Magisterarbeit, 2001
108 Seiten, Note: sehr gut
I. Einleitung
II. Die Kreuzritter – Daily Express und Daily Mirror in den 1950er Jahren
I. Der Daily Express: Lord Beaverbrooks „Propaganda-Maschine“
II. Der Daily Mirror: Anwalt und Sprachrohr des „kleinen Mannes“
III. Mau Mau – Ein Topthema der britischen Presse
I. Daily Express
II. Daily Mirror
IV. Vom Notstand zum Krieg: Die Genese des Aufstandes im Daily Express und Daily Mirror
I. Daily Express
II. Daily Mirror
V. Wer oder was ist Mau Mau? Die Sicht auf den Gegner
I. Daily Express
II. Daily Mirror
VI. Opfer, Helden oder Rassisten? Die Sicht auf die weißen Siedler
I. Daily Express
II. Daily Mirror
VII. “Wilde” oder afrikanische Märtyrer? Die Sicht auf die Kikuyu
VIII. Der Fall Kenyatta und die Sicht auf den afrikanischen Nationalismus
I. Daily Express
II. Daily Mirror
IX. Repression oder Notwendigkeit? Die Sicht auf die Politik der Regierung
I. Daily Express
II. Daily Mirror
X. “What is going on in our Colonies?” Der Fall Griffiths und die Folgen
I. Daily Express
II. Daily Mirror
XI. Rassentrennung, Entwicklung und Treuhandprinzip – Die Debatte um Reformen in Kenia
I. Daily Express
II. Daily Mirror
XII. Schlussbemerkungen
XIII. Bibliographie
Die Arbeit untersucht die mediale Wahrnehmung des Mau Mau-Aufstandes in Kenia (1952–1959) in den zwei auflagenstärksten britischen Zeitungen der Zeit, dem konservativen Daily Express und dem linksprogressiven Daily Mirror, um die Wechselwirkung zwischen kolonialen Ereignissen und der öffentlichen Meinung in der Metropole zu analysieren.
Die Rolle der britischen Massenpresse
In der sogenannten Massendemokratie kommt den Medien dabei eine Doppelfunktion zu: Einerseits sind sie die Bühne, auf der das Stück „öffentliche Meinung“ ausgetragen wird, andererseits aber auch Akteure in diesem Stück. Sie sehen sich als Anwälte und Vertreter der Öffentlichkeit und beeinflussen insbesondere mittels der Selektion von Themen aber auch durch aktive „Manipulation“ den Gang der öffentlichen Diskussion. Es soll im Folgenden nicht versucht werden, den medialen Kommunikationsprozess etwa im Hinblick auf den Mau Mau-Aufstand detailliert zu untersuchen. Dennoch werden sich im Verlauf der Analyse charakteristische Wahrnehmungs- und Kommunikationsmuster abzeichnen, die am Konstrukt öffentliche Meinung mitwirkten.
Die Frage, inwieweit das beschriebene Konstrukt die Handlungen der politisch Verantwortlichen beeinflusste, führt zum zweiten Punkt, der öffentlichen Meinung als Phantom. Die öffentliche Meinung ist ein Phantom, weil sie nicht objektiv und absolut erfasst werden kann. Dies gilt für den Zeitraum dieser Untersuchung, die frühen 1950er Jahre, in noch höherem Maße als für das beginnende 21. Jahrhundert, in dem eine perfektionierte Meinungsforschungsindustrie zumindest die Illusion nährt, öffentliche Meinung lasse sich „messen“.
I. Einleitung: Einführung in das Thema der Dekolonisation und die Rolle der britischen Massenpresse während des Mau Mau-Aufstandes.
II. Die Kreuzritter – Daily Express und Daily Mirror in den 1950er Jahren: Vorstellung der beiden untersuchten Zeitungen, ihrer politischen Ausrichtung und ihres Selbstverständnisses als Akteure der öffentlichen Meinung.
III. Mau Mau – Ein Topthema der britischen Presse: Analyse der Frequenz und Bedeutung des Aufstandes als mediales Großereignis in den beiden Zeitungen.
IV. Vom Notstand zum Krieg: Die Genese des Aufstandes im Daily Express und Daily Mirror: Untersuchung der anfänglichen Berichterstattung nach der Ausrufung des Notstandes 1952.
V. Wer oder was ist Mau Mau? Die Sicht auf den Gegner: Analyse der medialen Konstruktion und Verteufelung der Mau Mau-Bewegung.
VI. Opfer, Helden oder Rassisten? Die Sicht auf die weißen Siedler: Darstellung der britischen Siedler als Pioniere oder umstrittene Akteure in der Berichterstattung.
VII. “Wilde” oder afrikanische Märtyrer? Die Sicht auf die Kikuyu: Auseinandersetzung mit der medialen Einteilung der afrikanischen Bevölkerung in Loyalisten und "Wilde".
VIII. Der Fall Kenyatta und die Sicht auf den afrikanischen Nationalismus: Analyse der Berichterstattung über Jomo Kenyatta und die KAU.
IX. Repression oder Notwendigkeit? Die Sicht auf die Politik der Regierung: Untersuchung der medialen Positionierung zur Politik des Kolonialministeriums.
X. “What is going on in our Colonies?” Der Fall Griffiths und die Folgen: Analyse der Reaktionen auf die Enthüllungen über Polizeibrutalität und Folter.
XI. Rassentrennung, Entwicklung und Treuhandprinzip – Die Debatte um Reformen in Kenia: Darstellung der Diskussion um politische und soziale Reformen in der Kolonie.
XII. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Diskrepanz zwischen zeitgenössischer medialer Wahrnehmung und heutiger historiographischer Analyse.
Mau Mau, Dekolonisation, Britische Presse, Daily Express, Daily Mirror, Kenia, Jomo Kenyatta, Öffentliche Meinung, Propaganda, Kolonialkrieg, Rassentrennung, Empire, Commonwealth, Sicherheitskräfte, Reformdebatte
Die Arbeit untersucht, wie zwei einflussreiche britische Zeitungen, der Daily Express und der Daily Mirror, den Mau Mau-Aufstand in Kenia in den frühen 1950er Jahren wahrgenommen und dargestellt haben.
Zu den Schwerpunkten gehören das Bild des Gegners, die Darstellung der weißen Siedler, der Prozess gegen Jomo Kenyatta, die Rolle der Regierungspolitik und die Debatte über Reformen und Rassentrennung.
Das Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen dem kolonialen Geschehen in Kenia und der medialen Konstruktion der öffentlichen Meinung in Großbritannien während der Dekolonisationsphase zu analysieren.
Die Arbeit nutzt eine inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung und Kommentierung in beiden Zeitungen über den Zeitraum von September 1952 bis April 1954.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung einzelner Aspekte wie die Genese des Aufstandes, die Rolle der Akteure (Siedler, KAU, Regierung) und die mediale Reaktion auf militärische oder polizeiliche Gewalt.
Schlüsselbegriffe wie Mau Mau, Dekolonisation, Britische Presse, Propaganda und Rassentrennung stehen im Zentrum.
Der Daily Express vertrat eine imperial-loyale, konservative Linie, während der Daily Mirror als linksprogressive Zeitung zwar den Aufstand ablehnte, aber öfter die sozialen Hintergründe und die Brutalität der Sicherheitskräfte kritisierte.
Der Daily Mirror thematisierte die Folter und Polizeibrutalität scharf als moralisches Problem, während der Daily Express versuchte, diese Fälle als Einzelfälle herunterzuspielen, um die militärische Initiative nicht zu gefährden.
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