Bachelorarbeit, 2010
44 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einführung
2 Grundlage und Vorgehensweise der Arbeit
2.1 Eigentum verpflichtet
2.2 Qualitative Interviews
3 Ursachen und Folgen von Schrottimmobilien
3.1 Ursachen für die Entstehung von Schrottimmobilien
3.1.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
3.1.2 Nichtkooperation Privater Eigentümer
3.1.3 Immobilienfonds und Immobilienbetrug
3.2 Folgen von Schrottimmobilien
3.2.1 Imageverlust
3.2.2 Erhöhter Kostenaufwand und schwindende öffentliche Einkünfte
3.2.3 Ghettoisierung
3.2.4 Gefahr für Leib und Leben
4 Bewertung der Gründe und Folgen in Bezug auf Artikel 14 II GG
5 Instrumente zum Umgang mit Schrottimmobilien
5.1 Bauplanungsrecht
5.1.1 Enteignung gemäß § 85 BauGB
5.1.2 Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen gemäß §§ 136 ff. BauGB
5.1.3 Stadtumbaumaßnahmen gemäß §§ 171a ff BauGB
5.1.4 Die gemeindlichen Vorkaufsrechte nach § 24 und § 25 BauGB
5.1.5 Städtebauliche Gebote gemäß §§ 175 ff BauGB
5.2 Bauordnungsrecht
5.2.1 Abbruch- bzw. Beseitigungsanordnung
5.2.2 Anordnung von Sicherungsmaßnahmen
5.2.3 Anordnung von Instandsetzungsmaßnahmen
5.3 Denkmalrechtliche Eingriffsbefugnisse
5.3.1 Anordnung zur Erhaltung von Denkmälern
5.3.2 Anordnung zur Wiederherstellung von Denkmälern
6 Abschließende Bewertung
6.1 Bewertungen der Rechtsinstrumente
6.2 Strategien gegen verwahrloste Immobilien
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das flächendeckende Problem verwahrloster Immobilien (sog. Schrottimmobilien) in Deutschland und hinterfragt, warum Kommunen diese mithilfe geltender baurechtlicher Rechtsinstrumente oft nicht effektiv beseitigen können. Dabei wird geprüft, ob die Entstehung solcher Immobilien eine Verletzung des Artikels 14 II GG (Eigentum verpflichtet) darstellt und inwieweit die bestehenden gesetzlichen Befugnisse der Kommunen für eine effiziente Bekämpfung ausreichen.
3.1.3 Immobilienfonds und Immobilienbetrug
Der in diesem Kapitel aufgeführte Grund für Schrottimmobilien beruht auf dem in der Einleitung erwähnten Verständnis von Schrottimmobilien aus juristischer Sicht. Es geht also um Immobilien, die zu weit überteuerten Preisen gekauft wurden und seit dem Kauf stark an Wert verloren haben. Hierbei handelt es sich nicht ausschließlich um Betrugsfälle, der Sachverhalt stellt sich bei allen Fällen jedoch meistens sehr ähnlich dar. Zunächst konzipierte eine Gruppe von Unternehmen ein Immobilieprojekt. Dabei wurde regelmäßig ein Grundstück erworben, welches in der Folge bebaut und vermietet werden sollte. Gelegentlich wurden auch ältere Gebäudekomplexe gekauft, die nach ihrer Sanierung vermietet werden sollten. Für diese Objekte wurden dann Anleger gesucht. Hier wurden bewusst Anleger aus den unteren und mittleren Einkommensgruppen gesucht. Diese waren leichter zu überzeugen, als die oberen Gehaltklassen, da die Anleger in diesen gesellschaftlichen Bereichen oft besser informiert waren und bereits selbst in verschiedene Kapitalanlagen investierten. Der „kleine Anleger“ war jedoch nicht so gut informiert und ließ sich leichter bei einem vertrautem Gespräch bei sich zu hause überzeugen.
Hierzu wurde auf Strukturvertriebe zurückgegriffen, die gezielt Einzelanleger suchten um die Immobilien bzw. Eigentumswohnungen zu vertreiben und im Zuge dessen gleichzeitig die Finanzierung dafür zu vermitteln. Die Finanzierung wurde durch eine Bank gewährleistet, die selbst Anteilseigner an dem Immobilienunternehmen war, sodass eine direkte Kooperation von Bank, bzw. Bausparkasse und Immobilienunternehmen gewährleistet war. Diese schalteten dann gemeinsam die Vertriebsgesellschaft ein um möglicht viele Immobilien in möglichst kurzer Zeit an den Anleger zu verkaufen, die dafür notwendigen Kredite noch selbst zu gewähren und im Zuge dessen gleichzeitig Bausparverträge an den Kunden zu verkaufen (Schmid 2009: Kap. I). Dafür wurden der Vertriebsgesellschaft hohe Provisionen im Erfolgsfall versprochen, die dem Anleger jedoch nicht vollständig offengelegt wurden. Da man sich an die als unkritisch angesehene unteren Einkommensschichten wandte, wurden spezielle dubiose Finanzierungskonzepte, abweichend von den bisherigen Bausparfinanzierungen erdacht.
1 Einführung: Die Einleitung definiert den Begriff Schrottimmobilien, erläutert dessen Bedeutung für Stadtplanung und Rechtswissenschaft und stellt die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit der Rechtsinstrumente im Kontext von Art. 14 II GG.
2 Grundlage und Vorgehensweise der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die hermeneutische und empirische Methodik der Arbeit, inklusive der Begründung für die Experteninterviews, und legt die verfassungsrechtlichen Grundlagen dar.
3 Ursachen und Folgen von Schrottimmobilien: Hier werden die demografischen, ökonomischen und strukturellen Ursachen sowie die negativen sozialen und finanziellen Folgen für betroffene Kommunen detailliert analysiert.
4 Bewertung der Gründe und Folgen in Bezug auf Artikel 14 II GG: Dieses Kapitel untersucht, ob die Verwahrlosung von Immobilien einen direkten Verstoß gegen die Eigentumsverpflichtung darstellt und ob dies Enteignungsbefugnisse rechtfertigt.
5 Instrumente zum Umgang mit Schrottimmobilien: Eine umfassende Darstellung und kritische Analyse der rechtlichen Werkzeuge aus Bauplanungsrecht, Bauordnungsrecht und Denkmalschutz.
6 Abschließende Bewertung: Zusammenfassung der Vor- und Nachteile der untersuchten Rechtsinstrumente sowie der Expertenurteile, ergänzt um strategische Handlungsempfehlungen für Städte.
7 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die bestehenden Rechtsinstrumente für eine effiziente Bekämpfung nicht ausreichen und plädiert für alternative, soziale Strategien und eine verbesserte finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder.
Schrottimmobilien, Eigentumsverpflichtung, Artikel 14 GG, Öffentliches Baurecht, Stadtplanung, demografischer Wandel, Immobilienbetrug, Bauplanungsrecht, Bauordnungsrecht, Denkmalschutz, Rechtsinstrumente, Kommunale Strategien, Ghettoisierung, Trading-Down-Effekt, Wohnungsleerstand.
Die Arbeit analysiert die Problematik verwahrloster Immobilien in deutschen Städten und untersucht, warum bestehende gesetzliche Maßnahmen oft nicht ausreichen, um diese effektiv zu bekämpfen.
Zentrale Themen sind die Ursachen für Immobilienverwahrlosung, die Rolle von Immobilienfonds, die rechtlichen Möglichkeiten von Kommunen im Bau- und Ordnungsrecht sowie der verfassungsrechtliche Rahmen des Eigentums.
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der vorhandenen Rechtsinstrumente zu bewerten und die These zu überprüfen, dass Kommunen über keine hinreichenden gesetzlichen Mittel verfügen, um Schrottimmobilien wirkungsvoll zu beseitigen.
Es wird ein methodischer Mix aus hermeneutischer Analyse der rechtlichen Grundlagen und einer empirischen Untersuchung in Form von qualitativen Experteninterviews mit Mitarbeitern von Stadtverwaltungen genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachen- und Folgenanalyse, eine verfassungsrechtliche Bewertung und eine detaillierte Prüfung verschiedener bau- und denkmalrechtlicher Instrumente, ergänzt durch Expertenmeinungen zur praktischen Anwendbarkeit.
Schlüsselbegriffe sind Schrottimmobilien, Eigentumsverpflichtung, Artikel 14 GG, Bauplanungsrecht, Stadtplanung, demografischer Wandel und kommunale Handlungsmöglichkeiten.
Der Autor führt aus, dass eine Enteignung gemäß Artikel 14 III GG bei Verwahrlosung nicht gerechtfertigt ist, da die hohen Anforderungen an die Rechtfertigung nicht erfüllt werden und die Maßnahme in der Praxis als unrealistisch gilt.
Die Experten stufen diese Instrumente mehrheitlich als bloßes „Drohgebaren“ ein, da die praktische Umsetzung oft an hohen Kosten, langwierigen Rechtstreits und der finanziellen Überforderung der Kommunen scheitert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

