Bachelorarbeit, 2025
95 Seiten, Note: 1,7
Die Bachelorarbeit „ADHS als Ressource im Sport – eine explorative Untersuchung potenzieller leistungsrelevanter Vorteile bei ADHS-Betroffenen“ verfolgt das Ziel, einen Perspektivwechsel im Umgang mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vorzunehmen. Während ADHS in Forschung und Praxis überwiegend defizitorientiert betrachtet wird, untersucht diese Arbeit, inwiefern ADHS-typische Merkmale im sportlichen Kontext nicht nur kompensiert, sondern als leistungsförderliche Ressourcen wirksam werden können.
Im theoretischen Teil werden zunächst die diagnostischen Grundlagen, Symptomatik und neurobiologischen Besonderheiten von ADHS dargestellt, mit besonderem Fokus auf exekutive Funktionen, dopaminerge Motivationsmechanismen und Entwicklungsaspekte. Darauf aufbauend wird Sport als kognitiv anspruchsvolles Handlungsfeld analysiert, das hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Inhibition, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität und Antizipation stellt. Obwohl diese Anforderungen auf den ersten Blick der ADHS-Symptomatik entgegenstehen, zeigt die Forschung, dass sportliche Aktivität sowohl kompensierende Effekte als auch leistungsstabilisierende Wirkungen entfalten kann. Ein zentrales Kapitel widmet sich dem Perspektivwechsel hin zu ADHS als Ressource im Sport. Theoretisch gebündelt werden potenzielle Vorteile wie schnelle Reizverarbeitung, situativer Hyperfokus, Kreativität und Spontanität, körperliche Intuition sowie ein hohes Energieniveau. Diese Merkmale werden im Kontext dynamischer, stimulierender Sportarten als mögliche leistungsrelevante Faktoren diskutiert. Der empirische Teil basiert auf leitfadengestützten Experteninterviews mit einem Kinder- und Jugendarzt sowie einer Sportlehrkraft. Ziel ist es, die theoretischen Annahmen durch praxisnahes Erfahrungswissen zu ergänzen und kritisch zu reflektieren. Die qualitative Inhaltsanalyse zeigt, dass ADHS-typische Merkmale im Sport unter bestimmten Rahmenbedingungen tatsächlich als Stärke wahrgenommen werden, gleichzeitig aber auch klare kontextabhängige Grenzen bestehen.
Abschließend werden die Ergebnisse in den Forschungskontext eingeordnet, methodische Limitationen reflektiert und praxisrelevante Implikationen für Sportunterricht, Training und Förderung abgeleitet. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zu einem differenzierten, ressourcenorientierten Verständnis von ADHS im sportlichen Kontext.
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