Bachelorarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Insolvenzverfahren in Deutschland und in den USA
2.1. Grundlagen des Insolvenzrechts
2.1.1. Deutschland
2.1.2. USA
2.2. Insolvenz als Sanierungsinstrument
2.2.1. Deutschland
2.2.2. USA
2.3. Vergleich der Insolvenzverfahren
2.3.1. Zeitpunkt der Antragsstellung
2.3.2. Verfahrenswahl (Liquidation oder Sanierung)
2.3.3. Eigenverwaltung im Sanierungsverfahren
2.3.4. Auswirkungen des Verfahrensstillstands
2.3.5. Insolvenzplan als Sanierungsinstrument
3. Analyse der Insolvenzen in Deutschland und in den USA
3.1. Entwicklung der Insolvenzquoten im Zeitraum 2000-2009
3.1.1. Deutschland
3.1.2. USA
3.1.3. Gründe für die Entwicklung Insolvenzquoten
3.2. Sanierungsaussichten insolventer Unternehmen
3.2.1. Deutschland
3.2.2. USA
3.2.3. Analyse der Sanierungschancen
4. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht und vergleicht die Rahmenbedingungen und Statistiken von Unternehmensinsolvenzen in Deutschland und den USA. Ziel ist es, die Unterschiede in den jeweiligen Insolvenzrechtsnormen aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als Instrumente zur Sanierung krisengeschüttelter Unternehmen.
2.3.1. Zeitpunkt der Antragsstellung
Eine entscheidende Rolle bei einer Sanierung per Insolvenzrecht spielt der Zeitpunkt der Antragsstellung. Nur wenn das Insolvenzverfahren zu einem Zeitpunkt eröffnet wird, in dem noch nicht das gesamte Vermögen aufgebraucht ist, ist eine Sanierung noch wirtschaftlich sinnvoll bzw. möglich.86
Nach der Insolvenzordnung erfordert die Eröffnung eines Verfahrens das Vorliegen einer finanziellen Notlage gem. §§ 17,18,19 InsO. Der Bankruptcy Code hingegen verzichtet bei einem Eigenantrag ganz auf den Tatbestand einer Insolvenz. Bei dieser Extremlösung besteht auch für nachweislich nicht insolvente Schuldner die Möglichkeit einer Antragsstellung.87 Somit kann der Insolvenzantrag fast zeitlich beliebig nach vorne verlagert werden, eindeutiger Missbrauch bildet hier die einzige Ausnahme.88
Die Anforderungen bei einem Gläubigerantrag im US-Recht gehen weit über die der Insolvenzordnung hinaus.89 Gem. § 14 Abs. 1 InsO fordert das deutsche Recht lediglich eine Glaubhaftmachung des Insolvenzgrundes. Hingegen ist nach dem Bankruptcy Code ein Gläubiger nur antragsberechtig, wenn er die Insolvenz darlegen und auch beweisen kann. Darüber hinaus entsteht bei den Gläubigern nach US-amerikanischen Recht das Risiko einer Verbindlichkeit. Sollte der Antrag vom Gericht zurückgewiesen werden ist der Gläubiger verpflichtet Schadensersatzzahlungen an den Schuldner zu entrichten.90
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Insolvenzen für die Gesamtwirtschaft dar und umreißt die Struktur der Arbeit, welche die deutsche und US-amerikanische Rechtslage vergleicht.
2. Insolvenzverfahren in Deutschland und in den USA: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen beider Länder, vergleicht Verfahrensabläufe wie Sanierung und Liquidation und beleuchtet die Rolle der Gläubiger sowie die Eigenverwaltung.
3. Analyse der Insolvenzen in Deutschland und in den USA: Dieses Kapitel wertet statistische Daten zur Insolvenzentwicklung im Zeitraum 2000-2009 aus und untersucht die Faktoren sowie Erfolgsaussichten für Sanierungen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer genaueren statistischen Datenerfassung für zukünftige Verbesserungen der Insolvenzabwicklung.
Insolvenzrecht, Deutschland, USA, Insolvenzverfahren, Sanierung, Liquidation, Bankruptcy Code, Insolvenzordnung, Unternehmensinsolvenzen, Finanzkrise, Eigenverwaltung, Gläubiger, Insolvenzplan, Restrukturierung, Wirtschaftsstabilität.
Die Arbeit befasst sich mit dem vergleichenden Insolvenzrecht von Deutschland und den USA, insbesondere unter dem Aspekt, wie beide Systeme mit der Sanierung von kriselnden Unternehmen umgehen.
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Rahmenbedingungen, der statistischen Entwicklung der Insolvenzen zwischen 2000 und 2009 sowie den Erfolgschancen von Sanierungsmaßnahmen.
Das Hauptziel ist die Gegenüberstellung der deutschen und US-amerikanischen Rechtsnormen, um zu bewerten, welches System eine höhere Sanierungschance bietet und wie sich diese Prozesse in der Praxis auswirken.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Rechts- und Statistikanalyse sowie der Auswertung von Studien und Fachpublikationen zum Thema Insolvenzabwicklung.
Im Hauptteil werden rechtliche Strukturen (Insolvenzordnung vs. Bankruptcy Code), Sanierungsinstrumente (Chapter 11 vs. Insolvenzplan) und eine detaillierte Analyse der Insolvenzdaten unter Berücksichtigung konjunktureller Einflüsse analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Insolvenzrecht, Sanierung, Liquidation, Chapter 11, Insolvenzordnung, Eigenverwaltung und Finanzkrise.
Chapter 11 ist ein zentrales Sanierungsinstrument des US-Rechts, das durch seine schuldnerfreundliche Ausrichtung und den Schutz durch den "automatic stay" einen starken Kontrast zur deutschen Insolvenzpraxis bildet.
Die Analyse zeigt, dass die Finanzkrise ab 2007 in beiden Ländern zu einem sprunghaften Anstieg von Insolvenzen führte, wobei auch große, traditionsreiche Unternehmen nicht vor der Insolvenz gefeit waren.
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