Bachelorarbeit, 2025
58 Seiten, Note: 1,3
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Hauptziel, Wege aufzuzeigen, wie die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, die das Schulprofil „Inklusion“ tragen, gewinnbringend eingebunden werden kann, um eine inklusive Schulentwicklung partnerschaftlich zu unterstützen und weiterzuentwickeln.
2.3 Definition und Grundlagen der Integrativen Lerntheorie
„Die integrative Lerntheorie ist eine interdisziplinäre Therapieform, zur Behandlung von Lern-, Leistungs- und Entwicklungsstörungen“ im schulischen Kontext (Seyfried, 2025). Schwerpunkt der Intervention, ist die Vermittlung der grundlegenden Kulturtechniken, bei Lese–Rechtschreibstörung (Legasthenie, Dyslexie) und Rechenstörung (Dyskalkulie), mit dem Ziel, der Teilhabe und Eingliederung in die Gesellschaft. Sie bedient sich dabei „wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Pädagogik, Psychologie und Medizin, aus der Linguistik und der Mathematik“ und fasst „psychotherapeutische und fachdidaktische Komponenten zu einer lerntherapeutischen Intervention zusammen“ (Bender et al., 2017, S. 65). Lerntherapie folgt dabei einem humanistischen Menschenbild und bekennt sich zur uneingeschränkten Würde eines jeden Individuums. Grundsatz ist „die Autonomie der Klient:innen zu respektieren, Schaden zu vermeiden, Nutzen zu mehren“ und „Chancengleichheit und Gerechtigkeit anzustreben“ (FiL, 2024, S.3). Lerntherapie versteht Lernstörungen als Wirkungsgefüge. Ziel der ILT ist, die negative Dynamik der drei Wirkkreisläufe, Kind, Umfeld (Schule, Eltern) und Lerninhalte, zu durchbrechen und nachteilige Lernstrukturen, in positive Lernmuster, zu wandeln (vgl. Bender et al., 2017). Die Definition schafft eine klare Abgrenzung zur Nachhilfe. Nachhilfe eignet sich, um bei Schüler:innen mit grundsätzlich fundiertem Basiswissen, kurzfristig entstandene Lernrückstände aufzuholen. Lerntherapie greift, bei umfassenden Entwicklungsstörungen, die nur durch eine längerfristige und allumfassende therapeutische Unterstützung behoben werden können (Dudeninstitut f. Lerntherapie, 2025). Hierdurch lässt sich auch eine klare Abgrenzung zur Sonderpädagogik herstellen.
Die Relevanz für inklusive Bildung ergibt sich aus den bereits dargelegten Anforderungen einer inklusiven Schule und dem ethischen Menschenbild und Berufsprofil der Integrativen Lerntherapie. Lerntherapeut:innen verfügen über fundierte, interdisziplinäre und therapeutische Handlungskompetenzen, die nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen (2025) im Kompetenzwert 6 (B.A.) bzw. 7 (M.A.) eingestuft sind (FiL, 2024). Das Berufsbild Integrative:r Lerntherapeut:in beinhaltet ein breit gefächertes und detailliertes Fachwissen in den Bereichen Entwicklungs-, Lern- und Verhaltenspsychologie und befähigt zur therapeutischen Beratung und Beziehungsgestaltung (FiL, 2024). Ein relevanter Ausbildungsschwerpunkt ist der Schriftsprach- und Rechenerwerb bei Schüler:innen mit erheblichen Lernbeeinträchtigungen und Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (Bender et al., 2017). Lerntherapeut:innen verfügen in diesem Bereich über umfangreiches Fachwissen zu Methodik und Didaktik, sowie vertiefte Kenntnisse über sensomotorische und sprachliche Vorläuferfertigkeiten in beiden Lernbereichen (FiL, 2024).
Kapitel 1 (Einführung): Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen Grundlagen der Inklusion in Bayern, beschreibt bestehende Schwierigkeiten bei der Umsetzung und begründet den dringenden Handlungsbedarf für die Unterstützung inklusiver Schulentwicklung durch Lerntherapeuten, insbesondere in Grundschulen.
Kapitel 2 (Schule - Lernstörung – Integrative Lerntherapie): Hier werden das System der bayerischen Grundschule mit „Inklusion“-Profil sowie die Integrative Lerntherapie definiert, Unterschiede zwischen den Bildungsprofessionen aufgezeigt und Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit zur Förderung inklusiver Bildung erarbeitet.
Kapitel 3 (Gemeinsame Schulentwicklung in der Praxis): Das Kapitel stellt verschiedene Modelle und Theorien für die praktische Gestaltung einer Kooperation von ILT und Schule vor, darunter das „Response-to-Intervention-Modell“ und die „Kokonstruktion“ in multiprofessionellen Teams, und illustriert diese anhand von erfolgreichen Kooperationsbeispielen.
Kapitel 4 (Empirische Untersuchungen – Lerntherapie in der Schule): Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse aktueller empirischer Studien, wie das Forschungsprojekt „SchuLe“ und die „LetS Go“-Studie, zusammen, um Erkenntnisse über die Organisation, Rahmenbedingungen und den wahrgenommenen Nutzen lerntherapeutischer Arbeit in Schulen zu gewinnen.
Kapitel 5 (Konzeptionelle Ausgestaltung einer Kooperation von ILT und Schule im Sinne einer inklusiven Unterrichtsentwicklung): Basierend auf den vorhergehenden Analysen entwickelt dieses Kapitel ein detailliertes Konzept für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ILT und Schule, das rechtliche, ethische, strukturelle und praktische Aspekte der Einbindung der Lerntherapie in den Schulalltag umfasst.
Kapitel 6 (Fazit): Das abschließende Kapitel resümiert die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit, leitet konkrete Implikationen für die Praxis ab und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Etablierung der Integrativen Lerntherapie im bayerischen Bildungssystem.
Integrative Lerntherapie, Inklusion, bayerische Grundschulen, Lernstörungen, Kooperation, multiprofessionelles Team, Förderbedarf, Schulentwicklung, präventive Intervention, Chancengleichheit, Bildungsstandards, Lernstrategien, Diagnostik, Ressourcenmanagement, Elternarbeit
Diese Arbeit untersucht, wie die Integrative Lerntherapie (ILT) gewinnbringend in bayerische Grundschulen mit dem Schulprofil „Inklusion“ integriert werden kann, um eine effektive inklusive Schulentwicklung zu unterstützen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtlichen Grundlagen der Inklusion, die Definition und Rolle der Integrativen Lerntherapie, Modelle für multiprofessionelle Kooperationen, empirische Forschung zur ILT in Schulen sowie die konzeptionelle Ausgestaltung einer Zusammenarbeit von ILT und Schule.
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie inklusive Schulentwicklung durch Lerntherapeuten unterstützt und partnerschaftlich weiterentwickelt werden kann, beantwortend die Forschungsfrage: „Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil „Inklusion“, gewinnbringend eingebunden werden?“
Die Arbeit basiert hauptsächlich auf einer umfassenden Literaturanalyse relevanter Forschungsergebnisse und Konzepte. Sie analysiert die Ergebnisse empirischer Studien zur Lerntherapie in Schulen und entwickelt darauf aufbauend ein konzeptionelles Rahmenwerk.
Der Hauptteil behandelt das System der Grundschule mit Inklusionsprofil, definiert die Integrative Lerntherapie, erörtert Kooperationsmodelle wie das „Response-to-Intervention-Modell“ und die „Kokonstruktion“, präsentiert empirische Untersuchungen und schlägt ein konkretes Konzept für die Integration der ILT in Schulen vor.
Schlüsselwörter wie Integrative Lerntherapie, Inklusion, bayerische Grundschulen, Lernstörungen, Kooperation, multiprofessionelles Team, Förderbedarf und Schulentwicklung charakterisieren die Arbeit.
Herausforderungen umfassen den Mangel an speziell geschulten Fachlehrkräften, hohe Zahlen an Kindern mit Migrationshintergrund, die Doppelstruktur des Bildungssystems, fehlende adäquate Ressourcen sowie unzureichende Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, die oft zu einer ablehnenden Haltung gegenüber heterogenen Klassen führen.
Im Gegensatz zur Nachhilfe, die kurzfristig Lernrückstände bei fundiertem Basiswissen aufholt, greift die Integrative Lerntherapie bei umfassenden Entwicklungsstörungen und zielt auf eine längerfristige, allumfassende therapeutische Unterstützung ab, basierend auf interdisziplinärem Fachwissen aus Pädagogik, Psychologie, Medizin, Linguistik und Mathematik.
Die Arbeit stellt verschiedene Kooperationsformen vor, darunter den informellen Austausch, die arbeitsteilige Kooperation mit klaren Aufgabenbereichen sowie die „Kokonstruktion“, die einen kontinuierlichen Wissenstransfer und gemeinsame Zielsetzungen für eine tiefgreifende inklusive Schulentwicklung beinhaltet.
Eine positive Schulkultur und die Unterstützung der Schulleitung sind entscheidend für die Umsetzung kokonstruktiver Kooperationen. Die Schulleitung muss den inklusiven Leitgedanken vorleben und die Schaffung nötiger struktureller Rahmenbedingungen für einen vertrauensvollen Austausch und Wissenstransfer fördern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

