Masterarbeit, 2010
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Entstehung und Etablierung der Moderationsmethode
2.2 Anwendungsformen von Moderation in Wirtschaftsorganisationen
2.3 Definition der zentralen Begriffe
2.4 Moderation und Führungstheorie
2.4.1 Das Konzept stellvertretender Führung (Arnold)
2.4.2 Interventionsmöglichkeiten über dezentrale Kontextsteuerung (Willke)
2.4.3 Ermöglichungscoaching als Basis selbstgesteuerter Lernprozesse
2.4.4 Zur Kompetenzentwicklung von (Linien-)führungskräften
3 Teil A: Die Moderationsausbildung als Führungskräfte-Entwicklungsinstrument
3.1 Moderation als Praxiszugang für moderne Führungskonzepte
3.2 Förderung führungsrelevanter Schlüsselkompetenzen
3.3 (Neu-)bestimmung des Rollen-/Selbstverständnisses von Führungskräften
3.4 Beitrag zur Führungs- und Organisationsentwicklung
4 Teil B: Anregungen für die Gestaltung eines „Moderations-Bildungsprozesses“
4.1 Prozessdesign und methodische Ausrichtung
4.2 Ablauf und Vorgehen des Moderations-Koordinators
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Mehrwert einer Moderationsausbildung als strategisches Instrument der Führungskräfteentwicklung im Kontext lernender Organisationen. Dabei wird analysiert, wie Moderationskompetenz nicht nur als Technik für Meetings, sondern als professionelle Haltung für indirekte Führung und Organisationsentwicklung dienen kann, um kooperativere Arbeitsbeziehungen zu fördern.
2.4.1 Das Konzept stellvertretender Führung (Arnold)
Das Konzept stellvertretender Führung entspringt dem an systemisch-konstruktivistische Überlegungen anschließenden „Santiago-Prinzip“ von Rolf Arnold. Arnold benennt dort die stellvertretende Führung als zentrales Element eines modernen, auf systemischen Erkenntnissen beruhenden Personalmanagements. Sie wird von der zentralen Überzeugung gespeist, dass sich Mitarbeiterführung über eine Freigabe der Beziehung zwischen den Mitarbeitern und ihren Arbeits- sowie Weiterbildungsinhalten gestalten lässt und damit einer „Führung zur Selbstführung“ den Weg ebnet (Arnold 2007a;, S. 138ff.; Arnold 2009, S. 6; vgl. auch Thiel 2007). Die darin implizierten Führungsaufträge der „´Befähigung der Mitarbeiter zur Selbstführung´ einerseits sowie ihre ´Berechtigung zur Selbstführung´ andererseits“ (Arnold 2009, S. 6) benennt Arnold als zentrale Kennzeichen moderner Führungskulturen. Mit dieser Vorstellung zeichnet er ein Bild von Führung, das seine praktische Bedeutung eher darin erfährt, dass „Führen (..) fordern, fördern, Feedback geben, aber nicht mitspielen“ heißt (Fuchs 1995, S. 35). Führungskräfte, die - wie Pädagogen auch - als helfende Berufe zu verstehen seien, müssten vielmehr eine Metaperspektive einnehmen, um durch das bewusste Zurücklassen vertrauter Sichtweisen und konstruierter Führungsbilder die innere Logik und Energie des sozialen Systems neu zu entdecken und aus dieser internen Sichtweise heraus mit höherer Wirkungssicherheit führen zu können (vgl. Arnold 2007b).
Zu den Führungsaufgaben zählt in dieser Konzeption gleichsam die Abgabe bzw. Verlagerung spezialisierten Sachwissens auf die Mitarbeiterschaft, die zu Experten ihrer eigenen Aufgabenbereiche werden, und damit verbunden das effektive Zusammenbringen und Koordinieren von Inhaltskompetenzen und Problemlösungspotentialen der Mitarbeiter. Dies schließt in besonderem Maße die Planung zukünftig benötigter Kompetenzen mit ein. Aufgrund dessen gewinnt Personalführung nach Arnolds Auslegung den Charakter von Personalentwicklung (vgl. Arnold 2009, S. 8). Führungskräfte, die ihre MA über das Weiterreichen von Entscheidungsbefugnissen zur Selbststeuerung befähigen und dies durch geeignete PE-Maßnahmen unterstützen, handeln im Sinne einer „Ermöglichungs- und Potentialorientierung“, den Kernstücken stellvertretender Führung und Gegenbildern zur traditionellen „Erzeugungsorientierung“ (Arnold 2009, S. 8ff.).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Moderation als Führungsinstrument in Zeiten zunehmender Teamarbeit und identifiziert die Notwendigkeit, diese zur Führungskräfteentwicklung weiterzuentwickeln.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine historische Analyse der Moderationsmethode, verknüpft sie mit systemischen Führungskonzepten und definiert Moderation neu als prozessorientierte Führungsaufgabe.
3 Teil A: Die Moderationsausbildung als Führungskräfte-Entwicklungsinstrument: Hier wird der theoretische Mehrwert einer Moderationsausbildung für Führungskräfte herausgearbeitet, wobei Schlüsselkompetenzen und das Rollenverständnis im Kontext moderner Führung untersucht werden.
4 Teil B: Anregungen für die Gestaltung eines „Moderations-Bildungsprozesses“: Dieser Abschnitt bietet praxisorientierte Gestaltungsvorschläge für ein didaktisches Arrangement, das auf systemischen Prinzipien und dem Ansatz des Ermöglichungscoachings basiert.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die vier Mehrwertbereiche der moderationsbasierten Führungskräfteentwicklung und betont die Notwendigkeit der Einbettung in die Organisationsentwicklung.
Moderationsausbildung, Führungskräfteentwicklung, systemische Führung, Ermöglichungscoaching, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Selbstführung, Prozessmoderation, Partizipation, Potentialorientierung, Lernende Organisation, Führungskultur, Rollenwandel, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Neuausrichtung von Moderationsausbildungen. Statt diese nur als Werkzeug für Meetings zu begreifen, soll sie als strategisches Instrument dienen, um Führungskräfte in ihrer Rolle als Entwickler und Ermöglicher innerhalb lernender Organisationen zu qualifizieren.
Die zentralen Themen sind Moderationsmethode, moderne systemische Führungstheorien, Personalentwicklung, der Wandel von Führungsrollen, die Organisation von Lernprozessen und der Zusammenhang zwischen Führungskräfteentwicklung und Organisationsentwicklung.
Das Hauptziel ist es, den Mehrwert einer als Instrument der Führungskräfteentwicklung verstandenen Moderationsausbildung zu begründen und inhaltliche sowie formale Empfehlungen für die Gestaltung solcher Moderations-Lernprozesse zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse. Sie greift auf systemtheoretische Ansätze (u.a. von Arnold und Willke), sozialpsychologische Erkenntnisse und Konzepte aus der Erwachsenenpädagogik zurück, um eine Synthese für die Praxis der Führungskräftebildung zu erstellen.
Im Hauptteil (Teil A und B) wird analysiert, wie Moderationskompetenzen zur Förderung von Führungskräften beitragen können. Zudem werden konkrete Designvorschläge für Moderations-Bildungsprozesse entwickelt, die über die reine Technikvermittlung hinausgehen und Persönlichkeitsbildung sowie kollektives Lernen betonen.
Die wichtigsten Begriffe sind Moderationsausbildung, Führungskräfteentwicklung, Systemische Führung, Ermöglichungscoaching, Organisationsentwicklung und Lernende Organisation.
Klassische Trainings fokussieren meist auf Werkzeuge und Techniken für Sitzungen. Dieser Ansatz hingegen rückt die Haltung, die Identität und die Veränderung des Führungsverhaltens der Führungskraft selbst in den Mittelpunkt, um eine nachhaltige Organisationskultur zu prägen.
Es dient als didaktischer Rahmen, da es den Wandel vom belehrenden Trainer hin zum prozessbegleitenden „Ermöglicher“ unterstützt, was exakt der benötigten neuen Rolle von Führungskräften entspricht, die ihre Mitarbeiter zur Selbststeuerung befähigen sollen.
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