Diplomarbeit, 2004
116 Seiten, Note: 1
Diese Arbeit befasst sich mit der Sprachskepsis des österreichischen Schriftstellers, Journalisten und Philosophen Fritz Mauthner, die als eine der ersten umfassenden Artikulationen des Umstandes gilt, dass die Sprache die Welt nicht mehr angemessen erfasst. Die Arbeit setzt Mauthners Sprachkritik in einen historischen Kontext, sowohl in einen weiteren geistesgeschichtlichen Kontext als auch in den konkreten Kontext der zentraleuropäischen Region um die Jahrhundertwende.
Die Einleitung stellt die Sprachskepsis Mauthners vor und erläutert die historische Dimension der Sprachphilosophie im Kontext der zentraleuropäischen Region um die Jahrhundertwende. Es wird die These aufgestellt, dass die intensive Auseinandersetzung der österreichischen Intellektuellen mit der Sprache im Zusammenhang mit der Vielsprachigkeit und kulturellen Pluralität des Habsburgerreiches steht.
Kapitel A beleuchtet die Sprachkrise und die Sprachkritik im Allgemeinen. Es werden verschiedene Standpunkte zur Sprachkritik vorgestellt, darunter die Aufklärungsperspektive, der bildungsbürgerliche Elitarismus und Konservativismus, die „Philologie“ und die Sprachkritik im Sinne Mauthners.
Kapitel B befasst sich mit Fritz Mauthner in seiner Zeit. Es werden seine Selbstverortung in der Geschichte der Philosophie, ein kurzer Abriss seiner Biographie und seine Rolle in den Krisen um 1900 behandelt.
Kapitel C analysiert die Ursachen und Symptome der Sprachkrise nach Fritz Mauthner. Es werden Mauthners Kampf gegen den Wortaberglauben, seine Naturalisierung der Muttersprache und seine Legitimation der Nation sowie literarische Reflexionen der Krise der abstrakten Sprache betrachtet.
Kapitel D untersucht die Genese der sprachkritischen Atmosphäre in der Habsburgermonarchie. Es werden die regionale Erweiterung, der Barock und die Gegenreformation, die Zentralisierung, die Aufklärung und der aufgeklärte Absolutismus sowie der Nationalismus und die Sprachenkrisen analysiert.
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen wie Sprachkrise, Sprachkritik, Vielsprachigkeit, kulturelle Pluralität, Fritz Mauthner, Österreich, Habsburgermonarchie, Jahrhundertwende, Aufklärung, Nationalismus, Barock, Gegenreformation, Geschichte der Philosophie, Literatur, Symbolismus, und historische Dimension.
Fritz Mauthner war ein böhmisch-österreichischer Philosoph und Schriftsteller, der für seine radikale Sprachkritik und Sprachskepsis um die Jahrhundertwende bekannt ist.
Es beschreibt das Gefühl intellektueller Kreise um 1900, dass die Sprache nicht mehr ausreicht, um die komplexe Wirklichkeit angemessen zu erfassen.
Das vielsprachige, kulturell heterogene Umfeld förderte die Aufmerksamkeit für die Grenzen und Funktionen der Sprache.
Mauthner kritisierte die irrige Annahme, dass Worten eine reale Existenz oder ein festes Wesen in der Welt entspricht.
Die Ideologisierung von Sprachen durch den Nationalismus im 19. Jahrhundert verschärfte die Konflikte und die Skepsis gegenüber der instrumentellen Nutzung von Sprache.
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