Bachelorarbeit, 2023
61 Seiten, Note: 1,2
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Frauenbild der Jahrhundertwende anhand zweier zentraler Werke der literarischen Moderne: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" (1925) und Heinrich Manns "Pippo Spano" (1905). Im Fokus steht die Frage, wie weibliche Figuren im Kontext des Fin de Siècle dargestellt werden und welche gesellschaftlichen, psychologischen und kulturellen Funktionen ihnen innerhalb der Texte zukommen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Figur der Femme fatale als Ausdruck von Dekadenz, Untergangsbewusstsein und männlicher Angst.
Ausgehend von einer gesellschafts- und literaturhistorischen Verortung der Epoche werden zentrale Motive der Décadence, der Moderne sowie die zeitgenössischen Diskurse zu Sexualität, Geschlechterrollen und Psychoanalyse herausgearbeitet. Die Analyse zeigt, dass die Frauenfiguren in beiden Novellen weniger als autonome Subjekte denn als Projektionsflächen männlicher Begierden, Ängste und innerer Konflikte fungieren. Während Heinrich Mann mit der Figur der Gemma Cantoggi eine scheinbar individualisierte Frauengestalt entwirft, die zugleich Inspiration und Bedrohung für den männlichen Protagonisten darstellt, erscheinen die weiblichen Figuren in Schnitzlers "Traumnovelle" überwiegend als entindividualisierte Symbole des Unbewussten und der verdrängten Sexualität.
Durch eine komparative Analyse der Semantik, des Sprachstils sowie der gesellschaftskritischen Dimensionen beider Werke wird deutlich, dass Schnitzler und Mann trotz unterschiedlicher ästhetischer Mittel ähnliche kulturelle Spannungen reflektieren. Beide Texte entlarven die bürgerliche Moral der Jahrhundertwende und offenbaren tief verwurzelte Unsicherheiten hinsichtlich Geschlechterverhältnissen, Identität und Macht. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass das Frauenbild in beiden Novellen eng mit dem allgemeinen Krisen- und Endzeitbewusstsein des Fin de Siècle verknüpft ist und bis heute eine hohe literarische und kulturhistorische Relevanz besitzt.
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