Diplomarbeit, 2003
82 Seiten, Note: 1,0
I EINLEITUNG
II FALLBESCHREIBUNG
III DIE GRUPPE UND IHR AUSSENSEITER
1 WAS VERSTEHT MAN UNTER EINER GRUPPE?
2 GRUPPENENTWICKLUNG
2.1 ORIENTIERUNG UND EXPLORATION
2.2 AUSEINANDERSETZUNG UND MACHTKAMPF
2.3 BINDUNG UND VERTRAUTHEIT
2.4 DIFFERENZIERUNG UND FESTIGUNG
2.5 ABSCHLUSS UND NEUORIENTIERUNG
3 KOMMUNIKATION
4 NORMEN
4.1 ENTSTEHUNG UND FUNKTION VON NORMEN
4.2 SICHERUNG DES NORMENSYSTEMS
4.3 ÄNDERUNG VON NORMEN
5 VERHALTEN IN GRUPPEN
5.1 FELDTHEORIE VON LEWIN
5.2 ROLLENTHEORIE
5.2.1 Position und Rolle
5.2.2 Rollenkonflikte
6 DAS AUSSENSEITERTUM
6.1 WER WIRD ZUM AUSSENSEITER?
6.2 DIE ROLLE DES AUSSENSEITERS IN DER GRUPPE
6.3 PROBLEMATIK DES AUSSENSEITERTUMS
6.3.1 Stigmatisierung
6.3.2 Zirkuläre Verstärkerprozesse
6.3.3 Stabilität
IV ICH-SCHWÄCHE
1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
1.1 ICH-STÄRKE
1.1.1 Anlage
1.1.2 Selbstkompetenz
1.1.3 Wahrnehmungskompetenz
1.1.4 Sozialkompetenz
1.2 ICH-SCHWÄCHE
2 ASPEKTE DER ICH-SCHWÄCHE
2.1 SOZIALE INKOMPETENZ
2.2 SOZIALER RÜCKZUG
2.3 SOZIALE ISOLIERUNG
2.4 SOZIALE ANGST
2.4.1 Zeichen und Symptome sozialer Angst
2.4.2 Kognitives Modell der sozialen Angst
2.5 SOZIAL UNSICHERES VERHALTEN
2.6 DEPRESSION
2.6.1 Erscheinungsformen depressiver Störungen
2.6.2 Wie kann man Depression erkennen?
2.6.3 Negative Spiralen
2.6.4 Begleiterscheinungen von Depressionen
2.6.5 Stabilität depressiver Belastung im Lebenslauf
2.6.6 Ursachen von Depressionen
2.6.7 Zusammenhang Angst – Unsicherheit – Depression
V MÖGLICHE URSACHEN FÜR ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN DER ICH-STÄRKE
1 ANLAGE – UMWELT
2 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHES MODELL NACH ERIKSON
2.1 UR-VERTRAUEN VERSUS UR-MISSTRAUEN
2.2 AUTONOMIE VERSUS SCHAM UND ZWEIFEL
2.3 WERKSINN VERSUS MINDERWERTIGKEITSGEFÜHL
3 LERNTHEORETISCHE KONZEPTE
3.1 MODELLLERNEN
3.2 VERSTÄRKUNGSLERNEN
3.3 KLASSISCHES KONDITIONIEREN
4 THEORIE DER ERLERNTEN HILFLOSIGKEIT NACH SELIGMAN
4.1 EXPERIMENTE
4.2 ERLERNTE HILFLOSIGKEIT UND AUSSENSEITERTUM
4.3 ERZIEHUNG
5 MÖGLICHE URSACHEN IN DER ERZIEHUNG
5.1 ÜBERZOGENE SCHUTZHALTUNG
5.2 VERWÖHNUNG UND EHRGEIZ
5.3 SOZIALER PERFEKTIONISMUS
5.4 FEHLENDE KONSEQUENZ
5.5 VERHARMLOSUNG ODER DRAMATISIERUNG EINES PROBLEMS
VI PÄDAGOGISCHE INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN
1 INDIKATIONSSTELLUNG
2 VERHALTENSBEOBACHTUNG
3 INDIVIDUELLE FÖRDERUNG
3.1 EINZELGESPRÄCHE
3.2 FÖRDERUNG DES SELBSTBEWUSSTSEINS
3.3 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT
3.4 KONTAKTE ERMÖGLICHEN
3.5 ANGST VERMINDERN
3.6 SOZIALE UNSICHERHEIT VERMINDERN
3.6.1 Einzeltraining
3.6.2 Gruppentraining
3.7 INTERVENTION BEI DEPRESSIVEN VERSTIMMUNGEN
3.8 WERTSCHÄTZUNG
4 SCHAFFUNG EINES INTEGRATIVEN KONTEXTES
4.1 MÖGLICKEITEN IN DER KLASSE
4.1.1 Aufstellen von Spielregeln
4.1.2 Offene Gruppennormen
4.1.3 Einsatz von Sozialformen im Unterricht
4.1.4 Spiele
4.1.5 Bekräftigung gewünschten Verhaltens
4.1.6 Rollenspiele
4.2 LEHRERVERHALTEN
4.2.1 Der Lehrer als Modell für kooperatives Verhalten
4.2.2 Der Lehrer als Modell für tolerantes Verhalten
4.2.3 Der Lehrer als Modell für positives Konfliktlösungsverhalten
4.3 SCHULORGANISATORISCHE MÖGLICHKEITEN
4.4 ELTERNARBEIT
VII ZUSAMMENFASSUNG
VIII LITERATURVERZEICHNIS
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Ich-schwachen Kindes" als schulischen Außenseiter. Das Ziel ist es, gruppentheoretische und individuelle Hintergründe für dieses Verhalten aufzuzeigen und Lehrern pädagogische Interventionsmöglichkeiten an die Hand zu geben, um betroffene Schüler im Schulalltag besser zu unterstützen.
Die Problematik von Modellen
Ganz wichtig ist mir, bereits im Vorfeld dieser Arbeit auf die Problematik von Modellen im Allgemeinen und von Theorien in Bezug auf den Menschen im Besonderen hinzuweisen. Dabei sind natürlich nicht die Theorien an sich problematisch, sondern der Umgang mit denselben. Modelle haben selbstverständlich ihre Berechtigung. Sie stellen ein großartiges Hilfsmittel dar, das uns erlaubt, die komplexe Wirklichkeit, die uns umgibt, zumindest ein wenig besser zu verstehen. Allerdings simplifizieren Modelle die Wirklichkeit auch immer und bilden meist nur einen Teilaspekt der Realität ab. Dieser Tatsache sollte man sich, meiner Auffassung nach, immer bewusst sein, wenn man mit Theorien und Modellen arbeitet. Es besteht sonst die Gefahr, diese Modelle mit der Wirklichkeit zu verwechseln und als absolut richtig und immer anwendbar anzunehmen.
Insbesondere gilt dies für Theorien und Erklärungsmodelle, mit denen versucht wird, den Menschen, seine Person, sein Empfinden, etc. zu beschreiben. Der Mensch ist ein derart komplexes Geschöpf, dessen Person und Wesen von so vielen verschiedenen – zum Großteil unbekannten – „Faktoren“ und Einflüssen bedingt wird, dass es sehr schwierig ist, allgemeingültige Aussagen zu tätigen.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Problem der sozialen Ausgrenzung in Schulklassen und definiert das Ziel, individuelle und gruppentheoretische Hintergründe sowie Interventionsmöglichkeiten zu untersuchen.
FALLBESCHREIBUNG: Hier wird der Fall des 14-jährigen Schülers Martin geschildert, dessen Alltag von Ausgrenzung, Hänseleien und sozialem Rückzug geprägt ist.
DIE GRUPPE UND IHR AUSSENSEITER: Dieses Kapitel erläutert die Strukturen von Gruppen, den Prozess der Gruppenentwicklung sowie die Funktion und Dynamik der Außenseiterrolle.
ICH-SCHWÄCHE: Der Autor definiert den Begriff der Ich-Schwäche und setzt ihn in Bezug zu Kompetenzsystemen wie Selbst- und Sozialkompetenz sowie spezifischen Störungen wie sozialer Angst und Depression.
MÖGLICHE URSACHEN FÜR ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN DER ICH-STÄRKE: Hier werden Ursachen analysiert, die von der Genetik über erlernte Hilflosigkeit nach Seligman bis hin zu verschiedenen problematischen Erziehungsstilen reichen.
PÄDAGOGISCHE INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN: Dieses Kapitel liefert konkrete Strategien für Lehrer, darunter Verhaltensbeobachtung, Förderung des Selbstbewusstseins, Konfliktlösungsmodelle und eine engere Zusammenarbeit mit Eltern.
ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse über die Stabilität der Außenseiterrolle und unterstreicht die Verantwortung der Schule für ein integratives Klassenklima.
LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Ich-Schwäche, Schulisches Außenseitertum, Gruppendynamik, Soziale Inkompetenz, Soziale Angst, Depression, Erlernte Hilflosigkeit, Erziehungsstil, Pädagogische Intervention, Selbstkompetenz, Rollentheorie, Soziale Integration, Schulklassen, Sozial unsicheres Verhalten, Lehrerverhalten.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Ursachen und Wirkmechanismen, die ein Kind zu einem schulischen Außenseiter werden lassen, speziell unter dem Aspekt der sogenannten "Ich-Schwäche".
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf gruppentheoretischen Dynamiken, der psychologischen Definition von Ich-Stärke und Ich-Schwäche sowie der Analyse von Entwicklungsstörungen und Erziehungseinflüssen.
Das primäre Ziel ist es, Lehrern aufzuzeigen, wie sie betroffene, ich-schwache Kinder im Schulalltag erkennen und mit geeigneten pädagogischen Interventionen unterstützen können.
Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturrecherche, ergänzt durch Interviews und Gespräche mit betroffenen Kindern, Eltern sowie Experten, sowie auf die Analyse persönlicher Erfahrungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die gruppentheoretische Analyse, die psychologische Begriffsbestimmung der Ich-Schwäche, die Erörterung möglicher Ursachen (Modelle nach Erikson und Seligman) und den ausführlichen Bereich pädagogischer Interventionsmöglichkeiten.
Typische Begriffe sind unter anderem Ich-Schwäche, Außenseitertum, Soziale Inkompetenz, Soziale Angst, Erlernte Hilflosigkeit und Pädagogische Intervention.
Der Autor definiert den Außenseiter als jemanden, der zwar Teil der Gruppenstruktur ist, aber die Gruppennormen nicht erfüllt und deshalb negativ sanktioniert oder ignoriert wird, wobei das Außenseitertum eine Funktion für den Zusammenhalt der restlichen Gruppe erfüllt.
Diese Prozesse beschreiben eine negative Spirale: Das Verhalten des Außenseiters wird von der Gruppe abgelehnt, was zu geringem Selbstwertgefühl und weiterem unangepassten Verhalten beim Kind führt, wodurch die Ablehnung der Gruppe wiederum verstärkt wird und die Außenseiterrolle stabilisiert.
Das aktive Außenseitertum ist oft durch die Rolle des Sündenbocks oder "schwarzen Schafes" geprägt, während das passive Außenseitertum (wie im Fallbeispiel Martin) eher durch Zurückgezogenheit, Unauffälligkeit und Angst gekennzeichnet ist.
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