Bachelorarbeit, 2010
61 Seiten, Note: 1,5
1. Fragestellung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Außenpolitik
2.2 Interessen, Macht, Ideen
2.3 Außenpolitischer Realismus
2.4 Außenpolitischer Konstruktivismus
2.5 Außenpolitischer Institutionalismus
3. Grundlinien der türkischen Außenpolitik seit 1990
3.1 Akteure
3.2 Security first
3.3 Das Konzept der strategischen Tiefe
4. Die türkisch-israelischen Beziehungen seit 1990
5. Determinanten türkischer Außenpolitik ab 1990
5.1 Nationale Sicherheit
5.2 Beziehungen zur EU / USA
5.3 Wirtschaftliche Entwicklung
5.4 Die Beziehungen zum Nahen Osten
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Wandel der türkischen Außenpolitik gegenüber Israel seit 1990 unter Berücksichtigung verschiedener theoretischer Ansätze der Internationalen Beziehungen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die Neuausrichtung der türkischen Außenpolitik durch interne und externe Determinanten den Stellenwert und die Qualität der bilateralen Beziehungen zu Israel beeinflusst hat.
3.1 Akteure
Die Türkei unterscheidet sich hinsichtlich des Gestaltungsspielraums ihrer außenpolitischen Akteure von anderen Demokratien. Die demokratisch legitimierte Ebene umfasst die Regierung, den Staatspräsidenten und den Außenminister. Die Regierung bestimmt laut Verfassung die tAP und der Außenminister erledigt das außenpolitische Tagesgeschäft. Der Staatspräsident repräsentiert die Türkei im In- und Ausland, sendet und empfängt Diplomaten und unterzeichnet völkerrechtliche Verträge (Steinbach 2002: 19 ff.). Über der demokratisch legitimierten Politik steht eine an den kemalistischen Prinzipien ausgerichtete, lange Zeit als unantastbar geltende Staatspolitik, als deren Hüter sich das Militär begreift. Diese übergeordnete Ebene, der Zentralstaat (Hermann 2008: 41f.), begründet die seit jeher starke politische Position des Militärs.
Nach dem Putsch im Jahre 1980 konnte dieses seine Machtposition ausweiten, indem es eine neue Verfassung verabschiedete, die Bevölkerung entpolitisierte und den Nationalen Sicherheitsrat stärkte. Vor allem in den 1990er Jahren diente dieser dem Militär, um Einfluss auf innen-, außen- und gesellschaftspolitische Belange zu nehmen (Steinbach 2002: 20). Das Generalsekretariat des Sicherheitsrates, dessen Führung das Militär besetzte, hatte erheblichen Einfluss auf die Staatsbürokratie und die Ministerien und es handelte eigenmächtig und ohne Rückbindung an die Politik, weshalb es verschiedentlich sogar als Parallelregierung bezeichnet wurde.
1. Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema der türkisch-israelischen Beziehungen ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Wandel dieser Beziehungen vor dem Hintergrund der türkischen Außenpolitik.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die theoretischen Paradigmen Realismus, Konstruktivismus und Institutionalismus sowie zentrale Begriffe wie Macht und Interesse als Analysewerkzeuge für die Arbeit definiert.
3. Grundlinien der türkischen Außenpolitik seit 1990: Dieses Kapitel analysiert die Akteure der türkischen Außenpolitik sowie die zentralen Strategien, insbesondere das Konzept der strategischen Tiefe unter der Ära Erdogan.
4. Die türkisch-israelischen Beziehungen seit 1990: Der Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung und die verschiedenen Phasen der bilateralen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Israel.
5. Determinanten türkischer Außenpolitik ab 1990: Hier werden die Schlüsselfaktoren nationale Sicherheit, das Verhältnis zum Westen (EU/USA), wirtschaftliche Entwicklungen und das Verhältnis zum Nahen Osten detailliert untersucht.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Wandel der bilateralen Beziehungen im Kontext der türkischen Außenpolitik unter der Regierung Erdogan.
Türkei, Israel, Außenpolitik, Strategische Tiefe, Internationale Beziehungen, Nationale Sicherheit, Konstruktivismus, Realismus, Institutionalismus, Diplomatie, Bilaterale Beziehungen, Nahostpolitik, EU-Beitrittsprozess, Wirtschaftliche Entwicklung, Geopolitik
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Veränderung der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel im Zeitraum von 1990 bis 2010.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen der Außenpolitikanalyse, die Evolution der türkischen Außenpolitik unter der AKP-Regierung sowie spezifische Determinanten wie Sicherheit, Wirtschaft und regionale Interessen.
Das Ziel ist es, zu erklären, warum sich die türkisch-israelischen Beziehungen, die einst als strategische Partnerschaft galten, im Untersuchungszeitraum gewandelt haben.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretisch geleitete Analyse, die realistische, konstruktivistische und institutionalistische Erklärungsansätze der Internationalen Beziehungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung der Akteure und Grundlinien der türkischen Außenpolitik sowie eine detaillierte Untersuchung der Beziehungen zu Israel unter Einbeziehung ökonomischer und sicherheitspolitischer Faktoren.
Zentrale Begriffe sind Außenpolitik, strategische Tiefe, nationale Sicherheit, Null-Probleme-Politik und bilaterale Kooperation.
Das Militär wird als Hüter des Kemalismus und als einflussreicher Akteur beschrieben, dessen Bedeutung für die Außenpolitik im Zuge der EU-Reformen und unter der Regierung Erdogan sukzessive abgenommen hat.
Es dient als theoretischer Rahmen, der die Neuorientierung der Türkei hin zu einer pro-aktiven, multidimensionalen Außenpolitik in ihrer regionalen Umgebung erklärt.
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