Diplomarbeit, 2006
116 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Schattenwirtschaft
2.1 Definition des Begriffs Schattenwirtschaft
2.2 Individuelle Vorteile der Schattenwirtschaft
2.2.1 Die Last staatlicher Regulierungen
2.2.2 Schattenwirtschaft als Flucht vor der Steuerbelastung
2.2.3 Die Opportunitätskosten: gute staatliche Qualität
2.3 Auswirkungen der Schattenwirtschaft
3. Korruption
3.1 Definition von Korruption
3.2 Ursachen der Korruption
3.2.1 Machterweiterung ermöglicht Korruption
3.2.2 Steuerbelastung und Korruption
3.2.3 Ein Mittel gegen Korruption: gute Institutionen
3.3 Auswirkungen der Korruption
4. Schattenwirtschaft und Korruption
4.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Analyse
4.2 Zusammenhänge von Korruption und Schattenwirtschaft
4.2.1 Komplementärer Zusammenhang
4.2.2 Substitutiver Zusammenhang
4.2.3 Kontextspezifisch
4.3 Zusammenfassung
5. Daten und Modelle
5.1 Abhängige Variablen
5.1.1 Schattenwirtschaft
5.1.2 Korruption
5.2 Unabhängige Variablen
5.2.1 Qualität staatlicher Institutionen
5.2.2 Regulierungshöhe
5.2.3 Steuer- und Abgabenbelastung
5.2.4 Wohlstandsniveau
5.3 Die Untersuchungsfälle: 74 Länder
5.4 Statistische Modelle
5.5 Endogenitätsproblem
5.5.1 Instrumentenvariablen
5.5.2 Granger-Kausalität
6. Ergebnisse und Auswertungen
6.1 Die Ursachen der Schattenwirtschaft
6.1.1 Anreize durch die Qualität staatlicher Institutionen
6.1.2 Belastung durch die Regulierungen auf dem Markt
6.1.3 Steuerbelastung und Schattenwirtschaft
6.2 Ursachen von Korruption
6.2.1 Qualität staatlicher Institutionen und Korruption
6.2.2 Anreize zur Korruption durch hohe Regulierungen in der Wirtschaft
6.2.3 Steuersätze als Anreiz zum Machtmissbrauch
6.3 Zusammenfassung: gemeinsame Ursachen
6.4 Beziehung zwischen Korruption und Schattenwirtschaft
6.4.1 Erstes Urteil
6.4.2 Multivariate Regressionen
6.4.2.1 Nicht nur komplementäre Zusammenhänge in armen Ländern
6.4.2.2 Reiche Länder oder ganz reiche Länder?
6.4.3 Granger-Kausalität-Test
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das parallele Auftreten von Schattenwirtschaft und Korruption und geht der Forschungsfrage nach, ob ein direkter Zusammenhang zwischen diesen beiden Phänomenen besteht oder ob sie lediglich gemeinsame Auswirkungen mangelhafter politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sind. Ziel ist es, die Ursachen beider Delikte international vergleichend zu analysieren und Hypothesen über ihre komplementären oder substitutiven Wechselwirkungen zu überprüfen.
2.2 Individuelle Vorteile der Schattenwirtschaft
Um die Ursachen für die Entscheidung zum Eintritt in die Schattenwirtschaft zu analysieren, bietet sich die Theorie der rationalen Wahl (engl. rational choice theory) an. Dieser Ansatz beruht darauf, dass individuellen Entscheidungen eine Kosten-Nutzen-Analyse vorangeht. Die Entscheidung für eine kriminelle Handlung ist nach Becker (1968) weiterhin von der Entdeckungswahrscheinlichkeit abhängig. Im Verlauf dieses Kapitels wird geklärt, um welche Kostenfaktoren es sich dabei handeln kann und welche Nutzenerwägungen eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen die offizielle Wirtschaft spielen. Es handelt sich hierbei nur um eine Auswahl der Ursachen, die später in dieser Arbeit insbesondere nur noch als Kontrollvariablen verwendet werden.
In der Realität sind verschiedene Akteure in der Schattenwirtschaft aktiv. Dazu gehören private Haushalte bzw. Erwerbspersonen, private Organisationen und Unternehmer. Döhrn (1990, S. 32) weist darauf hin, dass sich verschiedene Wirkungen der Schattenwirtschaft ergeben, je nachdem, welche Akteure dort auftreten. In dieser Arbeit wird zur Vereinfachung hauptsächlich von einem Unternehmer gesprochen, auch wenn es sich oft nur um einen einzelnen Arbeiter handelt, der schwarz in einem Betrieb angestellt ist.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Korruption und Schattenwirtschaft oft parallel auftreten und untersucht, ob sie zwei unabhängige Phänomene sind oder sich gegenseitig beeinflussen.
2. Schattenwirtschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schattenwirtschaft, analysiert individuelle Vorteile wie die Flucht vor Steuern und Regulierungen sowie die Opportunitätskosten bei mangelnder staatlicher Qualität.
3. Korruption: Hier wird Korruption definiert, Ursachen wie Machterweiterung von Bürokraten untersucht und die Rolle guter Institutionen als präventives Mittel gegen Korruption hervorgehoben.
4. Schattenwirtschaft und Korruption: Das Kapitel vergleicht beide Phänomene, analysiert die theoretischen komplementären und substitutiven Zusammenhänge und leitet die zu prüfenden Hypothesen ab.
5. Daten und Modelle: Dieser Abschnitt erläutert die Datengrundlage (u.a. CPI, Schattenwirtschaftsdaten), die 74 untersuchten Länder sowie die angewandten statistischen Regressionsmodelle und den Granger-Kausalitäts-Test.
6. Ergebnisse und Auswertungen: Hier werden die empirischen Resultate zur Schattenwirtschaft und Korruption getrennt und in ihrem Zusammenhang präsentiert, wobei die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern im Fokus stehen.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei festgehalten wird, dass kein eindeutiger Kausalzusammenhang zwischen Korruption und Schattenwirtschaft existiert, sondern beide primär durch das allgemeine Wohlstandsniveau und staatliche Qualität beeinflusst werden.
Schattenwirtschaft, Korruption, rationale Wahl, Staatsqualität, Marktregulierung, Steuerbelastung, Institutionenökonomik, Wirtschaftskriminalität, Wohlstandsniveau, komplementärer Zusammenhang, substitutiver Zusammenhang, empirische Analyse, Regressionsanalyse, Korruptionsindex, Entwicklungsländer.
Die Diplomarbeit untersucht die Beziehung zwischen Schattenwirtschaft und Korruption. Es wird analysiert, ob diese Phänomene sich gegenseitig bedingen oder ob sie lediglich gemeinsame Ursachen in schlechten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen haben.
Die Arbeit beleuchtet die Definitionen, Ursachen und Auswirkungen von Korruption und Schattenwirtschaft. Zentral sind dabei Konzepte wie die Theorie der rationalen Wahl, staatliche Institutionenqualität, Steuerbelastung und Marktregulierungen.
Das Ziel ist die international vergleichende Untersuchung, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Korruption und Schattenwirtschaft besteht und wie sich dieser in armen und reichen Ländern unterscheidet.
Die Autorin nutzt eine quantitative, international vergleichende Untersuchung auf Basis von 74 Ländern. Dabei werden Regressionsanalysen sowie Korrelationsrechnungen und Granger-Kausalitätstests angewendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Ursachen und Zusammenhänge, eine detaillierte Beschreibung der verwendeten Daten und Modelle sowie eine umfassende empirische Auswertung der Ergebnisse für verschiedene Ländergruppen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schattenwirtschaft, Korruption, Staatsqualität, Marktregulierung, Wirtschaftskriminalität und die Unterscheidung zwischen komplementären und substitutiven Zusammenhängen.
Die theoretische Literatur legt nahe, dass die Wirkungsmechanismen zwischen den beiden Delikten stark vom Entwicklungsstand abhängen. Die statistische Analyse zeigt, dass in armen Ländern andere Effekte dominieren als in reichen Industriestaaten.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass kein eindeutiger, direkter Kausalzusammenhang besteht. Das parallele Auftreten ist primär auf das Wohlstandsniveau und die Qualität staatlicher Institutionen zurückzuführen, wobei die Wechselwirkungen kontextspezifisch sind.
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