Lizentiatsarbeit, 2002
96 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Überblick über die Schweizer Bankenstruktur
2.1 Definition einer Bank und ihr Aufgabengebiet
2.2 Besonderheiten der Bankenrechnungslegung
2.3 Bankengruppen
3 Ausgangslage 1980
3.1 Volumenverteilung
3.2 Personal
3.3 Organisationsstruktur
3.4 Technischer Stand
3.5 Produkte und Dienstleistungen
4 Entwicklung 1980 – 2000: Strukturwandel des Sektors
4.1 Der gesamte Finanzsektor rückt näher zusammen
4.2 Volumenverteilung im Wandel – Trend zum indifferenten Geschäft
4.3 Konzentration und Wandel des Bankensektors
5 Grundlagen des Wandels
5.1 Technische Entwicklung
5.2 Immobilienkrise und Refinanzierung
5.3 Neue Denkansätze
5.4 Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen
5.5 Geänderte Bankenorganisation
5.6 Produkte
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Lizentiatsarbeit untersucht den Strukturwandel des Schweizer Bankensektors zwischen 1980 und 2000. Im Zentrum steht die Analyse, wie sich technologischer Fortschritt, veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und neue Allfinanz-Strategien auf die Anzahl der Marktteilnehmer, die Bilanzstrukturen, die Personalpolitik und die Effizienz der Banken ausgewirkt haben.
3.3 Organisationsstruktur
1980, am Ausgangspunkt des beobachteten Zeitraumes, galt genau so wenig wie heute eine bestimmte Organisationsstruktur als allein gültig und weder im Bankwesen noch in irgendeinem anderen wirtschaftlichen Sektor wurde eine bestimmte Führungsstruktur als unumstösslich angesehen. Dies würde dem Grundwesen der Organisationslehre, welche einen Betrieb als Organismus mit ständig wechselnden Bedürfnissen versteht, widersprechen. Dennoch wird an diesem Punkt zumindest auf die um 1980 verbreitetsten Organisationsformen im Schweizer Bankensektor kurz eingegangen, um an späterer Stelle (vgl. S. 75 ff) die Veränderungen in diesem Bereich, welche aus dem Strukturwandel des gesamten Bankwesens hervorgingen, zu erläutern. In der Regel wurden um 1980 Privatkunden nicht strukturiert nach Typen beraten, was die Konzentration auf ertragreiche Kunden beziehungsweise die Aufteilung in Massen- und Individualgeschäft verunmöglichte. Auch die Unterscheidung zwischen Beratung und Abwicklung fehlte weitgehend. Prägend für die gesamte Bankenstruktur war ein sehr hoher Backoffice-Anteil, welcher rund zwei Drittel der Belegschaft beanspruchte. Die gängigsten Organisationsformen waren die Stablinien-Organisation bei regional beschränkt tätigen Instituten sowie die Spartenorganisation bei weiträumiger tätigen Banken.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den langfristigen Strukturwandel des Schweizer Finanzplatzes, der in den 90er-Jahren eine markante Wende von einem stabilen Wachstum zu tiefgreifenden organisatorischen und technologischen Anpassungen vollzog.
2 Überblick über die Schweizer Bankenstruktur: Das Kapitel definiert grundlegende Bankbegriffe und Bankengruppen, um eine Basis für das Verständnis der späteren statistischen Analysen im Schweizer Bankenkontext zu schaffen.
3 Ausgangslage 1980: Hier wird der Status quo der Schweizer Bankenlandschaft zu Beginn der 80er-Jahre in Bezug auf Volumen, Personal, Technik und Produkte detailliert dargelegt.
4 Entwicklung 1980 – 2000: Strukturwandel des Sektors: Dieses zentrale Kapitel analysiert die zunehmende Konvergenz im Finanzsektor, den Trend zum indifferenten Geschäft sowie die Konzentration der Branche in diesem Zeitraum.
5 Grundlagen des Wandels: Die Untersuchung beleuchtet die primären Auslöser des Wandels, insbesondere technologische Fortschritte, die Immobilienkrise der 90er-Jahre sowie gesetzliche Neuerungen und organisatorische Umstellungen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Strukturwandels zusammen und wagt einen Ausblick auf die künftige Entwicklung der Schweizer Bankenlandschaft.
Schweizer Banken, Strukturwandel, Zinsdifferenzgeschäft, indifferentes Geschäft, Bankenstruktur, Allfinanz, Bilanzsumme, Grossbanken, Regionalbanken, Konzentration, Informationstechnologie, Vermögensverwaltung, Personalkosten, Bankenorganisation, Finanzmarktaufsicht.
Die Lizentiatsarbeit untersucht die strukturellen Veränderungen des Schweizer Bankensektors in den zwei Jahrzehnten von 1980 bis 2000.
Im Fokus stehen der Konzentrationsprozess der Banken, die Veränderung der Ertragsquellen weg vom Zinsdifferenzgeschäft hin zum Dienstleistungsgeschäft sowie der technologische und organisatorische Wandel.
Ziel ist es, die Entwicklung der jüngsten Bankengeschichte aufzuzeigen und die Antriebsfaktoren für den beobachteten Strukturwandel fassbar zu machen.
Es wird eine Analyse auf Basis von Daten der Schweizerischen Nationalbank und Sekundärliteratur durchgeführt, ergänzt durch Auswertungen von Befragungen unter Bankangestellten.
Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage 1980, die Entwicklung bis 2000 unter Berücksichtigung von Bilanzdaten, Personalstruktur und der Entstehung von Allfinanzstrategien.
Die wichtigsten Begriffe sind Schweizer Banken, Strukturwandel, Zinsdifferenzgeschäft, indifferentes Geschäft, Konzentration und Allfinanz.
Neue Regulierungen im Bereich der Sorgfaltspflicht und Geldwäscherei erhöhten den administrativen Aufwand und förderten die Spezialisierung der Bankmitarbeiter in Fachabteilungen.
Die Krise wirkte als Auslöser für den Konzentrationsprozess, da sie besonders kleinere Regionalbanken infolge von Wertverlusten und Refinanzierungsproblemen zur Selbstaufgabe oder Fusion zwang.
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