Masterarbeit, 2024
75 Seiten, Note: 1,3
Wie kann sich die Stimme eines Weltstars anfühlen wie ein Flüstern direkt ins eigene Ohr? Warum wirkt Billie Eilishs Musik so nah, verletzlich und intim – obwohl zwischen Künstlerin und Hörer*in tausende Kilometer liegen?
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der „acousmatic intimacy“ – das Gefühl von Intimität beim Hören aufgenommener Musik trotz räumlicher Abwesenheit der Klangquelle – am Beispiel von Billie Eilish. Im Zentrum steht die Frage, wie physische und emotionale Nähe in produzierter Popmusik entsteht und welche Rolle Produktionstechniken, Mikrofonierung, Raumgestaltung und digitale Klangbearbeitung dabei spielen.
Ausgehend vom Konzept der acousmatic intimacy nach Emil Kraugerud werden sowohl die Illusion physischer Nähe (etwa durch Nahbesprechung, Atemgeräusche oder reduzierte Instrumentation) als auch Beziehungsaspekte zwischen Künstlerin und Hörerin analysiert. Dabei wird deutlich: Intimität entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis ästhetischer und technologischer Entscheidungen.
Die Arbeit beleuchtet historische Vorläufer wie das Crooning der 1920er Jahre und den „Whisper Pop“ der 2010er Jahre und ordnet Billie Eilish in diese Traditionslinie ein. Zudem wird der Einfluss des Internet-Phänomens ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) untersucht, dessen ästhetische und klangliche Elemente sich hörbar in Eilishs Musik wiederfinden.
Abschließend werden ausgewählte Songs – darunter listen before i go und bad guy – in einer detaillierten Listening Session analysiert. Dabei verbinden sich musiktheoretische Konzepte mit produktionstechnischem Wissen und individueller Hörerfahrung, um die besondere klangliche Nähe von Billie Eilishs Musik greifbar zu machen.
Die Arbeit zeigt, dass Intimität in Popmusik kein bloßes Gefühl, sondern ein vielschichtiges Zusammenspiel aus Technologie, Ästhetik, Künstlerpersona und Hörgewohnheiten ist – und dass Billie Eilish dieses Zusammenspiel auf eine Weise nutzt, die den Sound einer ganzen Generation geprägt hat.
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