Magisterarbeit, 2009
95 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Ziele der geplanten Studie
2 Theoretischer Teil
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Kontraktur
2.1.2 Prophylaxe
2.2 Einteilung von Kontrakturen
2.2.1 Betroffenes Gelenk
2.2.2 Eingeschränkte Bewegungsebene
2.2.3 Schädigungsursprung und beteiligtes Gewebe
2.3 Häufigste Ursachen und Risikofaktoren
2.3.1 Kontrakturen bei Nervenverletzungen und Schlaganfall
2.3.2 Kontrakturen im Alter und bei Immobilität
2.4 Pathophysiologie von Kontrakturen
2.4.1 Reversibilität von Kontrakturen
2.5 Bedeutung der Mobilität für ältere Menschen
2.6 Pflegerische Maßnahmen
2.6.1 Pflegediagnostik bei Kontrakturen
2.6.2 Kontrakturprophylaxe
2.6.3 Pflegerische Maßnahmen zur Kontrakturtherapie
2.7 Medizinische Therapie von Kontrakturen
3 Methodik
3.1 Literaturrecherche
3.2 Forschungsfragen
3.3 Forschungsdesign
3.4 Messinstrument
3.5 Planung und Durchführung der Datenerhebung
3.6 Ethische Aspekte
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichprobe
4.2 Wissen der Pflegenden über Kontrakturen
4.3 Anamnese, Pflegeplanung und Dokumentation im Bezug auf Kontrakturen
4.4 Maßnahmen zur Kontrakturprophylaxe
4.5 Medizinische Behandlung von Kontrakturen
4.6 Bewegungsangebote in den Pflegeheimen
4.7 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Fachwissen über Kontrakturen
5.2 Pflegedokumentation im Bezug auf Kontrakturen
5.3 Maßnahmen zur Kontrakturprophylaxe
5.4 Medizinische Maßnahmen zur Kontrakturbehandlung
5.5 Bewegungsangebote für die Bewohner
5.6 Limitationen der Studie
5.7 Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Ist-Zustand der Kontrakturprophylaxe und -behandlung in stationären Altenpflegeeinrichtungen in Vorarlberg zu untersuchen, um auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse fundierte Handlungsempfehlungen für die Pflegepraxis abzuleiten.
2.4.1 Reversibilität von Kontrakturen
Unverletzte Finger wurden von Flowers und Pheasant (1988) 6 Wochen lang gegipst. Die Maßnahme führte zu einer anfänglichen Steifigkeit der Fingergelenke, die sich nach einigen Minuten passiven Bewegens zurückbildete. „Längere bestehende Gelenkskontrakturen suchen den Gewebeumbau und sind daher sehr zeitaufwändig“ (Cummings, Tillmann 1992, S. 138). Demzufolge sind Kontrakturen umso schwieriger zu therapieren, je länger diese bestehen.
Die zeitliche Komponente sollte nicht außer Acht gelassen werden. Es sind vor allem die am Ende der pathologischen Prozesse entstehenden knöchernen Verwachsungen der Gelenke, welche zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen führen und damit zum völligen Bewegungsverlust (Hackauf, 2004). Deshalb rät Schonmacher (2005) zur frühzeitigen Behandlung bzw. der Prävention von Gelenkskontrakturen, je nach Erkrankung oder Verletzung. Geduld des Patienten und von Seiten der Therapeuten sind dabei unabdingbar.
Es gibt Hinweise, dass nicht alle Kontrakturen reversibel sind. Cummings und Tillmann (1992) berichten von Fällen, in denen menschliche Untersuchungsteilnehmer ihre Kontrakturen durch freies Bewegen nicht gänzlich rückgängig machen konnten.
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz von Kontrakturen im Alter, deren Auswirkungen auf die Lebensqualität und definiert die Zielsetzung der Studie.
2 Theoretischer Teil: Vermittelt die Grundlagen zu Definitionen, Pathophysiologie, Risikofaktoren und den pflegerischen sowie medizinischen Interventionsmöglichkeiten.
3 Methodik: Erläutert das gewählte quantitative Forschungsdesign, die Literaturrecherche sowie die Durchführung der Befragung mittels Fragebögen.
4 Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten zur Stichprobe, zum Fachwissen der Pflegenden und zur praktischen Umsetzung der Kontrakturprophylaxe.
5 Diskussion: Setzt die eigenen Studienergebnisse in Bezug zur bestehenden Fachliteratur und reflektiert die Limitationen sowie zukünftigen Forschungsbedarf.
Kontraktur, Pflegeheim, Prophylaxe, Pflegewissenschaft, Mobilität, Bewegung, Altenpflege, Risikoeinschätzung, Pflegedokumentation, Physiotherapie, Gelenk, Immobilisation, Beugekontraktur, Rehabilitation, Schlaganfall.
Die Arbeit befasst sich mit der Prävention und dem Umgang mit Gelenkkontrakturen bei Bewohnern in stationären Altenpflegeeinrichtungen in Vorarlberg.
Zentral sind der Wissensstand des Personals, die Implementierung von Pflegediagnosen, die Dokumentationsqualität sowie die in der Praxis angewandten Bewegungsangebote.
Das Ziel ist die Darstellung des aktuellen Wissensstandes der Pflegekräfte und der pflegerischen Praxis zur Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen.
Es handelt sich um eine deskriptive, quantitative Querschnittsstudie, bei der 268 Pflegepersonen und 29 Pflegedienstleitungen mittels standardisierter Fragebögen befragt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Aufarbeitung des Themas und die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirisch erhobenen Studienergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Kontraktur, Prophylaxe, Immobilität, Pflegeanamnese und Pflegedokumentation.
Die Studie zeigt, dass Physiotherapie die am häufigsten vom Hausarzt verordnete Behandlungsmaßnahme bei bereits bestehenden Kontrakturen ist.
Eine große Mehrheit (82,8%) der befragten Pflegedienstleitungen wünscht sich explizit Fortbildungsangebote zum Thema Kontraktur für ihre Mitarbeiter.
Die Studie unterstreicht, dass Mobilität eine essenzielle multifaktorielle Ressource ist, deren Erhaltung für die Lebensqualität und Unabhängigkeit im Alter von höchster Priorität sein sollte.
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