Masterarbeit, 2023
137 Seiten, Note: 1,5
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das primäre Ziel, die bestehende Forschungslücke hinsichtlich der Bewertung des Körperkonzepts bei Lipödempatientinnen zu schließen. Konkret wird analysiert, ob signifikante Unterschiede in der Bewertung des Körperkonzepts zwischen Frauen mit und ohne Lipödem existieren und ob das Stadium sowie der Typ der Lipödem-Erkrankung das Körperkonzept beeinflussen.
1 Einleitung
Der menschliche Körper kann als primäres Vehikel für die Selbstwahrnehmung und Interaktion mit der Welt angesehen werden, da sowohl Emotionen als auch Gesundheit durch diesen ausgedrückt werden, unabhängig von der Fähigkeit, zu denken und zu sprechen. Im individuellen Selbstkonzept nimmt das Körperkonzept eine einzigartige Position ein, da dieses eine wesentliche Schnittstelle zwischen dem Individuum und seiner Umwelt darstellt (Fox, 1997; Maiano et al., 2004). Fox (1997) postuliert, dass je nachdem, wie ein Individuum seinen Körper wahrnimmt und in welcher Beziehung es zu seinem Körper steht, dieses die körperliche Identität (physisches Selbst) und somit auch die Persönlichkeit bestimmt, welches auf der objektiven Welt präsentiert. Dazu zählen alle den Körper betreffenden Aspekte wie die wahrgenommene Körperlichkeit (z. B. Körpergrenzen, Körpermaße), Beweglichkeit oder Attraktivität (Daszkowski, 2003; Deusinger, 1998b; Fox, 1997).
Soziale Bewertungen des physischen Körpers sind für das Selbstkonzept prägend. Daher wirken sich negative Bewertungen häufig verallgemeinert in beeinträchtigender Weise auf die Selbstachtung eines Individuums aus. Die Vitalität sowie das Aussehen eines Körpers werden zum großen Teil genetisch festgelegt, allerdings wird die Einstellung zu ihm in erster Linie durch gesellschaftliche Normen geprägt. In der vorherrschenden körperorientierten Gesellschaft steht das Körperäußere im Zentrum des sozialen Augenmerks, so dass für viele Menschen auch im Erwachsenenalter ihr von anderen Individuen wahrgenommenes und gespiegeltes Körperäußeres eine große Relevanz aufweist. Eine solche soziale Bewertung durch andere kann sich wiederum im Zusammenspiel mit körperbezogenen kulturellen Forderungen sowohl in positiver als auch negativer Weise auf das subjektive Körperbild von Menschen auswirken (Chen et al., 2006; Daszkowski, 2003; Mundlos, 2011).
Durch Vergleiche mit unrealistischen Idealen, aber auch durch negative Bewertungen anderer kann dies zu Unzufriedenheiten mit dem eigenen Körperbild führen. Wenn zudem eine Unzufriedenheit des eigenen Körperbildes mit einer leichten Selbstwertproblematik einhergeht, kann von einer subklinischen Körperbildstörung gesprochen werden. Hierbei handelt es sich um eine Beeinträchtigung des Körpererlebens, das den Alltag bereits einschränkt, aber noch nicht vollends behindert. Diese wird oft von einer generellen Selbstwertproblematik begleitet, die zu einer Verknüpfung von gestörtem Körperbild bis hin zu Depression führen kann (Daszkowski, 2003, S. 17). Durch eine chronifizierung subklinischer Störungen des Körperbildes kann dies weiter in ein klinisches Krankheitsbild übergehen (Davis et al., 1997).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Körperkonzepts für die Selbstwahrnehmung ein und beleuchtet die Problemstellung, die sich aus der Diskrepanz zwischen idealisierten Körperbildern und der Realität ergibt, besonders im Kontext chronischer Erkrankungen.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Grundlagen zu Lipödem, Selbstkonzept und Körperkonzept detailliert erläutert, inklusive Epidemiologie, Symptomatik, Diagnostik und den psychischen Auswirkungen des Lipödems sowie verschiedener Selbstkonzeptmodelle.
3 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der Online-Studie, die verwendeten Erhebungsinstrumente (FKB-20, FKKS), die Stichprobengröße, den Studienablauf von Pretest bis zur Hauptstudie sowie die statistischen Methoden der Datenanalyse.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Itemanalyse, deskriptiven und inferenzstatistischen Analysen werden vorgestellt, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen, beispielsweise bezüglich Unterschieden im Körperkonzept zwischen verschiedenen Lipödem-Gruppen.
5 Diskussion: In diesem letzten Kapitel werden die Studienergebnisse interpretiert, Limitationen der Untersuchung aufgezeigt, Forschungsimplikationen diskutiert und ein abschließendes Fazit der gesamten Arbeit gezogen.
Lipödem, Körperkonzept, Körperbild, Selbstkonzept, FKB-20, FKKS, psychische Auswirkungen, Frauen, Prävention, Gesundheitspsychologie, Lebensqualität, Sozialisation, Forschungsdesign, quantitative Studie, Körpererfahrung.
Diese Masterarbeit untersucht die Einflüsse einer Lipödemerkrankung auf das Körperbild und Körperkonzept von Frauen, indem sie Unterschiede in der Bewertung des Körperkonzepts zwischen betroffenen und gesunden Frauen sowie den Einfluss von Krankheitsstadium und -typ analysiert.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Epidemiologie des Lipödems, das Konzept des Selbstkonzepts und des Körperkonzepts, sowie die psychologischen Auswirkungen chronischer körperlicher Erkrankungen, insbesondere des Lipödems, auf die betroffenen Frauen.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob Frauen mit und ohne Lipödem-Erkrankung signifikante Unterschiede in der Bewertung ihres Körperkonzepts aufweisen und ob das Stadium oder der Typ der Lipödem-Erkrankung einen Einfluss darauf hat.
Es wurde eine quantitative Online-Studie mit einer Fragebogenbatterie durchgeführt, die spezifische Skalen zum Körperbild (FKB-20) und Körperkonzept (FKKS) umfasste, gefolgt von deskriptiven und inferenzstatistischen Analysen der Daten.
Der Hauptteil der Arbeit behandelt ausführlich die theoretischen Hintergründe zu Lipödem, Selbst- und Körperkonzept, die angewandte Methodik der Studie, die detaillierten Ergebnisse der statistischen Analysen und eine umfassende Diskussion dieser Ergebnisse, inklusive Limitationen und Forschungsimplikationen.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Lipödem, Körperkonzept, Körperbild, Selbstkonzept, psychische Auswirkungen, FKB-20, FKKS und Prävention.
Zur Erfassung des Körperbildes und Körperkonzepts wurden der Fragebogen zum Körperbild (FKB-20) und die Frankfurter Körperkonzeptskalen (FKKS) verwendet.
An der Online-Studie nahmen insgesamt 225 Probandinnen teil, davon 103 Lipödempatientinnen und 125 gesunde Frauen.
Das Selbstkonzeptmodell nach Shavelson dient als theoretischer Rahmen, um die hierarchische und mehrdimensionale Struktur des Selbstkonzepts zu erklären, insbesondere in Bezug auf die körperlichen Aspekte, und bildet die Grundlage für die Einordnung des Körperkonzepts.
Die Diskussion legt dar, dass Frauen mit Lipödem signifikant negativere Bewertungen ihres Körperkonzepts aufweisen als gesunde Frauen und dass das Krankheitsstadium und der Typ des Lipödems einen Einfluss auf diese Bewertung haben, was auf die Notwendigkeit psychologischer Unterstützung hinweist.
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