Bachelorarbeit, 2011
65 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Erklärungsansätze und Ursachen
1.1 Definitionen
1.1.1 Diagnosekriterien im Kindesalter
1.1.1.2 Unaufmerksamkeit
1.1.1.3 Überaktivität
1.1.1.4 Impulsivität
1.1.2 Ergänzung für das Erwachsenenalter
1.2 Prävalenz
1.3 Modelle
1.3.1 Allgemeine Neurobiologische Erklärung
1.3.2 Erklärung aus Sicht der Psychoanalytischen Pädagogik
1.3.3 Erklärung auf Basis der Kommunikations- und Systemtheorie
1.3.4 Erklärung als Ursache sozialer Anpassungsschwierigkeiten
2. AD(H)S im Erwachsenenalter
2.1 Diagnostik und Differenzialdiagnostik im Erwachsenenalter
2.1.1 Diagnostik
2.1.1.1 Interview
2.1.1.2 Fremdanamnese
2.1.1.3 Selbstbeurteilungsskalen
2.1.1.4 Testpsychologische Untersuchungen
2.1.2 Differenzialdiagnostik
2.1.2.1 Differenzialdiagnose
2.1.2.1.1 Schlafstörungen
2.1.2.2 Psychiatrische Komorbiditäten
2.1.2.2.1 Depressionen
2.1.2.2.2 Bipolare Störungen
2.1.2.2.3 Angststörungen
2.1.2.2.4 Zwangsstörungen
2.1.2.2.5 Posttraumatische Belastungsstörung
2.1.2.2.6 Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten sowie antisoziale Persönlichkeitsstörung
2.1.2.2.7 Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.1.2.2.8 Substanzmissbrauch
2.1.2.2.9 Tourette-Syndrom
2.1.2.2.10 Teilleistungsstörungen
2.2 Therapien im Erwachsenenalter
3. Interventionsmöglichkeiten
3.1 Therapieformen
3.1.1 Psychotherapie, Coaching und Selbsthilfe
3.1.1.1 Verhaltenstherapie
3.1.1.2 Psychoanalyse und tiefenpsychologische Psychotherapie
3.1.1.4 Selbsthilfegruppen
3.2.2 Ernährung und ADHS
3.2.2.1 Feingold-Diät
3.2.2.2 Phosphatdiät
3.2.2.3 oligoantigene Diät
3.3 Änderungen gegenüber AD(H)S in der Kindheit
3.3.1 Symptomatik im Erwachsenenalter
3.3.1.1 Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
3.3.1.2 Desorganisation
3.3.1.3 Selbstwertproblematik
3.3.1.4 Störung der motorischen Aktivität
3.3.1.5 Störung der Impulskontrolle
3.3.1.6 Gestörtes Sozialverhalten
3.3.1.7 Emotionale Labilität
3.3.1.8 Stressintoleranz
3.3.1.9 Weitere diagnostische Kriterien nach DSM-IV
3.3.1.10 Wender-Utah-Kriterien
3.3.2 Symptomatik im Vergleich
3.3.2.1 Symptome des Aufmerksamkeitsdefizits nach DSM-IV
3.3.2.2 Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität nach DSM-IV
4. Ausblick
5. Fazit
5.1 Verändert sich die Symptomatik?
5.2 Welche Erklärungsmodelle treffen für das Erwachsenenalter noch zu?
5.3 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht, ob die bei Kindern diagnostizierte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter fortbesteht und ob erwachsene Patienten unter vergleichbaren Anpassungsschwierigkeiten leiden. Ein zentrales Ziel ist die kritische Überprüfung bestehender Erklärungsmodelle und Diagnosekriterien sowie deren Übertragbarkeit vom Kindes- auf das Erwachsenenalter.
3.3.1.1 Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
Eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, wie man sie bei Kindern häufig findet, wird von Bertoffenen Erwachsenen oftmals nicht spontan angegeben, da die gewählten Berufe meist diese Anforderung nicht oder nur im geringen Maße abverlangen. Häufiger wird dagegen von einer Lesefaulheit berichtet. Tageszeitungen können beispielsweise nur schlagzeilenartig überflogen werden. Das Lesen längerer wissenschaftlicher Texte ist teilweise gar nicht oder nur mit Pausen in regelmäßigen, sehr knappen Abständen, möglich, da durch die innere Unruhe der Drang nach anderen Tätigkeiten zu stark ist.
Im Bereich persönlicher Beziehungen können Defizite in der Aufmerksamkeit zu erheblichen Spannungen führen, da es den Betroffenen häufig nicht möglich ist, ihren Partnern über längere Zeit konzentriert und ruhig zuzuhören, wenn diese über ihre Probleme sprechen wollen. Dieses Verhalten wird naheliegender Weise oft als „Kommunikationsstörung“ psychotherapeutisch behandelt, jedoch keine Verbindung zu einer ADHS hergestellt, wodurch eine medikamentöse Behandlung nicht in Erwägung gezogen wird. Bei Personen die sich scheinbar ständig mit ihren Gedanken woanders befinden besteht prinzipiell ein Verdacht auf ADHS. Es wird auch von Müttern berichtet bei denen ADHS diagnostiziert wurde aus dem Problem heraus, dass sie ihren Säugling aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit nicht Stillen konnten.
Ebenfalls problematisch ist die leichte Ablenkbarkeit. Sie verhindert konzentriertes Arbeiten ggf. auch am Arbeitsplatz und zwingt oft zu völlig zurückgezogenem Arbeiten, was häufig sogar nur nachts möglich ist. Kleinste Geräusche oder das bloße Bewusstsein, dass andere Menschen in den gleichen Räumlichkeiten sind reich aus um einen Arbeitsvorgang erheblich zu stören. Patienten berichten davon sich Ohrstöpsel zum Arbeiten eingesetzt zu haben. Experten sprechen hier von einer Hyperfokussierung auf Störquellen. Diese ist auch bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln hinderlich. Betroffene nutzen oft lieber das Auto, da die Störquellen und die enge in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Reizüberflutung mit sich bringen, die nur unter größter Anstrengung ertragen werden kann. Patienten neigen dazu lange Autofahrten zur Arbeit zu bevorzugen, um sich ausreichend auf die Arbeit vorbereiten zu können, Entscheidungen zu treffen oder sich auf andere Aktivitäten vorzubereiten.
1. Erklärungsansätze und Ursachen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von ADHS, definiert Diagnosekriterien im Kindesalter und stellt verschiedene neurobiologische sowie psychologische Erklärungsmodelle vor.
2. AD(H)S im Erwachsenenalter: Hier werden spezifische diagnostische Verfahren für Erwachsene, die Differenzialdiagnostik zur Abgrenzung von Begleiterkrankungen und die Bedeutung psychiatrischer Komorbiditäten behandelt.
3. Interventionsmöglichkeiten: Dieses Kapitel beleuchtet Therapiemöglichkeiten, von medikamentösen Ansätzen bis hin zu psychotherapeutischen Interventionen, und vergleicht die ADHS-Symptomatik bei Kindern und Erwachsenen.
4. Ausblick: Der Autor untersucht die zu erwartenden Entwicklungen der Diagnosekriterien im DSM-V und deren Auswirkungen auf die zukünftige Einordnung von ADHS bei Erwachsenen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Problematik der Diagnose im Erwachsenenalter zusammen und diskutiert kritisch die Validität der Erklärungsmodelle sowie die Notwendigkeit individueller therapeutischer Maßnahmen.
ADHS, Erwachsenenalter, Diagnostik, Differenzialdiagnose, Symptomatik, Komorbidität, Psychotherapie, Methylphenidat, Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität, Impulsivität, Neurobiologie, Selbstorganisation, DSM-IV, ICD-10.
Die Arbeit befasst sich mit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und deren Manifestation im Erwachsenenalter, insbesondere im Hinblick auf die Persistenz der Symptome und deren diagnostische Erfassung.
Die zentralen Themen umfassen die Definitionen und Erklärungsmodelle von ADHS, die Herausforderungen bei der Diagnostik Erwachsener, die Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen (Differenzialdiagnose) und verschiedene Therapieansätze.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob ADHS im Erwachsenenalter fortbesteht, wie sich die Symptomatik im Vergleich zur Kindheit wandelt und ob die für Kinder entwickelten Erklärungsmodelle und Diagnosekriterien auch bei Erwachsenen anwendbar sind.
Der Autor stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener Klassifikationssysteme (insbesondere DSM-IV und ICD-10), um die klinische Relevanz und diagnostische Praxis bei ADHS im Erwachsenenalter fundiert darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Einordnung bei Erwachsenen, die Untersuchung von Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), die Darstellung medikamentöser und psychotherapeutischer Interventionsmöglichkeiten sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Symptomatik im Lebensverlauf.
Die zentralen Schlagworte sind ADHS, Erwachsenenalter, Diagnostik, Symptomatik, Komorbidität, Differenzialdiagnose sowie diverse therapeutische Interventionsansätze.
Da sowohl ADHS als auch Borderline-Störungen chronisch sind und Symptome wie Impulsivität, emotionale Labilität und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen aufweisen, ist eine differenzierte anamnestische Untersuchung notwendig, um eine Fehlbehandlung zu vermeiden.
Die Arbeit analysiert die Wirkung von Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien, betont jedoch, dass eine medikamentöse Behandlung idealerweise in ein kombiniertes Therapiekonzept eingebettet sein sollte und regelmäßig auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden muss.
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