Bachelorarbeit, 2010
65 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemdarstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Fragestellungen
1.4. Untersuchungsmethode
1.5. Erläuterungen
2. Institutionelle Grundlagen des Themenkomplexes
2.1. Parameter Hörfunk – Rundfunkforschung und Jugend
2.2. Parameter Jugend – Jugendforschung und Medien
2.3. Medienpädagogik – Zwischen den Stühlen
2.4. Zusammenfassung
3. Jugend und Hörfunk – Der gegenwärtige Forschungsstand
3.1. Ein Forschungsdesiderat?
3.1.1. Exkurs: Gewaltforschung in Bezug auf Medien und Jugendliche
3.1.2. Historische Einbettung der Forschungslage
3.2. Dauerhafte Forschungsinstanzen
3.2.1. Parameter Hörfunk
3.2.2. Parameter Jugend
3.2.3. Exkurs: Internetstudien
3.3. Charakteristika jugendlichen Hörfunkverhaltens
3.3.1. Aufmerksamkeit
3.3.2. Empfundene Glaubwürdigkeit
3.3.3. Information und Wortbeiträge
3.3.4. Bindung
3.4. Hörfunk in der Entwicklung Heranwachsender
3.4.1. Hörfunk im Übergang zum Jugendalter
3.4.2. Hörfunk in der Frühadoleszenz
3.4.3. Hörfunk in der mittleren und späten Adoleszenz
3.5. Jugendliche, Radio und Musik
3.5.1. Die Bearbeitung jugendlichen Entwicklungsbedarfs
3.5.2. Musik und Gefühl
3.6. Fazit
3.6.1. Teil I: Der Hörfunk als Jugendmedium
3.6.2. Teil II: Der Forschungsstand zum Komplex Hörfunk und Jugendliche
4. Jugend und Hörfunk – Entwicklungen und Trends
4.1. Jugendliche Hörfunknutzung – Aktuelle Tendenzen im geschichtlichen Vergleich
4.2. Das Radio als Musikmedium und die neuen Konkurrenten
4.2.1. Webradio
4.2.2. Personalisierte Online-Musikangebote
4.3. Fazit
5. Zusammenfassung und Folgerung
Diese Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Forschungsstand zur Rolle des Hörfunks im jugendlichen Medienensemble zu beleuchten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Jugendliche das Medium Radio in Zeiten zunehmender medialer Konvergenz nutzen, welche Bedeutung Musik in diesem Kontext einnimmt und wie sich die Marktsituation für den Hörfunk angesichts neuer digitaler Wettbewerber verändert hat.
3.3.1. Aufmerksamkeit
Entsprechend des vorherrschenden Rezeptionscharakteristikums der Nebenbei-Nutzung beziehungsweise des begleiteten Hörens ist auch die jugendliche Zuwendung zum Radio mitunter von schwacher Aufmerksamkeit gekennzeichnet, allerdings belegen Six' Berechnungen, einen geringeren Anteil des Nebenbei-Hörens gegenüber allen anderen Bevölkerungsgruppen – 65 Prozent der Nutzungsdauer bei den 14- bis 19-Jährigen gegenüber 79 Prozent in der Gesamtbevölkerung.
Für die kindliche und präadoleszente Radionutzung ist zuletzt keine signifikant erhöhte Aufmerksamkeit in der Zuwendung belegt, jedoch ist sie höher, je jünger die Kinder sind, was auf die vergleichsweise geringe Medienerfahrung, den weniger routinierten Umgang mit dem Medium und den geringen Habituationsgrad zurückzuführen ist. Die dem Medium entgegengebrachte Aufmerksamkeit verhält sich vermutlich tendenziell reziprok proportional zum Grad an Gewöhnung, wenn auch eine dezidierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem angenommenen Zusammenhang bislang ausblieb.
Insgesamt betonen die Mehrzahl der Aussagen die vorherrschende Eigenschaft des Nebenbei-Hörens mit geringer Aufmerksamkeit in Parallelität zu anderen Altersgruppen; auch für Jugendliche steht das Radio, entsprechend der Habitualisierungsprozesse infolge der Allgegenwärtigkeit der Medien, die sich speziell in der medialen Musikwahrnehmung niederschlagen, selten im Wahrnehmungsfokus, wenn auch der Grad an Konzentration entsprechend inhaltlicher Präferenzen alterniert.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik und Zielsetzung der Untersuchung, die den Fokus auf das Beziehungsgeflecht zwischen Jugend, Hörfunk und Musik legt.
2. Institutionelle Grundlagen des Themenkomplexes: Charakterisierung der beteiligten Forschungsfelder Hörfunkforschung, Jugendforschung und Medienpädagogik, die das Spannungsfeld bilden.
3. Jugend und Hörfunk – Der gegenwärtige Forschungsstand: Umfassende Analyse des bisherigen Wissensstandes inklusive der Rolle von Musik und den Funktionen des Radios für die jugendliche Entwicklung.
4. Jugend und Hörfunk – Entwicklungen und Trends: Untersuchung der Auswirkungen technischer Konvergenz und neuer musikbasierter Konkurrenzangebote auf die Radionutzung.
5. Zusammenfassung und Folgerung: Synthese der wesentlichen Ergebnisse zur Bedeutung des Radios als Musikmedium und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Hörfunk, Jugendforschung, Medienpädagogik, Mediennutzung, Musik, Konvergenz, Radio, Adoleszenz, Nebenbei-Hören, Digitalisierung, Webradio, Mediensozialisation, Nutzungsdaten, Unterhaltung, Musikmedien.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zur Rolle des Radios im Alltag von Heranwachsenden und analysiert, wie sich das Medium Radio in einem sich wandelnden Medienensemble behauptet.
Zentrale Felder sind die medienpädagogische Bedeutung des Radios, die spezifische Funktion von Musik für Jugendliche sowie der Einfluss von neuen digitalen Konkurrenzangeboten wie Webradio und personalisierten Musikdiensten.
Das Ziel ist es, den Forschungsstand zur Jugendhörfunkforschung zu erhellen und aufzuzeigen, wie Jugendliche das Medium heute nutzen und welchen Stellenwert es für ihre Entwicklung hat.
Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse beziehungsweise Sekundäranalyse bestehender empirischer Studien und Forschungsprojekte.
Im Hauptteil wird der Forschungsstand zu jugendlichem Hörfunkverhalten detailliert analysiert, inklusive der psychologischen Bedeutung von Musik und der Auswirkungen des sogenannten „Nebenbei-Hörens“.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Hörfunk, Mediennutzung, Jugendliche, Musik, Konvergenz, Medienpädagogik und Sozialisation.
Aufgrund der Zunahme von alternativen Medienangeboten wie Internet, MP3-Playern und Handys, die in Konkurrenz zur klassischen Radionutzung stehen, gewinnt die Frage nach der Konstitution und Relevanz des Radios für junge Hörer neu an Bedeutung.
Musik ist der wichtigste Grund für die Radionutzung. Sie dient Jugendlichen als „Stimmungsregulativ“ und hilft ihnen bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, indem sie beispielsweise als subkultureller Türöffner fungiert.
Mit zunehmendem Alter differenziert sich das Nutzungsverhalten. Während das Radio in der Schwellenphase zur Jugend eine hohe Bedeutung hat, gewinnen im späteren Jugendalter individuell steuerbare Medien (wie MP3 oder Internet) an Bedeutung.
Durch technische Novitäten wie Webradio und personalisierte Musikdienste wird das Radio zunehmend in andere Endgeräte integriert, was für Radiosender die Notwendigkeit schafft, sich durch innovative Begleitangebote zu profilieren.
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