Diplomarbeit, 2008
120 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Das Krankheitsbild „Anorexia nervosa“
2.1 Klassifikationssysteme und Diagnosekriterien
2.2 Körperliche Komplikationen und Folgeschäden
2.3 Ätiologie
2.4 Epidemiologische Daten
3 Die Lebenswelt der betroffenen Kinder und Jugendlichen
3.1 Elterliche Wertevorstellungen und die damit verbundene Rollenverteilungen
3.2 Das familiäre Klima
3.3 Verhaltensmuster von Müttern magersüchtiger Kinder
3.4 Verhaltensmuster seitens der Väter von magersüchtigen Kindern
3.5 Das Erleben und Verhalten der betroffenen Kinder und Jugendlichen
4 Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene
4.1 Die ambulante Therapie
4.2 Die stationäre Therapie
4.3 Die teilstationäre Therapie
4.4 Methoden der Psychotherapie
5 Heilpädagogische Behandlung anorektischer Mädchen im Gruppenalltag
5.1 Exemplarische Darstellung des Krankheitsbildes anhand von Sandra
5.2 Die therapeutische Behandlung der Anorexie in einer heilpädagogischen Wohngruppe
5.3 Eltern- und Familienarbeit in der Heimerziehung
6 Orientierungshilfen für Eltern im Sinne einer Rückfallprophylaxe
6.1 Verarbeitung der Schuldfrage
6.2 Erschaffung von Rahmenbedingungen
6.3 Grenzen setzen
6.4 Verbesserung der Kommunikation und der Beziehungsgestaltung
7 Präventive Interventionen von Essstörungen
7.1 Gesundheitsförderung und Prävention
7.2 Die Primärprävention
7.3 Die Sekundärprävention
7.4 Die Tertiärprävention
8 Gesundheitlicher Bildungsauftrag der Schule
8.1 Gesundheitserziehung und Schulkultur
8.2 Der Auftrag des Lehrers im Hinblick auf das Störungsbild „Anorexia nervosa“
8.3 Gesprächsleitfaden für Lehrer und Lehrerinnen
8.4 Der Auftrag des Lehrers an einer Schule für Erziehungshilfe
9 Professionelle Haltung als Sozialpädagoge in der Arbeit mit magersüchtigen Kindern
9.1 Die Kompetenzen in der Dimension des Könnens
9.2 Die Kompetenzen in der Dimension des Wissens
9.3 Die Kompetenzen in der Dimension der beruflichen Haltung
10 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, pädagogische Alltagsgestaltung und Rückfallprophylaxe der Anorexia nervosa bei Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Störungsbild zu entwickeln, um daraus hilfreiche Ansätze für die therapeutische Arbeit und die Unterstützung betroffener Familien abzuleiten.
2.2 Körperliche Komplikationen und Folgeschäden
„Alles war so hoffnungslos und ausweglos. Der einzige Triumph, den ich hatte, war mein Hungern. Es war die Macht, die Gewalt, die Beherrschung über meinen Körper. Es machte mir richtig Spaß, mich zu quälen, meinen Körper zu spüren, das Brennen, die Leere im Inneren, den Hunger.“ (Gerlinghoff 2003, 23)
Magersüchtige machen sich selbst zu einem Hungerkünstler. Sie haben den Wunsch, aus ihrem Körper ein Kunstwerk zu erschaffen, ihn nach eigenen Vorstellungen zu modellieren, ihn zu kontrollieren und über seine Bedürfnisse, sein Verlangen zu verfügen. In welchem Ausmaß der eigene Körper darunter leidet und welche Folgen daraus resultieren, wird hingegen verdrängt. Die somatischen Symptome dieser Erkrankung sind sichtbar die Äuffälligsten (vgl. Huber/ Kraemer 2007, 71). Indem dem Körper jegliche Nahrung und damit Energie entzogen wird, ist er ganzheitlich davon betroffen, so dass es zu Mangelerscheinungen und den daraus resultierenden Folgeschäden kommt (vgl. Pauli/ Steinhauser 2006, 21). „Es gilt als gesichert, dass zahlreiche Veränderungen der hormonellen Regulationen des Neurotransmittersystems eine Folge und nicht die Ursache einer Anorexia nervosa [...]“ sind (Huber/ Kraemer 2007, 69).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme chronischer Erkrankungen bei Kindern und thematisiert die psychischen sowie sozialen Folgen der Anorexia nervosa.
2 Das Krankheitsbild „Anorexia nervosa“: Dieses Kapitel definiert das Krankheitsbild, erläutert diagnostische Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) und beschreibt die körperlichen Komplikationen sowie ätiologische Erklärungsansätze.
3 Die Lebenswelt der betroffenen Kinder und Jugendlichen: Das Kapitel untersucht familiäre Strukturen, elterliche Wertevorstellungen und das familiäre Klima, die maßgeblich zur Entstehung der Essstörung beitragen können.
4 Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene: Hier werden verschiedene Interventionsformen vorgestellt, darunter ambulante, stationäre und teilstationäre Settings sowie spezifische Methoden der Psychotherapie.
5 Heilpädagogische Behandlung anorektischer Mädchen im Gruppenalltag: Dieses Kapitel veranschaulicht die praktische therapeutische Arbeit in einer heilpädagogischen Wohngruppe anhand von Fallbeispielen und Strukturen.
6 Orientierungshilfen für Eltern im Sinne einer Rückfallprophylaxe: Das Kapitel bietet Eltern konkrete Strategien zur Bewältigung der Schuldfrage und zur Etablierung förderlicher Rahmenbedingungen nach der Entlassung.
7 Präventive Interventionen von Essstörungen: Hier werden unterschiedliche Präventionsansätze (primär, sekundär, tertiär) im Gesundheitswesen diskutiert.
8 Gesundheitlicher Bildungsauftrag der Schule: Es wird die Rolle der Institution Schule in der Gesundheitserziehung und der spezielle Auftrag des Lehrpersonals im Umgang mit Anorexie-Patientinnen thematisiert.
9 Professionelle Haltung als Sozialpädagoge in der Arbeit mit magersüchtigen Kindern: Das Kapitel definiert notwendige Kompetenzen (Dimensionen des Könnens, Wissens und der Haltung) für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit.
10 Ausblick: Der Ausblick fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Dringlichkeit einer ressourcenorientierten Weiterentwicklung heilpädagogischer und sozialpädagogischer Ansätze.
Anorexia nervosa, Magersucht, Essstörungen, Jugendliche, Familientherapie, Sozialpädagogik, Prävention, Heilpädagogik, Rückfallprophylaxe, Psychotherapie, Körperbild, Selbstwertgefühl, Adoleszenz, Gesundheitsförderung, Schulische Prävention
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Störungsbild der Anorexia nervosa (Magersucht) bei Kindern und Jugendlichen, wobei der Fokus auf der Rolle der Sozialen Arbeit, der familiären Einflüsse und den Behandlungsmöglichkeiten liegt.
Zentrale Themen sind die Entstehung der Krankheit (Ätiologie), die Auswirkungen auf das familiäre System, pädagogische Alltagsgestaltung in Wohngruppen sowie Präventionsmöglichkeiten und der Bildungsauftrag der Schule.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine ganzheitliche Betrachtung und professionelle sozialpädagogische Unterstützung der Teufelskreis der Magersucht durchbrochen und Rückfälle präventiv verhindert werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine synoptische Auswertung der aktuellen Fachliteratur sowie auf eigene Erfahrungen aus einem heilpädagogischen Praxissemester, um die theoretischen Konzepte mit der Lebenswirklichkeit zu verknüpfen.
Der Hauptteil behandelt die medizinischen Grundlagen, familiäre Dynamiken, spezifische Behandlungskonzepte für verschiedene Settings sowie die professionelle Haltung von Sozialpädagogen in diesem Kontext.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Anorexia nervosa, soziale Kompetenz, Familientherapie, Rückfallprophylaxe und multiprofessionelle Zusammenarbeit definiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Magersucht häufig in Familien auftritt, in denen Gefühle unterdrückt werden, ein hoher Leistungsdruck herrscht und der Prozess der Ablösung der Kinder vom Elternhaus erschwert ist.
Schulen sind wichtige Orte für Gesundheitserziehung. Die Arbeit betont, dass Lehrkräfte sensibilisiert werden müssen, um Anzeichen frühzeitig zu erkennen und das soziale Umfeld für die Thematik zu öffnen.
Die heilpädagogische Behandlung setzt auf einen multimodalen Ansatz, bei dem neben medizinischer Kontrolle vor allem der strukturierte Gruppenalltag und der Aufbau sozialer Fertigkeiten im Vordergrund stehen.
Sozialpädagogen müssen eine ressourcenorientierte Haltung einnehmen, die das Kind als autonomes Subjekt begreift und trotz der hohen emotionalen Belastung professionelle Distanz wahrt, um nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.
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