Bachelorarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die „50+1-Regelung“ im deutschen Profi-Fußball
3 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen – zentrale Begriffe des Neo-Institutionalismus
3.1 Institutionen, Legitimität, Organisationale Felder
3.2 Schrittfolge des institutionellen Wandels
3.2.1 Exogene und endogene Auslöser von institutionellem Wandel
3.2.2 Arten von institutionellem Wandel
3.2.2.1 Prozess der Deinstitutionalisierung
3.2.2.2 Prozess der (Re-)Institutionalisierung
3.2.2.3 Rekombination und Bricolage
3.3 Das Akteurskonzept der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie
4 Empirische Untersuchung: Handlungsweisen ausgewählter Akteure
4.1 Darstellung der empirischen Untersuchung
4.2 Form der Analyse: Auswertung und Methodik
5 Verknüpfung des Neo-Institutionalismus mit der Fußballwelt und der „50+1-Regelung“ als Institution
5.1 Einordnung der „50+1-Regelung“ in das Dreisäulenmodell
5.2 Legitimität der Fußballklubs durch die „50+1-Regelung“
5.3 Institutioneller Wandel – Einführung der „50+1-Regelung“ als Nullpunkt 1998
5.3.1 Analyse des Deinstitutionalisierungsprozesses der „50+1-Regelung“ (ex-ante)
5.3.2 Analyse des (Re-)Institutionalisierungsprozesses der „50+1-Regelung“ (ex-post)
5.3.3 Die „50+1-Regelung“ als Resultat von Rekombination und Bricolage
5.4 Fortbestand der „50+1-Regelung“ aus Sicht des Akteurskonzepts: Konservieren, annullieren oder modifizieren
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die "50+1-Regelung" im deutschen Profi-Fußball aus der theoretischen Perspektive des Neo-Institutionalismus. Ziel ist es, die Einführung der Regel, ihre Existenzberechtigung sowie den Verständniswandel hinsichtlich dieser Regulierungsmaßnahme zu erklären und dabei die Rollen der Akteure sowie deren Einfluss auf den institutionellen Wandel kritisch zu beleuchten.
3.1 Institutionen, Isomorphismus, Legitimität, Organisationales Feld
Der Neo-Institutionalismus als einer der einflussreichsten organisationswissenschaftlichen Theorieansätze beschreibt die Organisation als ein System, welches in starker Interaktion mit seinem gesellschaftlichen Umfeld steht. Die Ausgestaltung der Organisation ist nicht nach Effizienzkriterien strukturiert, sondern orientiert sich viel mehr am sozialen und politischen Druck der Umwelt, also all derer, die sich durch das Organisationshandeln tangiert fühlen. Die Ansprüche der Umwelt an die Organisation äußern sich in institutionalisierten und rationalisierten Erwartungsstrukturen, die an die Organisation gestellt werden (vgl. Walgenbach / Meyer 2008, S. 16-17).
Der Begriff der Institution ist einer der Kernbegriffe des Neo-Institutionalismus. Institutionen sind formelle und informelle Handlungs- und Entscheidungsregeln, die allgemeine Gültigkeit und Legitimität erlangt haben (vgl. Wagner / Matten 1999, S. 583). Die regelnde Kraft der Institution beeinflusst Handeln, Erwartungen, Interpretationen, Vorstellungen und Interaktionen von Organisationen und Akteuren (Individuen oder organisierten Gruppen). Sie sind Stützpfeiler der Gesellschaft, da sie Glaubensvorstellungen und gesellschaftlich festgesetzte Verhaltensweisen beinhalten, die sich im sozialen Wissensvorrat abgelagert haben. Es bildet sich eine dauerhafte Erwartungsstruktur, die an die Organisation gerichtet ist, beispielsweise durch organisationale Praktiken, Formen oder Regeln. Diese zeigt gesellschaftlich angemessene und wünschenswerte Handlungen auf. Infolgedessen strukturiert und koordiniert sich eine Organisation durch diese sozialen Regeln. Eine Institution gilt als stark, wenn sie durch bedeutsame Werte, starke Macht oder tiefe Verankerung in der Gesellschaft unterstützt wird (vgl. Senge 2006, S.35-43).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der "50+1-Regelung" ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Regel mithilfe der Organisationstheorie des Neo-Institutionalismus zu analysieren.
2 Die „50+1-Regelung“ im deutschen Profi-Fußball: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Grundlage und die Entstehungsgeschichte der Regel sowie deren Ausnahmen für Werksmannschaften.
3 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen – zentrale Begriffe des Neo-Institutionalismus: Hier werden die theoretischen Konzepte, insbesondere das Dreisäulenmodell der Institutionen nach Scott sowie der institutionelle Wandel, detailliert beschrieben.
4 Empirische Untersuchung: Handlungsweisen ausgewählter Akteure: Das Kapitel stellt die Methodik der qualitativen Experteninterviews vor und liefert eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse aus den Gesprächen.
5 Verknüpfung des Neo-Institutionalismus mit der Fußballwelt und der „50+1-Regelung“ als Institution: In diesem Hauptteil wird die Theorie auf die Praxis übertragen, um die Legitimität der Regel und das Verhalten der Akteure zu erklären.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Regelsituation im deutschen Profi-Fußball.
50+1-Regelung, Neo-Institutionalismus, Fußball, Profi-Fußball, Institutionen, Legitimität, Organisationstheorie, Institutioneller Wandel, DFL, DFB, Kapitalgesellschaft, Verein, Stakeholder, Isomorphismus, Kommerzialisierung.
Die Bachelorarbeit analysiert die sogenannte "50+1-Regelung" im deutschen Profi-Fußball und untersucht, warum diese Regel trotz wirtschaftlichen Drucks weiterhin Bestand hat.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Neo-Institutionalismus, der Prozess des institutionellen Wandels, das Akteurskonzept sowie die verschiedenen Stakeholder-Interessen im Fußball.
Das Ziel ist es, mit Hilfe der Organisationstheorie des Neo-Institutionalismus die Einführung der Regel, ihre Existenzberechtigung und den Verständniswandel innerhalb der Branche zu erklären.
Es werden eine Literaturanalyse und eine empirische Untersuchung in Form von qualitativen Experteninterviews mit Verbands- und Vereinsakteuren durchgeführt.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte auf die konkrete Situation der "50+1-Regelung" übertragen, Akteurskonstellationen analysiert und die Legitimität der Regel kritisch hinterfragt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen 50+1-Regelung, Neo-Institutionalismus, Institutioneller Wandel, Legitimität und Kommerzialisierung des Fußballs.
Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ligen, in denen externe Investoren beherrschenden Einfluss ausüben können, sichert die 50+1-Regelung den Muttervereinen eine Stimmenmehrheit, um sportliche und traditionelle Interessen zu wahren.
Diese Vereine bilden Ausnahmefälle zur Regel, die aufgrund historischer Förderung genehmigt wurden, und dienen in der Arbeit als Beispiel für das Spannungsfeld zwischen Regelbindung und Investoreneinfluss.
Der Autor deutet an, dass ein Fortbestand der Regel aufgrund rechtlicher (europäischer) Vorgaben und des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks schwierig sein könnte, sieht jedoch in Modifikationen einen möglichen Weg für die Zukunft.
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