Diplomarbeit, 2001
133 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Methodik
1.3 Grenzraumforschung: Begriffsklärungen und Stand der Forschung
1.3.1 Die Bedeutung(en) einer Grenze
1.3.2 Grenzen in der geographischen Forschung
1.3.3 Grenzraumforschung in Nachbardisziplinen
1.4 Grenze im Kopf
1.4.1 Wahrnehmung
1.4.2 Verhalten und Handeln
1.4.3 Identität und Raumbewußtsein
1.4.4 Alltagstheorie
1.4.5 Einstellungen
1.5 Zur Lage des Untersuchungsgebiets
2 Rahmenbedingungen der Entwicklung des Grenzraums und seiner Perzeption
2.1 Ausgangsbedingungen
2.1.1 Historische Entwicklung der deutsch-tschechischen Grenze
2.1.2 Sozioökonomische Ausgangslage im sächsischen und nordböhmischen Grenzraum
2.1.3 Strukturelle Ausgangslage - Charakteristik der Grenzregion
2.1.3.1 Situation auf der deutschen Seite der Grenze
2.1.3.2 Die Situation im tschechischen Grenzgebiet
2.1.3.3 Das polnische Gebiet
2.2 Der Grenzraum und die Europäische Union
2.2.1 Reform- und Wirtschaftshilfen der Europäischen Union
2.2.1.1 PHARE
2.2.1.2 INTERREG
2.2.2 Euroregionen
2.2.2.1 Entwicklung
2.2.2.2 Die Bildung der Euroregionen an der deutschen Ostgrenze
2.2.2.3 Lehren aus den Euroregionen im Westen
2.2.2.4 Aufgaben der Euroregionen
2.2.2.5 Auswirkungen und Probleme der Euroregion
2.2.2.6 Haltung der Bevölkerung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
2.2.2.7 Diskussion der Euroregionen
2.2.3 Osterweiterung der Europäischen Union
2.2.3.1 Interessen der EU am Beitritt der Staaten Ostmitteleuropas
2.2.3.2 Problematik eines Beitritts Tschechiens in die EU
2.2.3.3 Auswirkungen eines EU-Beitritts auf die Grenzregion
2.3 Vergleiche mit anderen Grenzregionen
2.4 Rahmenbedingungen für interkulturelle Kontakte
2.4.1 Die Bedeutung der Sprachen
2.4.2 Gegenseitige kulturelle Beeinflussung
2.5 Stereotype und Ressentiments zwischen Deutschen und Tschechen
2.5.1 Tschechien in den Augen von Deutschen
2.5.1.1 Konfliktpotential auf politischer Ebene
2.5.1.2 Konfliktpotential auf der mentalen Ebene (Tschechenbild)
2.5.2 Deutschland in den Augen von Tschechen
2.5.2.1 Konfliktpotential auf politischer Ebene
2.5.2.2 Konfliktpotential auf der mentalen Ebene (Deutschenbild)
2.5.3 Autostereotype (unter Berücksichtigung der Bedeutung für die Nachbarschaft)
3 Grenzkontakte - Auswertung der Sekundärquellen
3.1 Problemfelder des kleinen Grenzverkehrs
3.1.1 Motive für den Grenzübertritt
3.1.2 Angebotsstrukturen für den kleinen Grenzverkehr von Hartau / Zittau nach Hrádek
3.2 Akteure des Zusammenkommens
3.2.1 Einkaufsverkehr
3.2.2 Dienstleistungsverkehr
3.2.3 Touristische Beziehungen
3.2.4 Kontakte im Jugend- und Bildungsbereich
3.2.4.1 Bildungskooperationen im Grenzgebiet
3.2.4.2 Andere soziale Kontakte
3.2.5 Arbeitsmigration
3.2.6 Persönliche Kontakte
3.3 Negative – die Wahrnehmung beeinflussende Faktoren
3.3.1 Illegaler Grenzübertritt 1: Flüchtlingsproblematik
3.3.2 Illegaler Grenzübertritt 2: Grenzraumkriminalität
4 Die Befragung
4.1 Die qualitative Methode der Befragung
4.1.1 Stellung des Forschers (Positionstyp)
4.1.2 Die Wahl des Typs des Interviews
4.1.2.1 Instrumentarium
4.1.2.2 Interviewerverhalten
4.1.3 Probleme der qualitativen Erhebung
4.2 Vorbereitung der Befragung
4.2.1 Auswahl der Interviewpartner
4.2.2 Vorbereitende Hypothesen
4.2.3 Interviewleitfaden
4.3 Durchführung der Befragung
4.3.1 Unvorhersehbares Problem durch aktuelle Geschehnisse
4.3.2 Technische Bedingungen
4.3.3 Die Probanden
4.3.4 Der Ort der Untersuchung: Hartau
4.4 Auswertung der Befragung
4.4.1 Historische Entwicklung der Grenzöffnung
4.4.2 Grenzüberschreitende Aktivitäten der Hartauer Bevölkerung
4.4.2.1 Einkaufen
4.4.2.2 Dienstleistungsverkehr
4.4.2.3 Freizeitaktivitäten und touristische Kontakte
4.4.2.4 Kontakte im Bereich Kultur, Sport und Bildung
4.4.2.5 Kontakte im Bereich der Arbeit/ Arbeitspendler
4.4.2.6 Persönliche Kontakte
4.4.3 Wahrnehmungsmuster des Lebens an der Grenze
4.4.3.1 Wahrnehmung des Nachbarn
4.4.3.2 Wahrnehmung der „illegalen Aktivitäten“
4.4.3.3 Wahrnehmung der ökonomischen Situation
4.4.3.4 Wahrnehmung der institutionalisierten Zusammenarbeit
4.4.3.5 Erwartungen an die Zukunft (Szenario: EU-Beitritt Tschechiens und Polens)
4.4.4 Kategorisierung der Probanden
4.4.5 Hypothesenbezogene Auswertung
4.5 Resümee
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Grenzlage auf das Befinden und die Handlungsmuster der Bewohner im sächsisch-tschechischen Grenzraum, insbesondere am Beispiel von Hartau (Zittau). Zentral ist dabei die Frage, wie sich die Nähe zur Grenze, die Ausnutzung von Grenzübertrittsmöglichkeiten und das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Vorteilen und negativen sozialen Begleiterscheinungen auf die Wahrnehmung des Nachbarn sowie auf die Bildung eines grenzüberschreitenden Regionalbewusstseins auswirken.
3.1.2 Angebotsstrukturen für den kleinen Grenzverkehr von Hartau / Zittau nach Hrádek
„Welcome to Tijuana! Tequila, Sexo y Marihuana“ ... Willkommen in Tschechien! Knödel, Bier und Zigaretten
Analog zu ähnlichen Kartierungen an sächsisch-böhmischen Grenzübergängen von KÖPPEN (2000:22-24) sollen die Angebotsstrukturen hinter dem Übergang – in diesem Falle ausgerichtet auf Fußgänger- und für den nichtmotorisierten Verkehr – vor der Befragung kartiert werden. Somit können Aussagen zu Aktivitäten der Grenzbewohner jenseits der Grenze besser verstanden werden und mit den Sketch-Maps (siehe Kapitel 4) der Probanden verglichen werden. Auf die einzelnen Angebote wird im nächsten Kapitel eingegangen. Festzuhalten ist, daß der Übergang nur zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet ist. Grenzgänger, die außerhalb dieser Öffnungszeiten oder motorisiert nach Tschechien reisen wollen, müssen über den Übergang Zittau-Süd (Friedensstraße) und Polen fahren.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung und Methodik der Arbeit vor und definiert zentrale Begriffe der Grenzraumforschung sowie das Konzept der "Grenze im Kopf".
2 Rahmenbedingungen der Entwicklung des Grenzraums und seiner Perzeption: Dieses Kapitel analysiert die historischen, sozioökonomischen und politisch-administrativen Rahmenbedingungen, insbesondere die Rolle der Euroregion Neisse und der EU-Osterweiterung.
3 Grenzkontakte - Auswertung der Sekundärquellen: Basierend auf vorhandener Literatur und Presseberichten werden die grenzüberschreitenden Aktivitäten sowie Problemfelder wie Flüchtlingsproblematik und Kriminalität diskutiert.
4 Die Befragung: Das Hauptkapitel präsentiert das qualitative Forschungsdesign, die Durchführung der Interviews mit den Bewohnern von Hartau und die detaillierte Auswertung ihrer Wahrnehmungsmuster und Alltagspraktiken.
Grenzraumforschung, Euroregion Neisse, Hartau, Hrádek nad Nisou, kleine Grenzverkehr, Wahrnehmungsgeographie, grenzüberschreitende Aktivitäten, ethnische Stereotype, soziale Transformation, Wohlstandsgefälle, EU-Osterweiterung, qualitative Sozialforschung, Grenzraumkriminalität, Identität, Alltagstheorie.
Die Arbeit untersucht die sozialen Aspekte des Lebens von Bewohnern in einem spezifischen Grenzgebiet (Hartau/Zittau an der deutsch-tschechischen Grenze) und erforscht, wie die Nähe zur Grenze ihre Wahrnehmung der Nachbarn und ihr tägliches Handeln beeinflusst.
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von den theoretischen Grundlagen der Grenzraumforschung über ökonomische Rahmenbedingungen und institutionelle Kooperationen (Euroregionen) bis hin zu individuellen Handlungsmustern, wie Einkaufs- und Dienstleistungsverkehr.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob und wie die Bewohner durch die grenzüberschreitenden Kontakte ein neues Regionalbewusstsein entwickeln und inwieweit dabei ethnische Stereotype abgebaut oder verfestigt werden.
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung. Durch leitfadengestützte Interviews mit Bewohnern von Hartau (Probanden P1-P20) werden subjektive Lebenswelten, Einstellungen und Erfahrungen erfasst und ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Rahmenbedingungen (Kapitel 2), eine Auswertung von Sekundärquellen (Kapitel 3) und die umfangreiche empirische Auswertung der durchgeführten Interviews (Kapitel 4).
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Grenze im Kopf", "Wohlstandsgrenze", "Alltagstheorie" und "interkulturelle Kontakte" aus, da sie den Fokus auf die subjektive Wahrnehmung der Grenzbevölkerung legt.
Hartau wird als spezifisches, direkt am Dreiländereck liegendes Fallbeispiel untersucht, um die Auswirkungen der Grenzöffnung auf eine kleine Gemeinde und deren grenzüberschreitende Verknüpfungen (insbesondere zu Hrádek nad Nisou) empirisch belegbar zu machen.
Der Autor konstatiert, dass bei den befragten Bewohnern Überwiegen Skepsis und Sorgen vor einer Freizügigkeit im Arbeitsmarkt und steigenden Kosten herrschen, während gleichzeitig die Hoffnung auf eine Vereinfachung des grenzüberschreitenden Freizeitverkehrs besteht.
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