Bachelorarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Grundlagen operationeller Risiken
2.1 Definition des operationellen Risikos
2.1.1 Abgrenzung zu anderen Risikoarten
2.1.1.1 Reputationsrisiko und strategisches Risiko
2.1.1.2 Marktpreisrisiko
2.1.1.3 Adressrisiko
2.1.1.4 Liquiditätsrisiko
2.2 Kategorisierungen operationeller Risiken
2.3 Ursachen operationeller Risiken
2.4 Management operationeller Risiken
2.5 Dimensionen operationeller Risiken
2.6 Aufsichtsrechtliche Anforderungen
2.6.1 Basler Eigenkapitalverordnung
2.6.1.1 Erste Säule – Mindestanforderungen
2.6.1.2 Zweite Säule – Bankaufsichtliches Überprüfungsverfahren
2.6.1.3 Dritte Säule – Offenlegungspflicht
2.6.2 Sound Practices
2.6.3 Capital Requirements Directive
2.7 Nationale, gesetzliche und aufsichtsrechtliche Regelungen
2.8 Mindestanforderungen an das Risikomanagement
3 Ermittlung des Eigenkapitalbedarfs für operationelle Risiken
3.1 Der Basisindikatoransatz
3.2 Der Standardansatz
3.3 Der fortgeschrittene Ansatz
3.4 Würdigungen der Ansätze zur Quantifizierung operationeller Risiken
4 Integration externer Schadensdaten
4.1 Loss – Distribution Approach
4.1.1 Modell Verlusthäufigkeit
4.1.2 Modell Verlusthöhe
4.1.3 Zusammenfassung der Verlusthäufigkeits- und Verlusthöhenverteilung
4.2 Inputdaten
4.2.1 Verluste mit hoher Schadenshäufigkeit und geringer Schadenshöhe
4.2.2 Verluste mit niedriger Schadenshäufigkeit und großer Schadenshöhe
4.3 Datenquellen
4.3.1 Datenkonsortien
4.3.2 Öffentliche Datenquellen
4.4 Relevanz externer Daten
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration externer Schadensdaten in die aufsichtsrechtliche Erfassung operationeller Risiken. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Banken ihre interne Datenbasis für die Quantifizierung operationeller Risiken verbessern können, um eine risikoadäquate Eigenkapitalunterlegung gemäß den Anforderungen von Basel II und der Solvabilitätsverordnung zu gewährleisten.
4.2.1 Verluste mit hoher Schadenshäufigkeit und geringer Schadenshöhe
Eine Sparkasse sammelt seit 2006 Schadensereignisse, die aus operationellen Risiken entstanden sind. Strukturiert man diese ca. vierjährige Datenhistorie in einer Matrix nach regulatorischen Geschäftsfeldern gem. § 275 SolvV Tab. 29 und Verlustereigniskategorien gem. § 287 Abs. 3 SolvV Tab. 30, wird das Grundproblem intern gesammelter Daten deutlich.
Die Abbildung zeigt nicht nur, dass sich die Daten größtenteils auf den Bereich Retail Banking konzentrieren sondern auch, dass die Sparkasse viele Risikobereiche nicht mit eigenen Daten füllen kann. Das bedeutet, in den meisten Kategorien stehen überhaupt keine Schadenereignisse zur Quantifizierung operationeller Risiken zur Verfügung. Würden einzig diese Daten im LDA modelliert, entstünde eine Unterbewertung des operationellen Risikos dieser Bank. Aus diesem Grund ist die Anreicherung mit externen Verlusten nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen geboten sondern auch regulatorisch in der Solvabilitätsverordnung explizit gefordert.
Bestätigt wird dieses Problem durch die Ergebnisse der bereits 2002 durchgeführten Loss Data Collection Exercise operational Rsik (LDCE). Diese Studie des BCBS, an der sich ca. 90 internationale Kreditinstitute beteiligt haben, zeigt, dass selbst ohne Differenzierung nach der Verlusthöhe starke Unterschiede in der Verlustzahl der verschiedenen Risikokategorien und den Geschäftsfeldern vorliegen.
Die beiden Beispiele machen deutlich, dass die interne Datenhistorie zwar im Hinblick auf die Sammlungsdauer ausreichend sein kann, jedoch in Bezug auf die Schadenshäufigkeit und -höhe pro Kategorie nicht den Anforderungen an eine risikoadäquate Bemessung entsprechen. Das heißt, durch ausschließliche Nutzung interner Daten bei der Modellierung entsteht eine "linksschiefe" Verteilungsfunktion. Damit kann nur ein relativ geringes vorzuhaltendes Risikokapital ermittelt werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung operationeller Risiken für Banken dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Integration externer Daten in deren Erfassung zu analysieren.
2 Grundlagen operationeller Risiken: Hier werden Definitionen, Kategorisierungen und Ursachen von operationellen Risiken sowie die relevanten aufsichtsrechtlichen Anforderungen erläutert.
3 Ermittlung des Eigenkapitalbedarfs für operationelle Risiken: Dieses Kapitel stellt die drei regulatorischen Ansätze zur Bestimmung des Eigenkapitalbedarfs (BIA, Standardansatz, fortgeschrittener Ansatz) vor und würdigt diese.
4 Integration externer Schadensdaten: Der Hauptteil analysiert den LDA-Ansatz, die Notwendigkeit von Inputdaten sowie Methoden zur Integration und Relevanzbewertung externer Datenquellen.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Verwendung externer Daten für eine risikoadäquate Kapitalunterlegung im fortgeschrittenen Ansatz unabdingbar ist, jedoch hohen Implementierungsaufwand erfordert.
Operationelle Risiken, Basel II, Solvabilitätsverordnung, Eigenkapitalunterlegung, Loss-Distribution-Approach, Risikomanagement, Schadensdaten, Datenkonsortien, Risikokapital, Value at Risk, Schadenshäufigkeit, Schadenshöhe, Risikokategorien, Risikoidentifikation, MaRisk
Die Arbeit untersucht, wie Banken das operationelle Risiko quantifizieren und steuern können, insbesondere durch die Integration externer Schadensdaten in ihre internen Berechnungsmodelle.
Die zentralen Themen umfassen die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen (Basel II/SolvV), die Methoden zur Ermittlung des Eigenkapitalbedarfs sowie die Qualität und Herkunft von Verlustdaten.
Ziel ist es zu belegen, warum eine reine Nutzung interner Schadensdaten zur Risikoberechnung oft nicht ausreicht und wie externe Daten zur Erhöhung der Risikoadäquanz beitragen können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die theoretische Herleitung mathematisch-stochastischer Ansätze wie den Loss-Distribution-Approach (LDA) zur Risikokapitalmodellierung.
Der Hauptteil analysiert die drei regulatorischen Messansätze, die Modellierung von Verlusthäufigkeiten und -höhen sowie die Integration und Skalierung externer Daten aus Konsortien und öffentlichen Quellen.
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie operationelle Risiken, Eigenkapitalunterlegung, Solvabilitätsverordnung und Loss-Distribution-Approach definiert.
Interne Daten führen aufgrund seltener, aber existenzbedrohender Schadensereignisse (High Severity) zu "linksschiefen" Verteilungen, die eine Unterbewertung des tatsächlichen Risikos verursachen.
Es handelt sich um einen Datenpool des Bundesverbands öffentlicher Banken, der anonymisierte Schadensdaten seiner Mitglieder bündelt, um die Datenbasis für die Quantifizierung operationeller Risiken zu verbreitern.
Da jedes Bankunternehmen spezifische Größen und Risikoprofile hat, müssen externe Daten mittels statistischer Verfahren (z.B. Regressionsanalyse) an die Verhältnisse des eigenen Hauses angepasst werden.
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