Wissenschaftliche Studie, 2011
34 Seiten
1. Einleitung
2. Fallbeispiel
2.1 Fallbeschreibung Herr H.
2.2 Krankheitsverlaufskurve
3. Analyse der Schnittstellen- und Versorgungsprobleme
3.1 Diskontinuität / Desintegration und deren Folgen
3.2 Medikalisierung / Desintegration und palliative Ethik
4. Case Management als Lösungsstrategie
4.1 Zielsetzungen
4.2 Methodik des Case Managements
5. Entwicklung eines Versorgungsplanes
5.1 Versorgungsplan
6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Diese Arbeit analysiert anhand eines konkreten Fallbeispiels die Problematik der Schnittstellen und Versorgungslücken im deutschen Gesundheitssystem für onkologische Patienten. Ziel ist es, durch die Anwendung von Case-Management-Prozessen eine effizientere und patientenorientiertere Versorgungskette zu entwerfen, die insbesondere in der palliativen Phase eine würdevolle Begleitung sicherstellt.
2.1 Fallbeschreibung Herr H.
Herr H. ist zum Jahresende 2010 im Alter von 55 Jahren an den Auswirkungen einer schnell fortschreitenden Krebserkrankung verstorben. Herr H. lebte gemeinsam mit seiner Ehefrau (53 J.) in dem gemeinsamen Haus in Düsseldorf und führte noch weit bis in das Vorjahr seines Todes hinein und bereits stark durch Erkrankung und Therapie gekennzeichnet das gemeinsame Familienunternehmen, ein Fachbetrieb für Kälte- und Klimatechnik. Eine rheumatologische Vorerkrankung zwang den Selbstständigen bereits in den Jahren zuvor zu häufigen Arztkonsultationen und zur Einnahme zahlreicher analgesierender und entzündungshemmender Medikamente. Einen krankheitsbedingten Ausfall konnte sich Herr H. aufgrund mangelnder Rücklagen finanziell kaum leisten, der eigene Sohn (Klimatechniker, 29 J.) jedoch konnte die Aufträge mittlerweile eigenständig übernehmen und so die Ausfälle teilweise kompensieren. Der erste große Einbruch traf die Familie im Januar 2008, als Herr H. von der Diagnose Darmkrebs (Colorektales Karzinom) getroffen wurde.
Die behandelnden Ärzte entschlossen sich zu einer Entfernung eines Darmabschnittes mit Anlage eines vorübergehenden künstlichen Darmausganges (protektiver Anus praeter). Die aufgrund einer Metastasierung in einige umgebende Lymphknoten fortgeschrittene Erkrankung musste anschließend mit einer Chemotherapie behandelt werden (adjuvante CHT). Diese ging mit vielen Nebenwirkungen einher und Herr H. konnte nur noch eingeschränkt seiner Arbeit nachgehen. Der Alltag ließ sich zunehmend schlechter selbstständig gestalten, der Hilfebedarf nahm rapide zu. Im Laufe des Jahres stellte sich bei Nachuntersuchungen ein Krankheitsprogress dar, nun waren auch Leber und Bauchfell mit Metastasen besiedelt. Weitere Chemotherapien führten zu keinem Erfolg, gemeinsam haben sich Familie und Behandler auf ein palliatives Prozedere verständigt, so dass die reine Kontrolle von Schmerzsymptomen sowie Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund stand. Ständig neu auftretende Stuhlverhalte, Infektionen und Inappetenz führten zu wiederholten Klinikaufenthalten, Frau H. und Sohn zeigten sich mit der häuslichen Versorgung überfordert.
1. Einleitung: Beschreibt das Problem der zunehmenden Chronifizierung von Erkrankungen im deutschen Gesundheitssystem und führt in die Relevanz von Case Management bei onkologischen Patienten ein.
2. Fallbeispiel: Stellt den detaillierten Krankheitsverlauf von Herrn H. dar, von der Erstdiagnose 2008 bis zu seinem Versterben 2010, und visualisiert diesen in einer Krankheitsverlaufskurve.
3. Analyse der Schnittstellen- und Versorgungsprobleme: Untersucht die strukturellen Defizite im Gesundheitssystem, insbesondere die mangelnde Koordination und Kommunikation zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern.
4. Case Management als Lösungsstrategie: Erläutert Case Management als Handlungsansatz zur Prozessoptimierung, Steuerung und Vernetzung, um Diskontinuitäten in der Versorgung zu überwinden.
5. Entwicklung eines Versorgungsplanes: Präsentiert einen exemplarischen, detaillierten Versorgungsplan für Herrn H., der konkrete Maßnahmen zur physischen, psychischen und sozialen Stabilisierung beinhaltet.
6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Reflektiert die innovativen Potenziale von Case Management und mahnt an, dass bei dessen Implementierung die sozialen Aspekte neben der reinen Prozesssteuerung nicht vernachlässigt werden dürfen.
Case Management, Palliative Versorgung, Onkologie, Krankheitsverlaufskurve, Trajekt-Modell, Versorgungsmanagement, Schnittstellenmanagement, Patientenorientierung, Kooperation, Vernetzung, Sozialdienst, Psychoonkologie, Interdisziplinarität, Hilfeprozess, Bedarfsorientierung.
Die Arbeit untersucht, wie Case Management dazu beitragen kann, Versorgungslücken bei onkologischen Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu schließen und eine ganzheitliche Betreuung sicherzustellen.
Zu den zentralen Themen gehören die Schnittstellenproblematik im Gesundheitswesen, das Trajekt-Modell von Corbin und Strauss, die Palliativmedizin sowie die methodische Ausgestaltung des Case Managements.
Das Ziel ist es, durch die Analyse eines konkreten Falls aufzuzeigen, wie durch eine koordinierte, bedarfsorientierte Fallsteuerung Versorgungsbrüche vermieden und die Lebensqualität von Patienten verbessert werden kann.
Die Arbeit nutzt die Fallbearbeitung als Methode, ergänzt durch theoretische Konzepte wie das Trajekt-Modell und den Case-Management-Regelkreis, um Versorgungsprozesse zu evaluieren.
Im Hauptteil werden neben der detaillierten Fallgeschichte die Probleme der Desintegration im System analysiert, die Ziele und Methodik des Case Managements erläutert und ein konkreter Versorgungsplan erstellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, Palliative Versorgung, Interdisziplinarität, Schnittstellenmanagement und Krankheitsbewältigung charakterisiert.
Im Fall von Herrn H. könnte ein systematisches Case Management frühzeitig die psychosoziale Unterstützung vernetzen, finanzielle Beratung organisieren und die Kommunikation zwischen Hausarzt und Klinik verbessern, um Drehtüreffekte zu vermeiden.
Sie mahnt an, dass bei Nichtheilbarkeit nicht in eine maskierte Maximalmedizin geflüchtet werden darf, sondern eine würdevolle Begleitung und Symptomkontrolle im Zentrum der Versorgung stehen müssen.
Es dient als theoretisches Bezugssystem, um den Krankheitsverlauf nicht nur medizinisch, sondern als gesamte Lebenssituation zu verstehen, die Anpassungsarbeit vom Patienten und seinem sozialen Umfeld erfordert.
Eine hohe Relevanz, da die Ehefrau im Fallbeispiel durch die Pflege und die wirtschaftliche Belastung selbst zum „Co-Erkrankten“ wird und somit ebenfalls ein Zielobjekt für entlastende Case-Management-Maßnahmen ist.
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