Masterarbeit, 2025
74 Seiten, Note: 1,7
Die vorliegende Masterarbeit zielt darauf ab, die Performance und Resilienz verschiedener ETF-Allokationsstrategien in den Vereinigten Staaten und Europa während ausgewählter Krisenzeiträume systematisch zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich unterschiedliche Multi-Asset-Strategien in volatilen Marktumfeldern verhalten und welche Implikationen sich daraus für Investoren und Portfoliomanager ergeben.
2.1.1 60/40 Portfolio
Das sogenannte 60/40 Portfolio stellt eine der bekanntesten und traditionsreichsten Ansätze im Bereich der strategischen Asset Allokation dar. Die Grundidee hinter dem 60/40 Portfolio ist eine Anlagestrategie, jene aus einer Kombination zu 60 Prozent an Aktienanteilen, sowie 40 Prozent an Staatsanleihen besteht und somit eine vermeintlich ideale Kombination aus performanceorientiertem Wachstum durch den Aktienanteil auf der einen Seite und gleichzeitig eine sichere Basislinie durch gefestigte Staatsanleihen auf der anderen Seite realisiert. Regelmäßige Reallokationen durch Realisierung der über performenden Seite und anschließende Investition in die andere Seite sichern das prozentuale Verhältnis. Ermöglicht wird dies durch eine negative Korrelation zwischen Aktien und Staatsanleihen (Kinateder (2024), Wendler (2022)).
Jedoch erfährt dieses Modell aufgrund des hohen Anteils an Staatsanleihen auch zunehmend Kritik, explizit in sicheren Marktphasen mit Niedrigzinspolitik einer Notenbank. Die in Abbildung 1 dargestellte Grafik veranschaulicht dies: Während ein exemplarischer 60/40 ETF, bestehend aus 60 Prozent Anteilen aus MDAX und 40 Prozent deutschen Staatsanleihen, durchschnittlich solide performt und seine größte Überperformance am 01.04.2009, in Folge der Banken- und Finanzkrise des Jahres 2008/2009, erreicht, kann er grundsätzlich in Phasen der Marktsicherheit, beschrieben durch niedrige Zinsen auf Staatsanleihen und eine solide Entwicklung des MDAX, nicht die gleiche Performance erreichen, wie der reine MDAX, oder eine aggressivere Investmentstrategie (Wendler (2022)). Ferner haben die Jahre 2022 und 2023 aufgezeigt, dass die negative Korrelation zwischen Staatsanleihen und Aktien nicht in Stein gemeißelt sind. So sind in Folge der Leitzinssteigerungen der Jahre 2022 und 2023 Staatsanleihen massiv im Wert gesunken, gleichzeitig sind aber auch die globalen Aktienmärkte im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in Bedrängnis geraten (Kinateder (2024)). Im Zuge der sich zutragenden Ereignisse des laufenden Jahres 2025, könnte jedoch ebendieses 60/40 Portfolio wieder in das Hauptaugenmerk eines jenen Investors rücken. So ist die durch eine Strafzollaffine US-Regierung mit entsprechenden Gegenmaßnahmen getriebene unsichere Welthandelspolitik und demzufolge entsprechend volatilen Aktienkursen (Tagesschau (2025)) in Verbindung mit den gestiegenen Anleihezinsen auf deutsche Staatsanleihen im Zuge der Reform der deutschen Schuldenpolitik (Maisch & Cünnen (2025)) eine erneute Chance für diese Strategie.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, warum traditionelle Multi-Asset-Strategien in jüngsten Krisen hinterfragt werden, und definiert die Forschungsfragen sowie die Zielsetzung der Masterarbeit, die Performance und Resilienz von ETFs in Krisenzeiten zu analysieren.
2. Theoretischer Rahmen und Literaturüberblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen verschiedener Multi-Asset-Portfoliostrategien (60/40, 80/20, Risk Parity, Minimum Variance) und relevante Finanzmarkttheorien (MPT, CAPM, Fama-French Faktormodelle), die zur Bewertung der ETF-Performance herangezogen werden. Es beleuchtet zudem bisherige Forschungsergebnisse und Unterschiede zwischen US-amerikanischen und europäischen ETF-Märkten.
3. Methodik und Datengrundlage: Hier werden die Auswahl der untersuchten ETFs und die Definition der drei spezifischen Krisenzeiträume (Finanzkrise 2008/2009, Covid-19 Pandemie, Zins- und Inflationskrise 2022/2023) dargelegt. Weiterhin werden die verwendeten Performance-Metriken und Regressionsmodelle detailliert beschrieben.
4. Empirische Analyse & Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert und diskutiert die Ergebnisse der Performance-Analyse für jede Allokationsstrategie über die definierten Krisenzeiträume. Es werden Volatilität, Sharpe Ratio, Sortino Ratio, Value at Risk, Conditional Value at Risk, Maximum Drawdown und Recovery Periods sowie die Ergebnisse der CAPM- und Fama-French-Faktorenmodelle analysiert.
5. Fazit und Implikationen: Die abschließenden Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, wobei die Unterschiede in der Krisenresistenz der verschiedenen Strategien und die Grenzen traditioneller Asset-Pricing-Modelle hervorgehoben werden. Praktische Implikationen für Investoren und Portfoliomanager sowie Anregungen für zukünftige Forschung werden ebenfalls dargestellt.
ETF, Allokationsstrategien, Krisenzeiten, Performance, Resilienz, Risikomanagement, Sharpe Ratio, Sortino Ratio, Value at Risk (VaR), Conditional Value at Risk (CVaR), Maximum Drawdown, Recovery Period, Capital Asset Pricing Model (CAPM), Fama-French, Multi-Asset Portfolios
Diese Masterarbeit untersucht die Performance und Resilienz verschiedener ETF-Allokationsstrategien in den USA und Europa während ausgewählter Krisenzeiträume, um evidenzbasierte Erkenntnisse für die Portfoliosteuerung in volatilen Märkten zu gewinnen.
Die zentralen Themenfelder sind ETF-Allokationsstrategien (80/20, 60/40, Risk Parity, Minimum Variance), die Analyse ihrer Performance und Resilienz in Krisenzeiten (Finanzkrise 2008/2009, Covid-19, Zins- und Inflationskrise 2022/2023) sowie der Vergleich zwischen US-amerikanischen und europäischen Märkten.
Das primäre Ziel ist die systematische Analyse der Performance und Resilienz von Multi-Asset-ETF-Portfolios in Krisenzeiten, um herauszufinden, welche Portfoliokonstruktionen sich als besonders robust erweisen und welche Implikationen sich für Investoren und Portfoliomanager ergeben.
Die Arbeit nutzt quantitative Methoden, einschließlich der Berechnung klassischer Performancekennzahlen wie Sharpe Ratio, Sortino Ratio, VaR, CVaR, Volatilität, Maximum Drawdowns und Recovery Periods, ergänzt durch Regressionsanalysen mit dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) und den Fama-French Drei- und Fünf-Faktorenmodellen.
Der Hauptteil behandelt die empirische Analyse der ETF-Performance und Risikostruktur über die drei definierten Krisenzeiträume hinweg, wobei die Ergebnisse der verschiedenen Allokationsstrategien und Performance-Metriken im Detail präsentiert und diskutiert werden.
Schlüsselwörter sind ETF, Allokationsstrategien, Krisenzeiten, Performance, Resilienz, Risikomanagement, Sharpe Ratio, Sortino Ratio, Value at Risk (VaR), Conditional Value at Risk (CVaR), Maximum Drawdown, Recovery Period, CAPM, Fama-French und Multi-Asset Portfolios.
Die Analyse zeigt erhebliche Unterschiede in Marktstruktur, Liquidität, regulatorischen Rahmenbedingungen und Produktangebot. US-ETFs profitieren oft von höherer Liquidität und effizienterer Handelbarkeit, während europäische ETFs unter dem UCITS-Regime regulatorische Sicherheit bieten, aber stärker fragmentiert sind, was zu höheren Transaktionskosten führen kann.
Während aggressivere Strategien wie 80/20 in Krisenzeiten die höchste Volatilität und potenzielle Verluste aufweisen, zeigen sich konservativere Ansätze wie Risk Parity und Minimum Variance als resilienter. Letztere erzielen bessere risikoadjustierte Werte bei geringerer Volatilität und reduzieren das Tail Risk, insbesondere während abrupter Schocks.
Die Fama-French Faktormodelle verbessern die Erklärungskraft der Modelle im Vergleich zum CAPM, insbesondere in komplexeren Portfoliostrukturen. Sie zeigen jedoch, dass trotz erweiterter Faktoren die untersuchten Portfolios in Krisenzeiten systematisch unterperformten (negative Alphas), und makroökonomische Schocks einen größeren Einfluss auf die Performance haben als klassische unternehmensspezifische Risikofaktoren.
Defensive Strategien wie Risk Parity und Minimum Variance reduzieren in Krisenzeiten Volatilität und Drawdowns, was zu einer besseren risikoadjustierten Performance führt. Langfristig jedoch übertreffen Portfolios mit höherem Aktienanteil, wie aggressive 80/20 Strategien, in stabilen Marktphasen tendenziell die Renditen der defensiven Portfolios.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

