Masterarbeit, 2020
79 Seiten, Note: 1,0
Diese Masterarbeit zielt darauf ab, ein Konzept zur Zusammenführung mehrerer Servicedesks eines IT-Unternehmens im kirchlichen Umfeld zu einem Single Point of Contact (SPOC) zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie eine solche Konsolidierung zu einer Verbesserung des 1st Level Supports, des IT-Service-Managements und der Kundenzufriedenheit führen kann, insbesondere unter Berücksichtigung des unternehmerischen Leitbildes "humanITy".
2.5.6 Organisation des Servicedesks im Beispielunternehmen
Im Beispielunternehmen gibt es mehrere POCs, die sich nach Fachbereichen gliedern. Dass bedeutet, der Kunde hat die Möglichkeit, direkt mit dem POC des Fachbereichs Kontakt aufzunehmen. Im Beispielunternehmen sind es zwölf unterschiedliche Hotline-Rufnummern, die den Endanwendern zur Verfügung stehen. Da viele Endanwender nicht unterscheiden können, ob es sich um ein technisches oder ein fachliches Problem handelt, melden sie sich häufig bei einem beliebigen POC (vgl. Korvela & Back, o. J., S. 2).
An dieser Stelle muss bedacht werden, dass im kirchlichen Sektor die Anwender meist ehrenamtlich tätige Personen sind, die unentgeltlich arbeiten oder nur eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten. Das Alter dieser Personen liegt im Durchschnitt zwischen 45 und 75 Jahren. Einer Statistik der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) von 2018 kann entnommen werden, dass die EKD 1.104.000 Ehrenamtliche, 241.000 Hauptamtliche und 21000 Theologen beschäftigt (Bedford-Strohm et al., 2018, S. 19-20). Viele der Ehrenamtlichen haben keine IT-Ausbildung oder besitzen keine IT-Affinität und können nicht beurteilen, ob es sich um ein fachliches oder ein technisches Problem handelt (vgl. Bullen, Abraham, Gallagher, Simon, & Zwieg, 2009, S. 133–136). Somit muss in den meisten Fällen der POC-Mitarbeiter viel Zeit investieren, um den Sachverhalt zu prüfen. So kommt es nicht selten vor, dass der Endanwender mit mindestens zwei unterschiedlichen POC-Mitarbeitern spricht, bevor ihm geholfen werden kann.
Einige Fachbereiche wissen mit den Angaben des Anwenders nichts anzufangen, da diese nur Kompetenzen in ihrem Fachgebiet besitzen, und stellen das Gespräch an den technischen Servicedesk weiter, der den 1st Level Support für den technischen IT-Support für alle bestehenden Anwendungen im Unternehmen erbringt. Diese Konstellation der verschieden POCs kostet dem Unternehmen Zeit, bindet Ressourcen und ist zudem kundenunfreundlich, da die Kunden regelmäßig mit einem anderen Servicedesk verbunden werden müssen, damit ihre Anliegen bearbeitet werden kann.
Dieser Zustand wurde über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess im IT-Service-Management bemerkt, sodass beschlossen wurde, dass die POCs neu analysiert und evaluiert werden müssen, um zu klären, ob und wie eine Verbesserung möglich ist. Es gilt, eine Evaluierung durchzuführen, die nach dem Best-Practice-Prinzip eine neue Strategie für die POCs entwickelt und diese an das Unternehmen anpasst, sodass die Firmenstrategie nicht beeinflusst wird. Die Neuausrichtung soll die POCs transparenter und besser messbar machen. Das Incident-Management soll effizienter, die übergreifende Kommunikation verbessert und zentralisiert werden.
1 Einleitung: Stellt die Problemstellung dar, die durch heterogene Servicedesks in einem IT-Unternehmen im kirchlichen Umfeld entsteht, die Forschungsfragen zur Zusammenführung zu einem SPOC und die verwendete Design Science Research Methode.
2 Stand der Forschung: Beschreibt das Beispielunternehmen, dessen Portfolio im kirchlichen Sektor und die Rolle des IT-Service-Managements sowie verschiedene Organisationsstrukturen von Servicedesks nach ITIL.
3 Analyse des Fallunternehmens: Führt eine Ist-Analyse der bestehenden Points of Contact (POCs) anhand von Key Performance Indikatoren (KPIs) durch, untersucht Ticketzahlen, telefonische Erreichbarkeit und Anrufdauer, sowie die SLA-Konformität und Ticketlösungszeiten.
4 Konzeption des SPOC-Models für das Beispielunternehmen: Entwickelt ein neues SPOC-Konzept auf Basis der Ist-Analyse und Literatur, das die spezifischen Anforderungen des Beispielunternehmens berücksichtigt, und demonstriert dessen Anwendung an einem Incident-Management-Beispiel.
5 Schlussfolgerung: Beantwortet die Forschungsfragen, fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit eines SPOC zur Verbesserung von Kommunikation und Effizienz und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschung.
Servicedesk, SPOC, ITIL, IT-Service-Management, Key Performance Indicators (KPIs), Kundenzufriedenheit, Prozessoptimierung, kirchliches Umfeld, Incident-Management, Service Requests, Service Level Agreements (SLAs), Design Science Research, „humanITy“.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Konzepts zur Zusammenführung mehrerer Servicedesks eines IT-Unternehmens im kirchlichen Umfeld zu einem zentralen Single Point of Contact (SPOC), um die Effizienz und Kundenzufriedenheit zu verbessern.
Die zentralen Themenfelder sind IT-Service-Management, Servicedesk-Organisation, ITIL-Best Practices, Key Performance Indikatoren (KPIs), Service Level Agreements (SLAs) und die spezifischen Herausforderungen eines IT-Dienstleisters im kirchlichen Sektor.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines geeigneten Organisationskonzepts zur Überführung mehrerer fachlicher und technischer Points of Contact (POCs) in einen SPOC, sowie die Untersuchung, wie dadurch das IT-Service-Management und die Kundenzufriedenheit verbessert werden können.
Die Masterarbeit verwendet die Design Science Research (DSR)-Methode, die sich auf die Entwicklung und Evaluierung von Artefakten (Konzepte, Modelle) konzentriert, um beobachtete Probleme zu lösen und funktionalen Nutzen zu schaffen.
Im Hauptteil werden der Stand der Forschung zu Servicedesks und SPOCs, eine detaillierte Ist-Analyse des Beispielunternehmens anhand von KPIs und SLAs sowie die Konzeption und beispielhafte Anwendung des neuen SPOC-Modells dargestellt.
Servicedesk, SPOC, ITIL, IT-Service-Management, KPIs, SLAs, Kundenzufriedenheit, kirchliches Umfeld, Incident-Management, Prozessoptimierung, Design Science Research.
Das Unternehmen agiert im kirchlichen Sektor, wo Endanwender oft ehrenamtlich tätig sind, eine geringere IT-Affinität besitzen und sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Betriebssysteme und eine heterogene IT-Infrastruktur auszeichnen, was den Support erschwert.
Das Leitbild "humanITy" – eine Wortschöpfung aus Menschlichkeit und IT – ist ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens, das über die reinen Servicedienste hinaus einen umfassenden Firmensupport und eine hohe Kundenbindung durch menschliches Miteinander im kirchlichen Kontext impliziert.
Ein "klassischer SPOC" ist für das Beispielunternehmen nicht ratsam, da die unterschiedlichen Service Level Agreements (SLAs) der Fachbereiche mit ihren Kunden eine direkte Zusammenführung aller POCs erschweren würden, ohne fachspezifische Bedürfnisse zu verletzen.
Für das neue SPOC-Konzept wird ein professionelles Contact Center vorgeschlagen, das über Funktionen wie Skill-basiertes Routing, Warteschleifen, Rückrufoptionen und eine Auswahlmöglichkeit für spezifische Fachbereiche verfügt.
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