Bachelorarbeit, 2008
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Sachanalyse des Themas
2.1 Diakonie und Innere Mission – Begriffsklärung und biblischer Hintergrund
2.2 Johann Hinrich Wichern
2.2.1 Zeitgeschichtliche Einordnung
2.2.2 Das Leben J.H. Wicherns
2.2.3 Wichern und das Rauhe Haus
2.2.4 Die Rede Wicherns zur Inneren Mission auf dem Wittenberger Kirchentag
2.3 Weitere einflussreiche Personen der Diakonie
2.3.1 Theodor Fliedner
2.3.2 Friedrich von Bodelschwingh
2.4 Diakonie in der NS-Zeit
2.5 Diakonie Heute – In Münster
3. Didaktische Analyse des Themas
4. Methodische Analyse des Themas
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das kirchengeschichtliche Thema "Johann Hinrich Wichern und die Anfänge der Diakonie" für den evangelischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I aufzubereiten, um Schülern christliche Werte des sozialen Handelns und Vorbilder der Nächstenliebe näherzubringen.
2.2.3 Wichern und das Rauhe Haus
Die Thematik des Rauhen Hauses wurde im vorigen Kapitel bereits angerissen. Ziel dieses Kapitels ist es, noch detaillierter auf die Entstehung, die Entwicklung und die Arbeit des Rauhen Hauses einzugehen.
Wie schon beschrieben, wurde Wichern 1832 Oberlehrer an der Sonntagsschule in der Vorstadt St. Georg und kam dort mit der Not der Kinder in Kontakt. Viele der Kinder mussten arbeiten oder bestritten ihren Lebensunterhalt durch Diebstahl oder Prostitution. Über den Pastor Rautenberg, zu dessen Gemeinde die Sonntagsschule gehörte, kam Wichern auch in den von Rautenberg mitgegründeten Besuchsverein. Dadurch lernte er auch das Elend in den Quartieren und in den Familien der Kinder kennen. Wichern führte über diese Besuche akribisch Buch und war sehr berührt von den Schicksalen der Kinder. Die Mitglieder dieses Besuchsvereins erkannten bald, dass die Sonntagsschule nicht ausreichte, um das Elend der Kinder zu lindern. Sie waren der Überzeugung, dass es nicht gut für die Kinder sei, tagtäglich von den schlechten Einflüssen ihrer Umwelt umgeben zu sein. Unter den Mitgliedern entstand der Gedanke, ein Rettungshaus zu gründen. Solch ein Haus sollte den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, aus ihrer alltäglichen Umgebung heraus zu kommen.
Der Hamburger Besuchsverein hat das Rettungshaus nicht erfunden, sondern eine bestehende Idee übernommen. Rettungshäuser gab es nämlich zu der Zeit schon. Sie wurden von Personen der Erweckungsbewegung ins Leben gerufen. Adelberdt von der Recke-Volmerstein leistete diesbezüglich 1819 Pionierarbeit und war der Erste, der eine Anstalt für verwahrloste Kinder als Rettungshaus bezeichnete. Auch Christian Heinrich Zeller gründete 1820 in Beuggen bei Basel ein Rettungshaus. Zeller war ebenfalls ein Mann der Erweckungsbewegung. Bei ihm wurde noch deutlicher, auf welche Weise den Kindern geholfen werden sollte. Die Kinder sollten sowohl leiblich, als auch seelisch gerettet werden. Im Rettungshaus von Zeller wurden die Kinder als eine Familie verstanden, denen Zeller als Hausvater vorstand.
1. Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung, das Thema Wichern und Diakonie für den Religionsunterricht aufzubereiten und durch eine dreigeteilte Analyse nutzbar zu machen.
2. Sachanalyse des Themas: Fachliche Fundierung der Arbeit durch Begriffsdefinitionen, biografische Einblicke in Wichern, Fliedner und von Bodelschwingh sowie historische Analysen von der NS-Zeit bis zur heutigen diakonischen Arbeit in Münster.
3. Didaktische Analyse des Themas: Untersuchung der entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Schülern und Einordnung des Themas in aktuelle Lehrpläne sowie ein Vergleich von Schulbüchern.
4. Methodische Analyse des Themas: Planung der konkreten Umsetzung im Unterricht, inklusive einer detaillierten Stundenplanung für die Erarbeitung des biblischen Hintergrunds der Diakonie.
Johann Hinrich Wichern, Diakonie, Innere Mission, Rauhes Haus, Religionsunterricht, Nächstenliebe, soziale Frage, Theodor Fliedner, Friedrich von Bodelschwingh, Rettungshaus, Erweckungsbewegung, Diakonisches Werk, Heimerziehung, Unterrichtsplanung, Barmherziger Samariter.
Die Arbeit befasst sich mit der kirchengeschichtlichen Figur Johann Hinrich Wichern und der Entstehung der Diakonie, mit dem Ziel, diese Inhalte für den Religionsunterricht an Schulen der Sekundarstufe I aufzubereiten.
Neben der Klärung der Begriffe "Diakonie" und "Innere Mission" behandelt die Arbeit die Biografie Wicherns, weitere prägende Akteure wie Fliedner und Bodelschwingh sowie die historische Entwicklung bis zur heutigen Praxis.
Das Ziel ist es, das komplexe historische Thema der Anfänge der Diakonie so aufzubereiten, dass es Jugendliche motiviert, soziale Verantwortung zu übernehmen und christliche Wurzeln sozialen Handelns zu verstehen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historischer Sachanalyse, didaktischer Reduktion sowie der exemplarischen Planung von Unterrichtssequenzen, um den Gegenstand für die Schule fruchtbar zu machen.
Dieser Teil widmet sich der psychologischen Verfassung von Schülern der Klassen 8 und 9, dem Bezug zu offiziellen Lehrplänen, dem Vergleich bestehender Lehrmaterialien und der detaillierten Gestaltung konkreter Unterrichtsstunden.
Zentrale Begriffe sind Johann Hinrich Wichern, Diakonie, Innere Mission, Nächstenliebe und Unterrichtsplanung für den Religionsunterricht.
Das Rauhe Haus gilt als Paradebeispiel für Wicherns neues Erziehungskonzept, das auf Freiheit, Gemeinschaft und Vertrauen basierte und für moderne Formen der Heimerziehung stilprägend wurde.
Wichern sah in der sozialen Not, dem Pauperismus und der zunehmenden Entfremdung von der Kirche die Notwendigkeit, eine organisierte Hilfeleistung durch die "Innere Mission" aufzubauen.
Seine spontane Rede von 1848 war ein Wendepunkt, der zur Gründung des "Central-Ausschusses für die Innere Mission" führte und die Diakonie fest als kirchliche Aufgabe verankerte.
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