Bachelorarbeit, 2011
25 Seiten, Note: Sehr gut
1.1. Kapitalbesteuerung innerhalb der EU
1.2. Warum ist Steuerpolitik kein Integrationsmusterschüler?
2.1. Steuerpolitik als Institutionen-ökonomisches Problem
2.2. Heterogenität unter Akteuren
2.3. Einordnung des Problems
2.4. Koordination oder Dilemma
2.4.1. Race to the bottom
2.4.2. Einnahmen-orientierte Staaten
2.4.3. Kapitalstock-orientierte Staaten
2.4.4. Heterogenität der Präferenzen bzgl. Einnahmen und Kapitalstock
2.4.5. Länder mit unterschiedlich großen Kapitalstöcken
2.5. Race to the bottom- Ein Gegenbeispiel
2.5.1. Beschreibung
2.5.2. Die Analyse
2.5.3. Was kann die EU daraus lernen?
2.6. Modell zur Erklärung der Positionen der Mitgliedsstaaten
2.6.1. Beschreibung des Holzinger Ansatzes
2.6.2. Anwendung des Holzinger Ansatzes auf die neuen Mitgliedsländer
2.6.3. Allgemeines zum Ansatz und möglicher Erweiterungen
3.1. Conclusio
3.2. Ausblick
Die Arbeit analysiert die Schwierigkeiten bei der Harmonisierung der Kapitalbesteuerung innerhalb der Europäischen Union. Ziel ist es, die Gründe für die stockenden Integrationsfortschritte zu identifizieren, wobei insbesondere die heterogenen Interessen der Mitgliedsstaaten, die Angst vor Kapitalflucht und die unterschiedliche Bedeutung des Bankensektors als hinderliche Faktoren untersucht werden.
2.4.1. Race to the bottom
Die Annahme, dass Kapital vollkommen mobil ist, und es daher keine Ausschließbarkeit gibt, führt zu einem Common Ressource Problem mit der Ressource zu besteuerendes Kapital. Der Steuersatz bestimmt die Abbaurate der Ressource und falls es nur einen Nutzer geben würde, könnte eine optimale Abbaurate (Steuersatz) festgelegt werden. Da es sich aber um mehrere Nutzer handelt und die Ressource mobil ist, kann es am besten mit einem Fischerei-Problem verglichen werden. Die Fische (Kapital) sind steuerscheu und die Fischer(Staaten) angeln mit niedrigen Steuersätzen. Die Länder würden sich also immer wieder unterbieten da das perfekt mobile Kapital immer dorthin fließt wo die Besteuerung am niedrigsten ist. Es handelt sich also um ein weakest link common good und nur durch Koordination kann die Abwärtsspirale verhindert werden.
1.1. Kapitalbesteuerung innerhalb der EU: Einleitung zur Problematik des Kapitalverkehrs und der historischen Entwicklung der Steuerharmonisierungsbemühungen in der EU.
1.2. Warum ist Steuerpolitik kein Integrationsmusterschüler?: Erläuterung der nationalen Eigeninteressen und Ängste, die eine Einigung auf EU-Ebene blockieren.
2.1. Steuerpolitik als Institutionen-ökonomisches Problem: Einführung in die spieltheoretische Betrachtungsweise, wobei Steuerkoordination als "Common Good" definiert wird.
2.2. Heterogenität unter Akteuren: Untersuchung, wie die unterschiedlichen Fähigkeiten und Präferenzen von Staaten die Kooperationsbereitschaft beeinflussen.
2.3. Einordnung des Problems: Charakterisierung der Steuerharmonisierung als "Weakest Link"-Problem in einem asymmetrischen Gefangenendilemma.
2.4. Koordination oder Dilemma: Detaillierte Analyse verschiedener Matrixspiele, die das Verhalten einnahmen- bzw. kapitalstockorientierter Staaten beschreiben.
2.5. Race to the bottom- Ein Gegenbeispiel: Historische Fallstudie des deutschen Reiches zwischen 1866 und 1914, die aufzeigt, dass Steuerwettbewerb nicht zwangsläufig zu sinkenden Steuersätzen führt.
2.6. Modell zur Erklärung der Positionen der Mitgliedsstaaten: Anwendung von Kenngrößen wie Landgröße und Bankensektor-Bedeutung, um die Haltung einzelner EU-Staaten zur Steuerharmonisierung vorherzusagen.
3.1. Conclusio: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass trotz Einigkeit über die Sinnhaftigkeit, die nationalen Interessen eine einheitliche Lösung erschweren.
3.2. Ausblick: Diskussion des "Code of Conduct" als Methode, um schädlichen Steuerwettbewerb durch "Soft Law" einzudämmen.
Steuerpolitik, EU-Integration, Kapitalbesteuerung, Steuerharmonisierung, Steuerwettbewerb, Institutionenökonomik, Gefangenendilemma, Kapitalflucht, Finanzsektor, Race to the bottom, Harmonisierung, Koordination, Mitgliedsstaaten, Steuerhoheit, Common Good
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Koordination und Harmonisierung der Kapitalbesteuerung innerhalb der Europäischen Union unter institutionenökonomischen Gesichtspunkten.
Die zentralen Themen sind Steuerwettbewerb, die Rolle der Kapitalmobilität, nationale Eigeninteressen der Mitgliedsstaaten und der Einfluss der Wirtschaftsstruktur auf steuerpolitische Entscheidungen.
Ziel ist es zu ergründen, warum im Bereich der Steuerpolitik ein gemeinsamer Konsens in der EU so schwierig zu erreichen ist und ob Entwicklungen in der EU eher zur Beschleunigung oder Blockade führen.
Die Arbeit nutzt institutionenökonomische Ansätze, insbesondere die Spieltheorie (Gefangenendilemma, Matrixspiele), sowie einen historischen Fallvergleich und empirische Datenanalysen zu EU-Mitgliedsländern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Heterogenität, Dilemma-Situationen), eine historische Fallstudie zu Deutschland vor 1914 und die Anwendung eines Modells zur Erklärung der Positionen der EU-Mitgliedsstaaten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kapitalbesteuerung, Steuerharmonisierung, Gefangenendilemma, Race to the bottom, Steuerwettbewerb und der Code of Conduct.
Länder mit einem bedeutenden Bankensektor neigen laut dem verwendeten Modell eher dazu, sich gegen eine Steuerharmonisierung auszusprechen, da sie Wettbewerbsvorteile durch Steuersenkungen und attraktive Rahmenbedingungen für Kapital anstreben.
Das Beispiel dient als Gegenbeispiel zur Theorie des "Race to the bottom", um zu zeigen, dass Steuerwettbewerb unter bestimmten Bedingungen (wie zentralen Forderungen der Zentralregierung) nicht zwingend zu sinkenden Steuersätzen führen muss.
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