Diplomarbeit, 2002
163 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Bedeutung des Themas und Einordnung in den übergeordneten Kontext
1.2 Begründung der thematischen Abgrenzung
1.3 Ziele und Gliederung
2 Volkswirtschaftliche Bedeutung und strukturelle Gliederung der Bauwirtschaft im angloamerikanischen Wirtschaftsraum
2.1 Zusammenhänge und Bewertungskriterien einer modernen Volkswirtschaft
2.2 Die derzeitige Situation der Volkswirtschaft in Großbritannien und in den USA und deren zeitliches Wachstum
2.2.1 Definition und Bedeutung des Wirtschaftswachstums
2.2.2 Chronologie des Wirtschaftswachstums in Großbritannien und den USA
2.3 Volkswirtschaftliche Kenngrößen in der britischen und amerikanischen Bauwirtschaft
2.3.1 Bautätigkeit
2.3.1.1 Preisindices für Baustoffe und Bauleistungen
2.3.1.2 Auftragseingänge
2.3.1.3 Abgeschlossene Bautätigkeiten
2.3.2 Betriebsgrößenklassen, Beschäftigte und Umsatz
2.4 Marktlage und Wettbewerbssituation
2.4.1 Insolvenzquoten
2.4.2 Liquidationssicherung
2.4.3 Arbeitslosenquoten
2.5 Bedeutung der Bauwirtschaft für die angloamerikanische Volkswirtschaft
2.6 Wichtige Besonderheiten der britischen und amerikanischen Bauwirtschaft
2.7 Kausalität des strukturellen Wandels und kritische Bewertung der Entwicklungstendenzen in der angloamerikanischen Bauwirtschaft
3 Vertragliche Beziehungen und Wettbewerbsmechanismen der angloamerikanischen Baubeteiligten
3.1 Die charakteristischen Tätigkeiten der Baubeteiligten
3.1.1 Bauherr
3.1.2 Architekt
3.1.3 Bauingenieur
3.1.4 Fachplaner
3.1.5 Sonderfachleute
3.2 General- und Nachunternehmer als Fachfirmen der Bauausführung
3.2.1 Definition und Abgrenzungskriterien
3.2.2 Das Leistungsangebot
3.2.3 Die Gründe des Bauherren für die Beauftragung eines Generalunternehmers
3.2.4 Der Nachunternehmer
3.2.5 Vorteile und Risiko des Nachunternehmereinsatzes aus Sicht des Generalunternehmers
3.3 Vergabeformen und Wettbewerbsgrundlagen
3.3.1 Traditionelle Vergabeform (traditional method)
3.3.2 Gesamtvergabe von Planungs- und Bauleistungen (design and build methods)
3.3.2.1 Entwerfen und Errichten (design and build)
3.3.2.2 Schlüsselfertige Vergabe (turnkey)
3.3.3 Getrennte Vergabe von Planungs- und Bauleistungen (management methods)
3.3.3.1 Koordination durch einen construction manager (construction management)
3.3.3.2 Koordination durch einen management contractor (management contracting)
3.3.4 Planen und Koordinieren (design and management method)
3.4 Vertragsarten
3.4.1 Preisbasierte Leistungsverträge (price based contracts)
3.4.1.1 Einheitspreisvertrag (admeasurement contract)
3.4.1.2 Pauschalverträge (lump sum contract)
3.4.2 Kostenbasierte Aufwandsverträge (cost based contracts)
3.4.2.1 Stundenlohnverträge mit vorgegebenen Einheitspreisen (schedule of rates contract)
3.4.2.2 Stundenlohnvertrag ohne vorgegebene Einheitspreise (schedule of prices contract)
3.4.2.3 Kostenrückerstattungsverträge (cost reimbursable contracts)
3.4.3 Zielsetzende Verträge (target contracts)
3.4.3.1 Ziel-Kostenvertäge (cost target contracts)
3.4.3.2 Ziel-Zeitverträge (time target contracts)
3.4.3.3 Ziel-Leistungsverträge (performance target contracts)
3.4.4 Britische Standardverträge
3.4.4.1 Vertragswerke des FIDIC
3.4.4.2 ICE Conditions of Contract
3.4.4.3 New Engineering Contract
3.4.5 Amerikanische Standardverträge
4 Aktuelle Beziehungen angloamerikanischer General- und Nachunternehmer
4.1 Grundlegende Geschäftsbeziehungen und übliche Generalunternehmer-Praktiken
4.2 Die gegenseitige Abhängigkeit und Erwartungshaltung von angloamerikanischen Generalunternehmer und Nachunternehmer
4.3 Submission
4.3.1 Ablauf und gebräuchliche Formen der Submission
4.3.2 Verhalten und Preispolitik der Nachunternehmer
4.3.3 Wichtige Kriterien der Generalunternehmer bei der Auftragsvergabe
4.3.4 Faktoren für die wiederholte Auftragserteilung
4.4 Konfliktschwerpunkte und Lösungsansätze
4.4.1 Zahlungsmoral und Liquiditätssicherung
4.4.2 Preisdruck
4.4.3 Termindruck
4.4.4 Qualität
4.4.5 Mangelhafte Weitergabe von Informationen und unvorteilhafte Kommunikation
4.4.6 Fehlende Anerkennung von Erfahrung, Kompetenz und Know-how
4.5 Ursachen und Folgen der Interessenkonflikte
4.5.1 Bauablauf- und Terminverzögerungen
4.5.1.1 Häufigkeit von Terminverzögerungen
4.5.1.2 Ursachen für Terminverzögerungen
4.5.2 Nachträge
4.5.2.1 Ursachen von Nachträge
4.5.2.2 Nachtragshäufigkeit
4.5.2.3 Nachtragshöhe
4.6 Partnerschaftliche Kooperationsbeziehungen als Entschärfung der Konfliktpotentiale?
4.7 Schlichtungsmechanismen
4.7.1 Die Schlichtung durch einen Mediator
4.7.2 Der engineer in der Rolle des Schlichters nach der FIDIC
4.7.3 Die Schlichtung mittels Adjudicators nach dem NEC des ICE
4.7.4 Das britische Schlichtungsmodell „Dispute Adjudication Board“
4.7.5 Das amerikanische Schlichtungsmodell „Dispute Review Board“
4.7.6 Vorteile der Schlichtungsmechanismen
5 Resümee
5.1 Zusammenfassung
5.2 Perspektiven
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen Generalunternehmern und Nachunternehmern auf den Baumärkten in Großbritannien und den USA, um Optimierungspotenziale durch verbesserte Kooperation aufzuzeigen und diese mit der Situation in Deutschland zu vergleichen.
Die gegenseitige Abhängigkeit und Erwartungshaltung von angloamerikanischen Generalunternehmer und Nachunternehmer
Obwohl die Ausführungen des Kapitel 4.1 den Eindruck erwecken mögen, als gäbe es nur wenige Abhängigkeiten zwischen den contractors auf der einen und den subcontractors auf der anderen Seite, so wird dies im Folgenden anschaulich widerlegt.
Repräsentative statistische Erhebungen in Großbritannien ergaben, dass der prozentuale Anteil von vergebenen Nachunternehmerleistungen durchschnittlich 70 % bis oftmals 90 % beträgt. Diese Angaben decken sich mit den Daten der American Subcontractors Association (ASA) und weiteren Umfragen in den USA, wonach mehr als 80 % aller Arbeiten im amerikanischen Baugewerbe durch Nachunternehmer erbracht werden. Vergleichende Untersuchungen der Europäischen Kommission bestätigen den europaweiten Anteil von Nachunternehmerleistungen zu 60 %, so dass zu Recht behauptet werden kann, dass ohne Mitwirkung des subcontractors viele Projekte nicht mehr realisiert werden können.
Zugleich stellen kleine und mittelgroße Bauunternehmen nur 10 % bis 30 % ihrer möglichen Kapazitäten durch direkte Vertragsbeziehungen den clients zur Verfügung und binden die restlichen Kapazitäten oft an nur einen großen contractor. So ergibt sich eine außerordentliche Abhängigkeit der subcontractor von der Geschäftslage des contractors, bzw. vice versa aus Sicht des contractors, eine verantwortungsvolle Stellung der contractors gegenüber den subcontractors.
1 Einleitung: Erläuterung der Bedeutung des Themas in einem rezessiven Marktumfeld und Festlegung der Forschungsziele sowie der Gliederung.
2 Volkswirtschaftliche Bedeutung und strukturelle Gliederung der Bauwirtschaft im angloamerikanischen Wirtschaftsraum: Analyse makroökonomischer Kenngrößen und struktureller Merkmale der britischen und amerikanischen Bauindustrie im Vergleich zu Deutschland.
3 Vertragliche Beziehungen und Wettbewerbsmechanismen der angloamerikanischen Baubeteiligten: Untersuchung der Rollen der Baubeteiligten, der Vergabeformen und der gängigen Vertragsarten unter Berücksichtigung angloamerikanischer Standards.
4 Aktuelle Beziehungen angloamerikanischer General- und Nachunternehmer: Detaillierte Betrachtung der Geschäftsbeziehungen, der Submissionsverfahren, häufiger Interessenkonflikte und möglicher Schlichtungsmechanismen.
5 Resümee: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen hinsichtlich kooperativer Partnerschaften.
Generalunternehmer, Nachunternehmer, Bauwirtschaft, Großbritannien, USA, Bauvertragsrecht, Submissionsverfahren, Kooperation, Interessenkonflikte, Baumanagement, Bauleistung, Projektsteuerung, Konfliktlösung, Schlichtungsmechanismen, Bauaufträge
Die Diplomarbeit befasst sich mit der vertraglichen und geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen Generalunternehmern und Nachunternehmern in Großbritannien und den USA, um Lehren für die deutsche Bauwirtschaft zu ziehen.
Die zentralen Themen umfassen die strukturellen Merkmale der angloamerikanischen Bauwirtschaft, verschiedene Vergabe- und Vertragsmodelle sowie die Dynamik der Geschäftsbeziehungen zwischen Auftraggebern, General- und Nachunternehmern.
Das Ziel ist es, eine Übersicht über die gemeinsame Bautätigkeit im angloamerikanischen Raum zu bieten und Mechanismen der Zusammenarbeit aufzuzeigen, um durch einen Vergleich mit deutschen Verhältnissen zum Verständnis der Sachlage beizutragen.
Die Arbeit basiert auf der Sichtung, Sortierung und kritischen Bewertung aktuell vorhandener Fachliteratur sowie der deskriptiven Gegenüberstellung von Ergebnissen aus der heutigen Sicht.
Der Hauptteil behandelt die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft, die vertraglichen Beziehungen und Wettbewerbsmechanismen sowie eine detaillierte Analyse der Geschäftsbeziehungen, Konfliktpotenziale und Lösungsstrategien zwischen General- und Nachunternehmern.
Schlüsselwörter sind unter anderem Generalunternehmer, Nachunternehmer, Bauvertragsrecht, Submissionsverfahren, Kooperation, Konfliktlösung und Baumanagement.
Der construction manager agiert als Vertrauter und Vermittler des Auftraggebers und übernimmt eine integrierende Rolle in allen Projektphasen, was über die Funktionen üblicher Generalübernehmer in Deutschland hinausgeht.
Die Arbeit stellt fest, dass Nachträge in den USA häufiger gestellt werden, jedoch weniger heftig umstritten sind, was unter anderem auf die spezifischen marktüblichen Vergabe- und Vertragsstrukturen zurückzuführen ist.
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