Bachelorarbeit, 2010
75 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Naturwissenschaftliches Arbeiten im Kindergarten
1.1 Kinder als Naturwissenschaftler
1.2 Entwicklungspsychologische Erkenntnisse
1.2.1 Säuglingsforschung
1.2.2 Neo Piagetian Psychologist
1.2.3 Selbstbildungsprozess
1.3 Bildungstheoretische Erkenntnisse
1.4 Lerntheoretische Erkenntnisse
1.4.1 Methakognition
1.4.2 Lernen lernen
1.4.3 Motivation
1.5 Bindungstheoretische Erkenntnisse
2. Internationaler Bildungsvergleich Deutschland im PISA – Schock!?
2.1 PISA Vergleichsergebnisse
2.1.1 PISA und Gender
2.1.2 Sozioökonomischer Aspekt und PISA
2.2 TIMSS
3. Bildungsverständnis
3.1 Einflüsse auf das Bildungsverständnis für die frühen Jahre
3.2 Neue Entwicklung innerhalb der Bildungsdebatte
3.3 Bildung als Politikum
3.4 Bildung als soziales Erbe
3.5 Bildung im Wandel von Familienmodellen
3.6 Bildung und Gerechtigkeit
3.7 Kritische Stimmen in der Bildungsdiskussion
4. Bildungsverständnis der Europäischen Gemeinschaft - Historie
4.1 Entwicklung gemeinsamer Projekte
4.2 Differenziertes Bildungsverständnis in der Gemeinschaft
4.3 Zuständige Administration für Bildungs- und Betreuungsangebote
4.4 Qualifizierungsvergleich der pädagogischen Fachkräfte
4.5 Gemeinsame Europäische Standards
5. Bildungspläne der Bundesländer für den frühkindlichen Bereich
5.1 Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung
5.2 Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan
5.3 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die Baden-Württembergischen Kindergärten
5.4 Der Sächsische Bildungsplan – ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte in Kinderkrippen und Kindergärten
5.5 Bildungsprogramm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen - Anhalt
6. Zum Schwedischen Bildungsplan
7. Zum Englischen Bildungsplan
8. Zum Französischen Bildungsplan
9. Multifaktorelle Einflüsse
9.1 Rahmenbedingungen in frühkindlichen Bildungsinstitutionen in Deutschland
9.2 Stolperstein Föderalismus
9.3 Qualifikation der Fachkräfte in Deutschland
10. Rahmenbedingungen für frühkindlichen Bildungsinstitutionen in Schweden
10.1 Qualitative Entwicklung im frühkindlichen Bildungssystem in Schweden
10.2 Qualifikation der Fachkräfte in Schweden
11. Rahmenbedingungen für frühkindliche Einrichtungen in England
11.1 Qualitätsentwicklung im Bildungssektor des Vereinigten Königreiches
11.2 Qualifikation der Fachkräfte in England
12. Rahmenbedingungen für frühkindliche Bildungsinstitutionen in Frankreich
12.1 Bildungstradition in Frankreich
12.2 Qualifikation der Fachkräfte in Frankreich
13. Internationale Professionalisierungstendenz
14. Möglichkeiten und Grenzen frühkindlicher Bildung im Kaleidoskop der Perspektiven
14.1 Soziokulturelle Bedingungen
14.2 Naturwissenschaften und Technik als Bildungsindikatoren?
14.3 Die Kunst im Dialog zur Bildung
14.4 Musik als Bildungsindikator
14.5 Transfereffekte – Möglichkeiten und Grenzen
15. Resümee
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung naturwissenschaftlicher und technischer Bildung im Kindergarten als mögliche Antwort auf aktuelle bildungspolitische Herausforderungen in Deutschland, unter Einbeziehung internationaler Vergleiche und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse.
1.1 Kinder als Naturwissenschaftler
Die Chemie-Didaktikerin Gisela Lück (2003) erinnert daran, dass es genau genommen eigentlich nichts Neues ist, Kinder im frühen Kindesalter mit Naturphänomenen vertraut zu machen. Während heute das frühzeitige Heranführen an Phänomene der unbelebten Natur oft mit Erstaunen und manchmal sogar mit Skepsis betrachtet wird, gehörte dies zu anderen Zeiten zum selbstverständlichen Bildungskanon, sagt Lück (2003).
Laut Lück, liegt diese Zeit allerdings schon etliche Jahre zurück. Nachdem im 18. und 19. Jahrhundert die Naturwissenschaften eine nie zuvor gekannte Blüte erlebten und viele neue Entdeckungen hervorbrachten, die das alltägliche Leben erleichterten - etwa die Erfindung des elektrischen Lichts oder der künstlichen Düngemittel -, entwickelte sich im viktorianischen England geradezu eine Naturwissenschaftseuphorie (…) [vgl. Lück, G./2007/9].
Eine zweite Welle der Naturwissenschaftseuphorie liegt weniger lange zurück und erfasste auch die Menschen hierzulande: Nach dem so genannten Sputnikschock in Folge der ersten Weltraumerkundungen, der den Mangel an naturwissenschaftlichen Kenntnissen aufdeckte, wurden in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Unterrichtspläne neu formuliert und gerade auch jüngeren Kindern das Lernen von Chemie und Physik nahe gebracht, oder besser gesagt: „verordnet“ (vgl. Lück, G./2007/10).
1. Naturwissenschaftliches Arbeiten im Kindergarten: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen und bildungstheoretischen Grundlagen des kindlichen Forschens und betont die Bedeutung früher naturwissenschaftlicher Bildung.
2. Internationaler Bildungsvergleich Deutschland im PISA – Schock!?: Hier wird die Wirkung internationaler Leistungsvergleiche auf die deutsche Bildungspolitik analysiert und Defizite in der naturwissenschaftlichen Grundbildung aufgezeigt.
3. Bildungsverständnis: Das Kapitel diskutiert den Wandel des Bildungsbegriffs und analysiert Einflüsse wie soziale Herkunft, Familienmodelle und Bildungsgerechtigkeit.
4. Bildungsverständnis der Europäischen Gemeinschaft - Historie: Ein Überblick über die historische Entwicklung der europäischen Kooperation im Bildungssektor und die daraus resultierenden Standards.
5. Bildungspläne der Bundesländer für den frühkindlichen Bereich: Diese Sektion bietet einen vergleichenden Einblick in verschiedene deutsche Bildungspläne und deren Ausrichtung auf frühkindliche Bildung.
6. Zum Schwedischen Bildungsplan: Analyse des schwedischen Modells, das Bildung und Betreuung ganzheitlich und als Teil der Familienpolitik betrachtet.
7. Zum Englischen Bildungsplan: Untersuchung des britischen Ansatzes unter Berücksichtigung der frühzeitigen Einschulung und der Balance zwischen Spiel und schulischen Anforderungen.
8. Zum Französischen Bildungsplan: Einblicke in das französische System der "école maternelle" und die dortige Tradition der Frühpädagogik.
9. Multifaktorelle Einflüsse: Zusammenfassung der verschiedenen Einflussfaktoren auf Bildungsbiografien und die Rolle der Rahmenbedingungen in Deutschland.
10. Rahmenbedingungen für frühkindlichen Bildungsinstitutionen in Schweden: Detaillierte Betrachtung der strukturellen und qualitativen Faktoren im schwedischen System.
11. Rahmenbedingungen für frühkindliche Einrichtungen in England: Untersuchung der heterogenen Trägerstrukturen und der qualitativen Entwicklung im englischen Kontext.
12. Rahmenbedingungen für frühkindliche Bildungsinstitutionen in Frankreich: Analyse der französischen Bildungstradition und der Qualifizierung des Fachpersonals.
13. Internationale Professionalisierungstendenz: Diskussion über zukünftige Professionsprofile und die Bedeutung einer "demokratischen Professionalität".
14. Möglichkeiten und Grenzen frühkindlicher Bildung im Kaleidoskop der Perspektiven: Kritische Reflexion von Bildungsindikatoren, wie Naturwissenschaft, Technik, Kunst und Musik, sowie deren Transfereffekte.
15. Resümee: Fazit der Arbeit mit einem Plädoyer für Besonnenheit in der deutschen Bildungspolitik und der kritischen Hinterfragung rein ökonomischer Bildungsansätze.
Frühkindliche Bildung, Naturwissenschaften, Technik, PISA-Studie, Bildungspläne, Kompetenzförderung, Bildungsgerechtigkeit, Bindungstheorie, Fachkräftequalifikation, Selbstbildung, Ko-Konstruktion, internationale Vergleiche, Bildungsbiografie, Didaktik, Elementarpädagogik.
Die Arbeit untersucht die Rolle naturwissenschaftlicher und technischer Bildung im Kindergarten vor dem Hintergrund der aktuellen deutschen Bildungsdebatte und internationaler Vergleiche.
Zentrale Themen sind die frühkindliche Bildung, die Auswirkungen internationaler Schulleistungsstudien (PISA, TIMSS), unterschiedliche nationale Bildungsansätze und die Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte.
Ziel ist es zu eruieren, ob naturwissenschaftliches Arbeiten mit Kindern einen Weg aus der Bildungskrise in Deutschland darstellen kann und wie eine chancengerechte Bildungslandschaft gestaltet sein sollte.
Die Arbeit nutzt eine umfangreiche Literaturanalyse und vergleicht nationale Bildungspläne sowie internationale Bildungskonzepte (Schweden, England, Frankreich) mit der deutschen Situation.
Der Hauptteil befasst sich mit entwicklungspsychologischen Erkenntnissen, der Analyse internationaler Studien, dem Vergleich europäischer Bildungsverständnisse sowie einer detaillierten Betrachtung deutscher und internationaler Bildungspläne und Rahmenbedingungen.
Frühkindliche Bildung, Naturwissenschaften, Bildungsgerechtigkeit, Bildungspläne, Kompetenzförderung und internationale Vergleiche sind wesentliche Begriffe der Arbeit.
Die Bindungstheorie bildet laut Arbeit die Grundlage für exploratives Lernen, da sichere Bindungsbeziehungen die Voraussetzung für erfolgreiche kognitive Entwicklung und Bildungsprozesse sind.
Die Autorin kritisiert die starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft, den "Gebühren-Flickenteppich" und die fehlende gesellschaftliche Wertschätzung sowie akademische Fundierung des Erzieherberufs.
Obwohl die Wirtschaft Innovationen und Projekte (z.B. "Haus der kleinen Forscher") finanziert, mahnt die Autorin zur Vorsicht, dass Bildung primär als "Menschenbildung" und nicht als reine "Rüstung für den Wirtschaftsstandort" verstanden werden sollte.
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