Examensarbeit, 2007
67 Seiten, Note: 3
Einleitung
Kinderjahre von Lancelot
1.1 Unter der Obhut der Zauberdame vom See
1.1.1 Im Säuglingsalter
1.1.2 Lehrmeister Mönch
1.1.3 Ninienne als Adoptivmutter
1.1.4 Zauberei und Lehre
1.2 Außerordentliche Anlagen
1.2.1 Dreijähriger als Neunjähriger
1.2.2 Selbstbewusstsein im vorpubertären Alter
Ende der Kindheit von Lancelot
Kindheiten von Lionel und Bohort
1.6 Erziehung durch einen Ritter
1.7 Einfluss der Charakterzüge
1.7.1 Lionel
1.7.2 Bohort
Tyrann als Elternteil
1.8 Sohn Dorin
1.8.1 Misstrauen des Vaters
1.8.2 Strenge und Güte
1.8.3 Klage um Kindesverlust
1.9 Verrat und Mildetat von König Claudas
1.10 Vasallentreue von Phariens
1.11 Gehorsam des Knappen
1.12 Angeborener und erworbener Adel
Väter und Söhne im Vergleich
Kinder und die Standesordnung
Mütterlichkeit und Väterlichkeit
1.13 Ninienne – Saraide
1.14 Alene – Evaine
1.15 Phariens – Claudas
1.16 Bedeutung der Eltern für den Werdegang
Schluss
Die vorliegende Arbeit analysiert das Konzept des Kindes im deutschen Prosaroman „Lancelot“, wobei der Fokus auf den „Kindheitsmustern“ und den damit verknüpften Themen von Erziehung und Bildung liegt. Dabei wird untersucht, wie die literarische Fiktion die mittelalterliche Realität spiegelt und welche Rolle weibliche wie männliche Erziehungsinstanzen bei der Entwicklung des Helden spielen.
Kinderjahre von Lancelot
Die Umwelt, in der Lancelot aufwächst, sei im Vergleich zu wirklichen angehenden Rittern viel günstiger, angenehmer und fröhlicher. Der See, sein Schutz und die schirmende, fürsorgliche Gestalt der Frau vom See sind Elemente, die Lancelots Kindheit begleiten. Alles deutet auf eine wohlbehütete, sorglose Kindheit hin. Die Söhne des Onkels von Lancelot, Lionel und Bohort, die zu seinen Gefährten werden und ebenfalls, wie Lancelot in der Geborgenheit des zauberhaften Sees ihre Unterkunft finden, treten in der Funktion der Spielgefährten auf, die auch zum Ritter-Gefolge gehören, sodass dadurch insgesamt eine Atmosphäre des irdischen Königreichs entsteht.
Es gilt zu untersuchen, welche Rolle dabei die Tatsache spielt, dass die Figur, der die Vormundfunktion auferlegt wird, auf der einen Seite nicht mit den Zöglingen verwandte Person und auf der anderen – eine Gestalt mit zauberischen Fähigkeiten, nämlich eine Fee ist. Des Weiteren gilt es zu untersuchen, inwiefern die Bedingungen, unter denen Lancelot aufwächst, tatsächlich günstiger in Anbetracht der mittelalterlichen Standardsituation sind.
Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Entstehungszeit des deutschen Prosaromans und die Forschungsgeschichte zur Überlieferung und Bedeutung der altfranzösischen Vorlage.
Kinderjahre von Lancelot: In diesem Kapitel wird Lancelots Kindheit unter der Obhut der Zauberfee Ninienne beleuchtet, wobei seine außergewöhnliche Entwicklung und die Erziehungsmethoden (Mönch als Lehrmeister) analysiert werden.
Ende der Kindheit von Lancelot: Dieser Abschnitt thematisiert den Übergang vom Kind zum Ritter und die damit verbundene Ablösung von der schützenden Umgebung des Zaubersees.
Kindheiten von Lionel und Bohort: Hier werden die Kindheiten der Vettern Lancelots dargestellt, insbesondere im Kontext ihrer Erziehung durch Ritter wie Phariens.
Tyrann als Elternteil: Das Kapitel untersucht am Beispiel von König Claudas und seinem Sohn Dorin die ambivalenten Erziehungsmethoden eines Tyrannen, der zwischen Misstrauen und Strenge schwankt.
Väter und Söhne im Vergleich: Eine vergleichende Analyse der Vater-Sohn-Beziehungen, die zeigt, wie das väterliche Vorbild oder dessen Fehlen die Entwicklung der Helden prägt.
Kinder und die Standesordnung: Dieses Kapitel erörtert, wie soziale Herkunft und der feudale Status die Erziehungschancen und den Werdegang der Kinder im Prosa-Lancelot beeinflussen.
Mütterlichkeit und Väterlichkeit: Eine Untersuchung der verschiedenen Elternrollen, wobei die Mütterfiguren wie Ninienne oder Alene in ihren unterschiedlichen pädagogischen und emotionalen Ausprägungen gegenübergestellt werden.
Schluss: Das Schlusskapitel fasst die drei Kindheitsphasen Lancelots zusammen und reflektiert die Ergebnisse zur literarischen Konstruktion von Kindheit im Mittelalter.
Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Prosa-Lancelot, Kindheit, Mittelalter, Erziehung, Ninienne, Rittertum, Standesordnung, Mütterlichkeit, Väterlichkeit, Literaturanalyse, Kindheitsmuster, Vasallentreue, Adel, Sozialisation, Literaturgeschichte
Die Arbeit untersucht das literarische Konzept der Kindheit im deutschen Prosaroman „Lancelot“ und analysiert, wie Erziehung, Bildung und familiäre Verhältnisse den Werdegang der Protagonisten prägen.
Im Zentrum stehen die Erziehungsmethoden durch Eltern und Vormünder, die Rolle der Geschlechter bei der Kindesentwicklung sowie der Einfluss von sozialem Status und Standesordnung auf das Aufwachsen im Mittelalter.
Ziel ist es, die spezifischen „Kindheitsmuster“ im Prosa-Lancelot herauszuarbeiten und zu hinterfragen, inwiefern diese literarische Darstellung die historischen Realitäten des Mittelalters reflektiert.
Die Arbeit nutzt eine textanalytische Herangehensweise, bei der Textstellen aus dem Prosa-Lancelot mit zeitgenössischer Literatur und wissenschaftlichen Theorien zur Kindheit im Mittelalter kontrastiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kindheitsstadien, untersucht die verschiedenen Erziehungspersonen (wie die Fee Ninienne oder den Ritter Phariens) und vergleicht das Schicksal von Lancelot mit dem anderer Romanfiguren.
Wichtige Begriffe sind Kindheitsmuster, Rittererziehung, Mütterlichkeit, Standesordnung sowie der Vergleich zwischen literarischer Fiktion und mittelalterlichen pädagogischen Vorstellungen.
Ninienne fungiert als Adoptivmutter und Lehrerin, die Lancelot trotz ihrer zauberischen Natur eine Ausbildung ermöglicht, die sowohl seine geistige als auch ritterliche Entwicklung entscheidend steuert.
Während Lancelot in einer zauberischen Isolation unter der Obhut einer Fee aufwächst, erleben Lionel und Bohort ihre Kindheit unter der Vormundschaft von Rittern, wobei ihre Bindung an diese Ziehväter von Vasallentreue und familiärer Loyalität geprägt ist.
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