Diplomarbeit, 2003
71 Seiten, Note: 1,0
0. Vorbemerkung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung
1.1.1 Geschichte des Begriffs
1.1.2 Ökologische und soziale Probleme als Entstehungshintergrund des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung und deren Zusammenhang mit wirtschaftlichem Handeln
1.1.3 Zentrale Aspekte des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung
1.1.3.1 Inter- und Intragenerationelle Gerechtigkeit
1.1.3.2 Retinitätsprinzip und zentrale Dimensionen der Nachhaltigkeit
1.1.3.3 Managementregeln und Nachhaltigkeitsstrategien
1.1.3.4 Die Bedeutung individuellen Handelns
1.2 Bildung
1.2.1 Der Bildungsbegriff nach ROTH
1.2.2 Das Konzept der kategorialen Bildung nach KLAFKI
1.3 Bildung und nachhaltige Entwicklung – eine erste Synthese
1.4 Der Wirtschaftslehreunterricht
2. Handlungsbeeinflussende Faktoren im Hinblick auf ein nachhaltiges Handeln
2.1 Konstrukte und Erklärungsansätze der Psychologie
2.1.1 Klassifikationskriterien menschlichen Handelns
2.1.2 Situative Barrieren
2.1.3 Kognitionen und Affekte
2.1.4 Wahrnehmung und Lernen
2.1.4.1 Wahrnehmung
2.1.4.2 Lernen
2.1.5 Wissen
2.1.6 Motivation
2.1.7 Attributionsprozesse
2.1.8 Das Selbst
2.1.9 Einstellungen
2.1.10 Normen und Werte
2.2 Die Theorie autopoietischer Systeme nach Luhmann
2.2.1 Beobachtung als systemspezifische Unterscheidung
2.2.2 Komplexität und Kontingenz
2.2.3 Autopoiesis und Selbstreferenz
2.2.4 Soziale und psychische Systeme – Beziehungen und Unterschiede
2.2.4.1 Semantische Codes
2.2.4.2 Reflexion
2.3 Psychologische Erklärungsansätze und Systemtheorie – eine erste Synthese im Hinblick auf das Handeln
2.4 Systemtheorie als Erklärungsansatz für die Eigensinnigkeit des ökonomischen Teilsystems
2.5 Das Sinnmodell der fortschrittsfähigen Organisation nach KIRSCH
3. Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.1 Zentrale Aspekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts
3.2.1 Grundsätzliche Vereinbarkeit ökonomischer Bildung mit einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.2.2 Ziele und Abgrenzung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts
3.2.3 Die moralische Dimension einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts
3.2.4 Handlungsbeeinflussende Faktoren im Zusammenhang mit einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Wirtschaftslehreunterrichts
3.2.4.1 Wissen
3.2.4.2 Einstellungen, Normen und Werte
3.2.4.3 Wahrnehmung und Lernen
3.2.4.4 Motivation, Attribution und das Selbst
3.2.5 Didaktische und methodische Konsequenzen
3.2.5.1 Didaktische Konsequenzen
3.2.5.2 Methodische Konsequenzen
3.2.6 Konsequenzen für die Wirtschaftspädagogik
4. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die theoretischen Grundlagen für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten und deren Möglichkeiten sowie Grenzen im allgemeinen Wirtschaftslehreunterricht zu analysieren. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie ökonomische Bildung unter Einbeziehung systemtheoretischer und psychologischer Aspekte zu einem verantwortungsvollen, selbstbestimmten Handeln in einer komplexen Welt befähigen kann.
1.1.1 Geschichte des Begriffs
Nachhaltige Entwicklung ist die mittlerweile im deutschen Sprachraum am weitesten verbreitete und auch in der deutschen Fassung der Rio-Dokumente verwendete Übersetzung des englischen Begriffs sustainable development. Dieser entstammt ursprünglich der Forstwirtschaft des 18./19. Jahrhunderts. Der Ursprung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung ist jedoch später zu verorten; seine Entstehung steht in engem Zusammenhang mit zwei Diskussionen, die in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen: Die Diskussion um den Nord-Süd-Ausgleich, die sich mit der Frage eines gerechten Ausgleichs zwischen Industrie- und Entwicklungsländern beschäftigt sowie die Diskussion um die Endlichkeit natürlicher Ressourcen, Naturzerstörung und das rapide Bevölkerungswachstum.
Popularität erlangte der Nachhaltigkeitsbegriff durch den 1987 erschienene Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, der auch als wichtiger auslösender Faktor für die 1992 in Rio de Janeiro abgehaltene UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung gilt.
0. Vorbemerkung: Der Autor erläutert die Relevanz der Bildung für nachhaltige Entwicklung und skizziert die methodische sowie theoretische Ausrichtung der Arbeit.
1. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert das Leitbild nachhaltiger Entwicklung sowie das Bildungsverständnis und führt in die systemtheoretische Perspektive ein.
2. Handlungsbeeinflussende Faktoren im Hinblick auf ein nachhaltiges Handeln: Hier werden psychologische Konstrukte und systemtheoretische Ansätze analysiert, um zu verstehen, welche Faktoren individuelles Handeln beeinflussen.
3. Bildung für nachhaltige Entwicklung: Die Erkenntnisse aus den ersten Kapiteln werden verknüpft, um didaktische und methodische Folgerungen für den Wirtschaftslehreunterricht abzuleiten.
4. Fazit: Der Autor resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer reflexiven ökonomischen Bildung.
Nachhaltige Entwicklung, ökonomische Bildung, Wirtschaftslehreunterricht, Systemtheorie, Handlungsbeeinflussung, Selbstbestimmung, Verantwortung, Psychologie, Didaktik, Nachhaltigkeitsstrategien, Bildungskonzept, Motivation, Kognitionen, soziale Systeme, Reflexion.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Bildung für nachhaltige Entwicklung in den allgemeinen Wirtschaftslehreunterricht integriert werden kann, ohne den eigentlichen Zweck der ökonomischen Bildung aufzugeben.
Die Arbeit verknüpft das Leitbild nachhaltiger Entwicklung mit psychologischen Erkenntnissen zur Handlungssteuerung, systemtheoretischen Systembeschreibungen und pädagogischen Bildungskonzepten.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines theoretisch fundierten Unterbaus, um die Möglichkeiten und Grenzen einer ökonomischen Bildung für nachhaltige Entwicklung im schulischen Wirtschaftsunterricht auszuloten.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse, die psychologische Erklärungsansätze (z.B. Motivation, Lernen) mit der Systemtheorie nach Luhmann und didaktischen Konzepten (z.B. Klafki) synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse handlungsbeeinflussender Faktoren und die Ableitung konkreter didaktischer und methodischer Konsequenzen für den Unterricht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie nachhaltige Entwicklung, Wirtschaftslehreunterricht, Systemtheorie, Handlungsbeeinflussung und didaktische Konsequenzen charakterisiert.
Die Systemtheorie dient dazu, die Eigensinnigkeit ökonomischer Teilsysteme zu erklären und die Begrenztheit von Steuerungsmöglichkeiten zu verdeutlichen, was für ein realistisches Bildungskonzept essenziell ist.
Der Autor lehnt jede Form der Instrumentalisierung oder Bevormundung der Schüler ab. Bildung soll stattdessen Reflexionsfähigkeit und Selbstbestimmung fördern, statt ein vorgegebenes Endverhalten zu oktroyieren.
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