Bachelorarbeit, 2020
40 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit hat zum Ziel, die Behandlung kirchenpolitischer Angelegenheiten im Parliament of Scotland und seinen Vorläufern im Zeitraum von 1235 bis 1560 darzulegen. Dabei wird insbesondere auf den Wandel in der Anwendung von Kirchenpolitik eingegangen, der mit einem Bedeutungswandel der Kirche und des Parlaments im schottischen Königreich einherging, sowie untersucht, inwiefern die Kirchenpolitik der Macht des Parlaments zugutekam.
III.2. Kontrolle geistlicher Angelegenheiten durch James I. nach 1424
Seine Kindheit verbrachte James I. ab dem Jahr 1406 in englischer Gefangenschaft. Als er 1424 durch die Zahlung eines Lösegeldes freigekauft wurde, konnte er im Austausch durch eine Gruppe schottischer Adliger in sein Königreich zurückkehren. Einige der schottischen Adligen hätten ihm den Thron streitig machen können, weshalb ihre Abwesenheit die Machtposition des Königs nur gestärkt hat. James I. habe deutliche Vorstellungen für seine Regierung nach der Rückkehr gehabt, behauptet Mitchison und deutet weiter an, dass diese Vorstellungen möglicherweise zu deutlich gewesen seien. So ist er der Kirche in einer direkten Konfrontation begegnet. Neben einer Neuregelung und Verschriftlichung alltäglicher Angelegenheiten wie der Währung und Maße, griff James I. auch in geistliche Regelungen ein. Die Institution des Parlamentes spielte dabei eine wesentliche Rolle: „James's main weapon in his renewal of government was Parliament. He had seen the uses of the English Parliament to the Lancastrian kings, and was prepared to copy”.
Demnach wandelte James I. zunächst die Funktion des Parlamentes von einem Gericht in eine gesetzgebende Institution um. Zuerst geht die neue Gesetzgebung von 1424 auf Privilegien und Freiheiten der Kirche ein, die weiterhin Bestand haben sollen. Des Weiteren verbot James I. Angehörigen des Klerus, ohne königliche Erlaubnis Übersee zu reisen: „Item, it is decreed and ordained that no cleric travel, nor send a procurator on his behalf, overseas without having asked and obtained special leave of our sovereign lord, the king”. Demzufolge konnte James I. geistliche Reisen nachvollziehen und kontrollieren. Auch das nächste kirchenpolitische Gesetz von 1424 dient der Kontrolle des Klerus in einem finanziellen Bezug und der Machtstabilisierung oder Machterweiterung des Königs.
„Item, it is decreed and ordained through the whole parliament, and the king forbids, that no cleric of his realm in time to come purchases any pension out of any benefice, secular or religious, under all pain that he may forfeit against the king's majesty, or raise any pension granted in the past in any manner under the foresaid pain”. Im Speziellen verbot dieses Gesetz folglich Abgaben in Form von Unterhaltszahlung an Mitglieder des Klerus. Auch hierbei lenkte James I. finanzielle Mittel und die damit verbundene Macht von der Kirche zur Krone. Die Maßnahmen des Königs fasst Mitchsion demgemäß so zusammen: „This involved cleaning up the royal finances, establishing courts and judges, and insisting on his authority being obeyed”. Diese Bestrebungen zeigen sich auch vier Jahre später. Hier wird ein weiteres Verbot formuliert, das sich an Geistliche richtet. Dieses steht in Zusammenhang mit dem käuflichen Erwerb geistlicher Ämter und verbietet Ebendiesen.
„Item, it is ordained that no cleric, religious or secular, pass out of the realm unless he comes to his ordinary first, [or then] to the chancellor of the realm and show him good and honest cause for his passage, and make faith to him that he will do no barratry, and have his letters of licence and witnessing. [...] Also the king forbids that any of his lieges send expenses to any barrator that is now outwith the realm, nor give them help nor favour in whatever degree that pertains to them until they come home to the realm.”
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kirchenpolitik im schottischen Parlament zwischen 1235 und 1560 ein und skizziert die Forschungsfrage nach dem Wandel der Kirchenpolitik und ihrem Einfluss auf die Macht des Parlaments.
II. Bedeutung Parliament of Scotland: Hier wird die Entwicklung des schottischen Parlaments von einem frühen "Colloquium" zu einer tragenden Institution der schottischen Identität und Souveränität dargestellt, wobei seine Funktionen als Gericht und Gesetzgeber sowie seine Rolle in Zeiten königlicher Minderjährigkeit beleuchtet werden.
III. Kirchenpolitik und Innenpolitik: Dieser Hauptteil analysiert die innenpolitische Dimension der Kirchenpolitik, beginnend mit dem Kirkliston Colloquium von 1235, den Maßnahmen Jakobs I. zur Kontrolle geistlicher Angelegenheiten und der "Confession of Faith 1560" mit ihren gesellschaftlichen Folgen.
III.1. Kirkliston Colloquium 1235-1236: Beschreibt die erste nachvollziehbare Versammlung, die die frühe Verflechtung von Kirche und Parlament anhand eines Streits um Ländereien des Melrose Abbey illustriert, wobei das Parlament als säkulare Schlichtungsstelle fungierte.
III.2. Kontrolle geistlicher Angelegenheiten durch James I. nach 1424: Erläutert, wie König James I. nach seiner Gefangenschaft das Parlament nutzte, um die Geistlichkeit finanziell und in ihren Reisen zu kontrollieren und die königliche Macht durch Gesetzgebung zu stärken.
III.3. Confession of Faith 1560: Thematisiert die Einführung des protestantischen Glaubensbekenntnisses durch das Parlament gegen den Willen der Königin, was die religiöse Dimension der Kirchenpolitik und die gestärkte Macht des Parlaments unterstreicht.
III.3.1 Parliament of Scotland und Mary I.: Untersucht die weitreichenden Entscheidungen des Parlaments von 1560, das unabhängig und gegen den Willen der abwesenden Königin Mary I. handelte, was den Machtzuwachs der Institution verdeutlicht.
III.3.2 Gesellschaftliche Folgen: Analysiert die Auswirkungen der Reformation auf Adel, Klerus und das gemeine Volk, die zu einer beginnenden Trennung von geistlichen und weltlichen Angelegenheiten sowie einer Steigerung des politischen Interesses führten.
IV. Kirchenpolitik und Außenpolitik: Dieser Hauptteil beleuchtet die außenpolitische Dimension der Kirchenpolitik, am Beispiel der "Declaration of Arbroath 1320" und der Reformation von 1560 in Bezug auf die Beziehungen zu Frankreich, Rom und England.
IV.1. Declaration of Arbroath 1320: Erörtert, wie schottische Magnaten den Papst anriefen, um die Legitimität König Roberts I. und die Unabhängigkeit Schottlands von England zu bestätigen, und so Kirchenpolitik als Machtinstrument im außenpolitischen Kontext nutzten.
IV.2. Reformation 1560: Untersucht die weitreichenden außenpolitischen Folgen der Reformation, insbesondere die Neuausrichtung der Beziehungen Schottlands zu Frankreich, Rom und England.
IV.2.1 Trennung von Frankreich und Rom: Zeigt auf, wie die Reformation zum Bruch der "Auld Alliance" mit Frankreich und zur Abkehr vom Papsttum führte, motiviert durch den Wunsch nach schottischer Souveränität und die Eindämmung französischen Einflusses.
IV.2.2 Bedeutung Englands: Erläutert den Einfluss Englands auf die Protestantisierung Schottlands und die Annäherung beider Reiche, die den Grundstein für eine veränderte Beziehung und letztlich die Union legte.
V. Fazit: Fasst zusammen, dass die Kirchenpolitik maßgeblich zum Machtzuwachs des schottischen Parlaments zwischen 1235 und 1560 beitrug, während die weltliche Bedeutung der Kirche sank und das Parlament zu einem zentralen Akteur der schottischen Souveränität avancierte.
VI. Quellen- und Literaturverzeichnis: Listet die für die Arbeit verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur auf.
Kirchenpolitik, Parliament of Scotland, Mittelalter, Reformation, Schottland, 1235-1560, James I., Mary I., Confession of Faith, Declaration of Arbroath, Innenpolitik, Außenpolitik, England, Frankreich, Papsttum, Souveränität.
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Kirchenpolitik im schottischen Parlament und dessen Vorläufern von 1235 bis 1560, analysiert den Wandel in der Anwendung dieser Politik und ihren Einfluss auf die Macht des Parlaments im Kontext der schottischen Geschichte.
Die zentralen Themenfelder sind die Verflechtung von Kirche und Politik in Schottland, die Evolution des schottischen Parlaments, die Analyse von innen- und außenpolitischer Kirchenpolitik, sowie die Untersuchung der Machtentwicklung des Parlaments durch kirchenpolitische Maßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, darzulegen, wie kirchenpolitische Angelegenheiten im schottischen Parlament behandelt wurden, den Wandel in der Kirchenpolitik im Kontext des Bedeutungswandels von Kirche und Parlament aufzuzeigen und zu untersuchen, wie die Kirchenpolitik der Macht des Parlaments zugutekam.
Die Arbeit basiert auf der Analyse von Forschungsergebnissen führender Historiker und nutzt primär übersetzte Aufzeichnungen des Parlaments von Schottland (1235-1560) als Quellen, mit einem Fokus auf die Unterscheidung zwischen innen- und außenpolitischer Kirchenpolitik.
Der Hauptteil behandelt die Bedeutung des Parlaments von Schottland, die innenpolitische Kirchenpolitik (z.B. Kirkliston Colloquium, Kontrolle durch James I., Confession of Faith 1560 und ihre Folgen) und die außenpolitische Kirchenpolitik (z.B. Declaration of Arbroath 1320, Reformation 1560 und ihre Auswirkungen auf Frankreich, Rom und England).
Schlüsselwörter, die die Arbeit charakterisieren, sind Kirchenpolitik, Parliament of Scotland, Mittelalter, Reformation, Schottland, James I., Mary I., Confession of Faith, Declaration of Arbroath, Innenpolitik, Außenpolitik, England, Frankreich, Papsttum und Souveränität.
Das Kirkliston Colloquium von 1235 zeigte, dass die Kirche bereits früh als mächtiger Landbesitzer und nicht nur als religiöse Institution in politische Konflikte involviert war. Das Parlament agierte dabei als unparteiischer Vermittler, was seine anfängliche Funktion als Gericht und die enge Verflechtung von geistlichen und weltlichen Angelegenheiten verdeutlichte.
James I. nutzte das Parlament nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft als zentrales Instrument, um es von einem Gericht zu einer gesetzgebenden Institution umzugestalten. Er erließ Gesetze, die die finanzielle Unabhängigkeit des Klerus einschränkten und deren Reisen kontrollierten, um so die königliche Macht auf Kosten der kirchlichen Macht zu stärken.
Die "Confession of Faith 1560" führte zur Etablierung des Protestantismus als offizieller Religion, was weitreichende gesellschaftliche Folgen hatte. Sie förderte ein politisches Selbstbewusstsein unter dem Adel, leitete eine Trennung von weltlichen und geistlichen Angelegenheiten ein und trug indirekt zur Alphabetisierung und dem politischen Interesse des Volkes bei.
Die Reformation führte zum Bruch der jahrhundertealten "Auld Alliance" mit dem katholischen Frankreich und Rom, da die schottische Souveränität durch französischen Einfluss bedroht schien. Gleichzeitig förderte die Protestantisierung eine Annäherung an das protestantische England und legte den Grundstein für eine veränderte, engere Beziehung zwischen den beiden Reichen.
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