Diplomarbeit, 2003
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Phänomen Securitization – ein Überblick
2.1 Begriffsabgrenzung
2.2 Entstehungsgründe und historische Entwicklung
2.2.1 Historie der Securitization in den USA
2.2.2 Historie der Securitization in Europa
2.2.3 Neuer Wachstumsmotor Kreditderivate
2.3 Darstellung des Verbriefungsprozesses
2.3.1 Funktionsweise
2.3.2 Charakteristika
2.3.3 Fallbeispiel ABSC, Series 1-Emission
2.4 Zusammenfassung
3. Auswirkungen der Securitization auf die Bank als Intermediär
3.1 Dogmenhistorie der Bank als Intermediär
3.2 Disintermediation und Verbriefung
3.3 Rationalität der Kreditverbriefung – das Signalling-Modell von Greenbaum / Thakor (1987)
3.3.1 Modellrahmen
3.3.2 Entscheidungsirrelevanz bei symmetrischer Information
3.3.3 Vorteil der Securitization bei ungleicher Informationsverteilung
3.3.4 Rationalität des Verkaufs guter und Bilanzierung schlechter Assets
3.3.5 Weitere Modellimplikationen
3.3.6 Fazit
3.4 Ausgewählte Probleme und mögliche Konsequenzen der Securitization für die Bank als Intermediär
3.4.1 Probleme der Glaubwürdigkeit und des Commitments
3.4.2 Das Liquiditätsproblem
3.4.2.1 Steigendes Illiquiditätsrisiko durch Kreditportfolioverschlechterung
3.4.2.2 Stabilisierungswirkung liquiderer Assets vs. endogene Liquidität
3.4.3 Das Problem des „Delegated Monitoring“
3.4.4 Das Problem des „Monitoring of the Monitor”
4. Folgen der Securitization für die Geldpolitik
4.1. Geldpolitische Ziele und Transmissionskanäle
4.2. Auswirkungen der Securitization auf die Transmission monetärer Impulse
4.2.1 Wirkungsänderung des Zinskanals
4.2.2 Wirkungsänderung des Balance Sheet Channel
4.2.3 Wirkungsänderung des Bank Lending Channel
4.3. Implikationen der Securitization für die Geldpolitik
4.3.1 Wirkungsänderung monetärer Impulse
4.3.2 Probleme verstärkter Kurzfristorientierung
4.3.3 Systemisches Risiko
4.3.3.1 Traditionelle Sichtweise
4.3.3.2 Reallokation systemischen Risikos durch Securitization
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kreditverbriefung (Securitization) aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive. Ziel ist es, die Auswirkungen dieses Finanzinstruments auf die Rolle der Bank als Intermediär sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die geldpolitische Transmission und die Stabilität des Finanzsystems fundiert zu analysieren.
2.1 Begriffsabgrenzung
Für den Begriff „Securitization“ oder genauer „Credit Securitization“, der in der Literatur allgemein als englisches Pendant zur deutschen Bezeichnung „Kreditverbriefung“ verwendet wird, hat sich keine einzelne Definition etabliert. Vielmehr lässt sich eine Vielzahl an Begriffsbestimmungen finden, die sich auf einen bestimmten Aspekt fokussiert. Eine umfassende und daher auch häufig zitierte Definition formuliert dabei die Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Laut OECD (Lumpkin, 1999, S. 25, U.d.V.) hat der Begriff Securitization genau genommen zwei grundsätzliche Bedeutungen.
Zu Beginn der Entwicklung stand der Terminus Securitization demnach für den „Prozess der Disintermediation oder der Substitution von Bankkrediten durch die Ausgabe von Wertpapieren.“ Seit Mitte der 1980er Jahre wird der Begriff allerdings in einem weit engeren Sinn verstanden. Er bezieht sich nun eher auf den Bereich des „Structured Finance“. Adressiert wird jetzt der „Prozess, mit dem (relativ) homogene aber illiquide Vermögensgegenstände gebündelt und neu zusammengestellt werden“ (Lumpkin, 1999, S. 25, Ü.d.V.). Der Wertpapierzins stelle dabei einen Anspruch an den aus den Forderungen generierten Cash-Flow und anderer aus dem Kredit-Pool entstehenden ökonomischen Vorteile, die in Form von Wertpapieren an dritte Investoren verkauft werden. Der Verbriefungsprozess wandelt folglich illiquide Einzelkredite oder Kreditinstrumente in liquide, marktfähige Wertpapiere (Kendall, 1998).
Entscheidender Bestandteil der Securitization gemäß der OECD-Definition ist schließlich die Tatsache, dass die betreffenden Forderungen aus den Bilanzen des Originators über die rechtliche Verselbständigung durch Zwischenschaltung eines speziellen Vehikels „herausgenommen“ werden bzw. nach der Forderungsbildung gar nicht erst dort erscheinen. Dies wird auch als Off Balance Sheet-Finanzierung bezeichnet.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Kreditverbriefung ein, beleuchtet deren globale Bedeutung und stellt das Ziel auf, die bisher betriebswirtschaftlich und juristisch geprägte Forschung um eine gesamtwirtschaftliche Perspektive zu erweitern.
2. Das Phänomen Securitization – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beschreibt die historische Entwicklung des Marktes in den USA und Europa und erläutert die Funktionsweise sowie die Akteure des Verbriefungsprozesses anhand eines Fallbeispiels.
3. Auswirkungen der Securitization auf die Bank als Intermediär: Hier wird die klassische Rolle der Bank als Intermediär kritisch hinterfragt, die Rationalität der Kreditverbriefung mittels eines theoretischen Signalling-Modells analysiert und Probleme wie Glaubwürdigkeit und Liquidität erörtert.
4. Folgen der Securitization für die Geldpolitik: Das Kapitel untersucht, ob und wie die Kreditverbriefung die Wirksamkeit der Geldpolitik und deren Transmissionskanäle beeinflusst und diskutiert die Folgen für das systemische Risiko sowie die Stabilität des Finanzsektors.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass die Kreditverbriefung zwar signifikante Vorteile bei der Risikoallokation bietet, jedoch neue Herausforderungen für Banken und Zentralbanken schafft, die eine differenzierte Auseinandersetzung erfordern.
Kreditverbriefung, Securitization, Asset Backed Securities, Bankenintermediation, Signalling-Modell, Geldpolitik, Transmissionsmechanismen, Systemisches Risiko, Liquidität, Finanzstabilität, Kreditderivate, Off-Balance-Sheet, Bank Lending Channel, Adverse Selektion, Monitoring.
Die Arbeit analysiert die Kreditverbriefung (Securitization) aus einer makroökonomischen und gesamtwirtschaftlichen Perspektive, um deren Auswirkungen auf das Bankensystem und die Geldpolitik zu verstehen.
Die Themenfelder umfassen die Definition und Entwicklung der Kreditverbriefung, die theoretische Begründung der Bankenintermediation, die Folgen der Verbriefung für die Transmission monetärer Impulse und Fragen der Systemstabilität.
Das primäre Ziel ist es, die gesamtwirtschaftliche Perspektive auf die Kreditverbriefung zu stärken und aufzuzeigen, wie dieses Finanzinstrument die Rolle der Bank und die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen verändert.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die insbesondere auf finanzökonomische Modelle (wie das Signalling-Modell von Greenbaum / Thakor) und die einschlägige Fachliteratur zur Bankentheorie und Geldpolitik zurückgreift.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bankenrolle (Intermediation, Disintermediation, Anreizprobleme) und die Analyse der geldpolitischen Folgen (Transmissionskanäle, systemisches Risiko, regulatorische Implikationen).
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Securitization, Kreditverbriefung, Bankenintermediation, geldpolitische Transmission, Signalling-Modelle und systemisches Risiko.
Das Modell dient als theoretische Standardreferenz, um die Rationalität der Entscheidung zwischen Depositenfinanzierung und Verbriefung zu erklären, insbesondere unter der Annahme asymmetrischer Informationsverteilung.
Der Autor sieht in der Initiative ein wichtiges Thema der aktuellen Finanzmarktdiskussion, das zwar kontrovers debattiert wird, aber einen notwendigen Motor für die akademische Forschung und das Verständnis neuer Finanzierungsformen darstellt.
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