
3.3 Der Partito Socialista Italiano (PSI)
3.4 Der Movimento Sociale Italiano (MSI)
3.5 Weitere Parteien der ersten Republik
4 Die Krise des politischen Systems und das Entstehen neuer Parteien
4.1 Ursachen für den Zusammenbruch des Parteiensystems der ersten Republik
4.1.1 Der Bedeutungsverlust der Subkulturen
4.1.2 Zusammenbruch der Sowjetunion
4.1.3 Tangentopoli und Mani Pulite
4.1.4 Haushaltskrise
4.2 Entwicklungen im Parteiensystem
4.2.1 Die Lega Nord
4.2.2 Der Niedergang von DC und PSI
4.2.2.1 Die DC
4.2.2.2 Der PSI
4.2.3 Vom MSI zur Alleanza Nazionale
4.2.4 Die Forza Italia! (FI)
4.2.4.1 Exkurs Silvio Berlusconi
4.2.4.2 Decreto Berlusconi und Decreto Biondi
5 Wahlrechtsreformen und Wahlen in der zweiten Republik
5.1 Die Reformen von 1991 und 1993
5.1.1 Bildung von Wahlallianzen
5.2 Die Wahlen 1994
5.3 Die Wahlen von 1996 und der erste „echte“ Machtwechsel in Italien
5.4 Die Wahlen 2001
5.5 Die Wahlen 2006
5.5.1 Wahlrechtsreform durch Berlusconi
5.5.2 Wahlsieger L‘Unione
5.5.3 Regierungskrise Prodi
6 Abschließende Analyse und Resümee
6.1 Analyse des Parteiensystems nach den Kriterien von Giovanni Sartori
6.2 Die politische Mitte nach der Transformation
Die Arbeit untersucht den Wandel des italienischen Parteiensystems von der ersten zur zweiten Republik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich Italien tatsächlich in Richtung eines Zweiparteiensystems entwickelt hat oder ob das System weiterhin durch Fragmentierung und Bipolarismus geprägt bleibt.
3.1.1 Partitocrazia - Parteienherrschaft
Im Zusammenhang mit der DC steht auch der Begriff der partitocrazia, der sogenannten Parteienherrschaft. Dieser meint zum einen die Dominanz der Parteien über die staatlichen Strukturen und zum anderen ihr Eindringen in alle Bereiche der Zivilgesellschaft (vgl. Daniels 1999, 72). In der Fachliteratur zählt dazu auch die Tatsache, dass die DC von 1948 ständig an allen Regierungen beteiligt war, und dadurch ein tatsächlicher Machtwechsel zwischen Regierung und Opposition nie stattfinden konnte.
Wohl war die DC unter der Führung von Aldo Moro während der so genannten „apertura a sinistra“ eine Öffnung nach links eingegangen, dennoch blieb die zweitstärkste Partei weiterhin in Opposition, was sich bis zum Jahr 1996 nicht ändern sollte (vgl. Rafalski 2001, 116).
Man bezeichnete das italienische Parteiensystem aus diesem Grund während dieser Phase als democrazia bloccata (blockierte Demokratie), weil sich die um Wählerstimmen kämpfenden Parteien in der Regierung nicht abwechselten (vgl. Daniels 1999, 71).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und steckt den Rahmen für die Analyse der italienischen Parteienlandschaft ab, unter Berücksichtigung historischer und gesellschaftlicher Faktoren.
2 Die Konfliktlinien innerhalb der italienischen Gesellschaft: Dieses Kapitel arbeitet die zentralen gesellschaftlichen Spaltungslinien heraus, wie den Nord-Süd-Konflikt sowie die Spannungen zwischen Katholizismus und Kommunismus.
3 Das Parteiensystem der ersten Republik: Hier werden die dominierenden Parteien wie die DC, PCI und PSI analysiert, wobei besonders das Phänomen der „Parteienherrschaft“ (Partitocrazia) beleuchtet wird.
4 Die Krise des politischen Systems und das Entstehen neuer Parteien: Das Kapitel behandelt den Zusammenbruch der ersten Republik infolge von Korruptionsskandalen (Tangentopoli) und den Aufstieg neuer politischer Akteure.
5 Wahlrechtsreformen und Wahlen in der zweiten Republik: Die Auswirkungen der Reformen von 1991/1993 auf das Wahlsystem sowie die Dynamik der Wahlen seit 1994 stehen hier im Fokus.
6 Abschließende Analyse und Resümee: Die Autorin reflektiert die theoretischen Kriterien von Sartori und kommt zu dem Schluss, dass Italien eher einem unvollendeten Bipolarismus entspricht als einem klassischen Zweiparteiensystem.
Italien, Parteiensystem, erste Republik, zweite Republik, Democrazia Cristiana, Partito Comunista Italiano, Tangentopoli, Wahlrechtsreform, Berlusconi, Prodi, Bipolarismus, Pluralismus, Cleavages, Regierungsstabilität, Politische Mitte.
Die Arbeit analysiert den fundamentalen Wandel des italienischen Parteiensystems von der ersten Republik hin zur zweiten Republik unter Berücksichtigung politischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Konfliktlinien der Gesellschaft, der Einfluss von Wahlrechtsreformen, Korruptionsskandale sowie der Aufstieg neuer politischer Akteure wie Forza Italia.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob sich Italien durch Wahlrechtsreformen erfolgreich in ein stabiles Zweiparteiensystem transformiert hat.
Die Autorin nutzt das Analyseschema von Giovanni Sartori, um die Parteiensysteme zu klassifizieren, und kombiniert dies mit einer politikwissenschaftlichen Untersuchung der historischen Entwicklung und Transformationsprozesse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesellschaftlichen Cleavages, die Analyse der Parteien der ersten Republik, die Ursachen für den Systemzusammenbruch sowie die Untersuchung der Wahlereignisse und Reformen ab 1994.
Zentrale Begriffe sind das italienische Parteiensystem, Bipolarismus, die Rolle von Silvio Berlusconi, die Krise der Altparteien und der Einfluss der Wahlrechtsänderungen.
Es handelt sich um ein System der illegalen Parteienfinanzierung und Korruption, das Anfang der 90er Jahre aufgedeckt wurde und zum Zusammenbruch des traditionellen Parteiensystems der ersten Republik führte.
Die DC profitierte vom Ost-West-Konflikt und der katholischen Subkultur, wodurch sie sich als unverzichtbare Regierungspartei gegen die "Anti-System-Parteien" PCI und MSI etablieren konnte.
Dies bezeichnet das aktuelle italienische System, in dem zwar Bündnisse existieren, aber aufgrund der Vielzahl an Parteien und divergierenden Interessen kein klares, stabiles Zweiparteiensystem nach britischem Vorbild entstanden ist.
Sein Erfolg wird auf seine mediale Dominanz (Fininvest), seine Fähigkeit zur Mobilisierung der Wähler als "politische Bewegung" und die geschickte Nutzung der Politikverdrossenheit der Bürger zurückgeführt.
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