Masterarbeit, 2024
207 Seiten, Note: 2,0
Diese Masterarbeit untersucht die Wirksamkeit eines 6-wöchigen mentalen Trainingsprogramms auf das Selbstbild und die Leistungsmotivation von Freizeitsportler*innen, die aktiv soziale Medien nutzen. Das primäre Ziel ist es, ein Trainingsprogramm zu entwickeln, das Hobbysportler*innen befähigt, soziale Medien nicht als Stressor zu erleben, sondern diese positiv und leistungsoptimierend zu nutzen, und dabei die Auswirkungen stressreduzierender Maßnahmen auf Resilienz und Selbstwirksamkeit zu erforschen.
3.1 Definitionen
Die erläuterten Begrifflichkeiten dienen zum optimierten Verständnis der folgenden Ausführungen. Alle haben einen direkten Bezug und eine inhaltliche Bedeutung für die Problemstellung.
3.1.1 Mentales Training
Beim Mentalen Training wird der direkte Einfluss psychischer Prozesse auf die Bewegung angesprochen. Es erfolgt eine systematische und intensive gedankliche Vorstellung eines Bewegungsablaufs mit dem Ziel seiner Verbesserung, ohne dass die Bewegung praktisch ausgeführt wird (Eberspächer, 1995).
Ein zusätzliches, zu dem in der Definition genannten Ziel kann, im Kontext sportlicher Aktivität, das direkte Fokussieren auf die Übung und Ausblenden von Umgebungsreizen sein. Zudem erlangen die Athlet*innen oft ein neues Bewusstsein für die Komplexität und Ausführung der eigentlichen Bewegung. Das mentale Training vereint die Möglichkeit von individueller Bewegungsoptimierung und Bewegungssicherheit, mit klarem Fokus und Bewusstsein auf das Trainingsgeschehen. Es wird, aufgrund seiner belegten Wirksamkeit, auch in anderen Berufsfeldern, wie Wirtschaft (Hacker, 1998), Luftfahrt (Krumm, 2007) und Musik (Klöppel, 2007) angewandt. Diese Trainingsform ist zentraler Bestandteil des mentalen Trainingsprogramms, da er sich sowohl physisch als auch psychisch auf die Belastbarkeit der Proband*innen auswirken kann.
3.1.2 Achtsamkeit
Im direkten Bezug zum Mentalen Training steht der Komplex der Achtsamkeit.
„Die Popularität des Achtsamkeitskonzeptes lässt sich als eine kollektive Selbstregulation unserer Kultur auf eine zunehmende Funktionalisierung und Beschleunigung interpretieren.“ (Schmidt, 2014)
Achtsamkeit meint, die bewusste Wahrnehmung deiner Umgebung mit einem selbst darin. So kann beispielsweise achtsam gegessen und das dabei gegessene wahrgenommen werden: das Besteck und wie es sich in deinen Händen anfühlt, das Geschirr und dessen Haptik, die Beschaffenheit der Lebensmittel, eventuelle Geräusche um dich herum und natürlich der Geschmack – alle Dinge, die sonst auch präsent sind, aber häufig wenig unserer Aufmerksamkeit erhalten. Oft wir dadurch eine Menge schöner Kleinigkeiten verpasst. Für unser Gehirn ist es allerdings essenziell, Reize nach Relevanz zu selektieren und auch auszublenden (Ludwig, 2008). Einerseits war die ursprüngliche Funktion das lange und gesunde Überleben, heute kann es allerdings auch vor Überreizung schützen. Die bewusste Wahrnehmung und auch Selektion von Reizen, z. B. beim Essen kein Fernsehen zu schauen oder Zeit am Handy zu verbringen, also, Reize bewusst auszuschließen, die es noch nicht lange gibt, die von unserem Hirn allerdings, besonders durch laute Geräusche und die Ausschüttung von Noradrenalin und Oxytocin, als relevant eingestuft werden, kann uns dabei unterstützen, einen Fokus auf die für uns wichtigen Dinge zu lenken und mehr über die eigenen Bedürfnisse zu erfahren. In dem Fall des Essens könnte es die bewusste Wahrnehmung von Sättigung sein, ausreichendes Kauen (McArthur, 2018) zur guten Vorbereitung der Nahrung für die weitere Verdauung, die je nach Lebensmittel variiert, aber auch die Wertschätzung sich selbst gegenüber sein.
Umso funktionaler unsere Gesellschaft wird, umso mehr Dinge wir parallel tun, umso mehr Reize von außen auf uns einwirken, die eine Reaktion unseres Organismus zufolge haben (und das haben alle Reize), umso relevanter kann es werden, den Fokus auf sich, das eigene Befinden und die in sich selbst bestehende Kapazität zur Verarbeitung des, auch dadurch oft stressigen Alltags zu finden. Um dies zu ermöglichen, sind Achtsamkeit und das Wissen um sie eine Grundvoraussetzung. Achtsamkeit wird demnach in das mentale Trainingsprogramm einbezogen, um die individuelle Wahrnehmung der Proband*innen und deren Ich-Bewusstsein im Alltag zu stärken, sowie individuelle Fähigkeiten der Resilienz auszuweiten.
Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Einflusses sozialer Medien auf Freizeitsportler*innen ein und identifiziert die daraus resultierende Forschungslücke.
Zielsetzung: Hier werden das Hauptziel der Arbeit und die Forschungsfrage formuliert, die darauf abzielen, ein mentales Trainingsprogramm zur positiven Nutzung sozialer Medien und Leistungsoptimierung zu entwickeln.
Gegenwärtiger Kenntnisstand: Dieser Abschnitt beleuchtet relevante Definitionen wie Mentales Training, Achtsamkeit, Stress und soziale Medien und fasst die aktuelle Datenlage zu deren gesundheitlichen Auswirkungen zusammen.
Methodik: Das Kapitel beschreibt detailliert das Forschungsdesign der Studie, inklusive der Hypothesen, der Pre-Post-Messung, der Proband*innen-Randomisierung und der Durchführung des 6-wöchigen mentalen Trainingsprogramms.
Statistische Auswertung und Berechnung: Hier werden die angewandten statistischen Methoden zur Analyse der erhobenen Daten, wie der Mann-Whitney-U-Test und der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test, erläutert.
Ergebnisse: Die deskriptiven und inferenzstatistischen Ergebnisse der Studie, insbesondere bezüglich Stimmung, Selbstwert, Vergleichbarkeit und Nutzungsdauer sozialer Medien, werden dargestellt und interpretiert.
Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Studienergebnisse im Kontext der Forschungsfrage, übt Methodenkritik und beleuchtet theoretische sowie praktische Implikationen der gewonnenen Erkenntnisse.
Zusammenfassung: Bietet einen abschließenden Überblick über die zentralen Resultate der Arbeit, die eine signifikante Verbesserung des Befindens und der Resilienz der Proband*innen durch das mentale Trainingsprogramm zeigen.
Literaturverzeichnis: Umfasst alle im Rahmen der Masterarbeit verwendeten und zitierten Quellen.
Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis: Listet alle im Dokument enthaltenen Abbildungen, Tabellen und verwendeten Abkürzungen auf.
Anhang: Enthält ergänzende Dokumente wie die Datenschutzerklärung für Proband*innen und den vollständigen Umfragebogen.
Mentales Training, Selbstbild, Leistungsmotivation, Freizeitsportler*innen, Soziale Medien, Stressreduktion, Achtsamkeit, Resilienz, Selbstwirksamkeit, Pre-Post-Messung, Fitspiration, Sportpsychologie, Körperbild, Entspannung
Diese Masterarbeit untersucht die Wirksamkeit eines 6-wöchigen mentalen Trainingsprogramms auf das Selbstbild und die Leistungsmotivation von Freizeitsportler*innen, die aktiv soziale Medien nutzen.
Die zentralen Themenfelder umfassen mentales Training, Selbstbild und Leistungsmotivation von Freizeitsportler*innen, den Einfluss sozialer Medien, Stressreduktion, Achtsamkeit, Resilienz und Selbstwirksamkeit.
Das primäre Ziel ist es, ein Trainingsprogramm zu entwickeln, das Hobbysportler*innen befähigt, soziale Medien nicht als Stressor zu erleben, sondern diese positiv und leistungsoptimierend zu nutzen, und dabei die Auswirkungen stressreduzierender Maßnahmen auf Resilienz und Selbstwirksamkeit zu erforschen.
Es wird ein quantitatives Forschungsdesign mit einer Pre-Post-Messung verwendet, das eine Experimentalgruppe und eine Kontrollgruppe umfasst. Die Datenerhebung erfolgt über digitale Fragebögen, und die Auswertung mittels Mann-Whitney-U-Test und Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen und Definitionen, die aktuelle Datenlage zu Social Media und mentalem Training, die detaillierte Methodik der Studie, die statistischen Auswertungen und die Diskussion der Ergebnisse behandelt.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Mentales Training, Selbstbild, Leistungsmotivation, Freizeitsportler*innen, Soziale Medien, Stressreduktion, Achtsamkeit, Resilienz und Selbstwirksamkeit.
Achtsamkeit ist ein zentraler Bestandteil des Trainingsprogramms. Sie dient dazu, die bewusste Wahrnehmung der eigenen Umgebung und des eigenen Befindens zu stärken, Reize zu selektieren und somit die individuelle Resilienz zu erweitern.
Das Programm ist auf sechs Wochen ausgelegt und umfasst verschiedene aufeinander aufbauende Stufen des mentalen Trainings sowie integrierte Wahrnehmungs-, Atem- und Entspannungsübungen, die schrittweise erlernt werden.
Die Studie beleuchtet, wie die ständige Vergleichbarkeit von Körperbildern und Leistungen in der Fitspiration-Szene negativen Einfluss auf den Selbstwert und die mentale Gesundheit haben und Stress auslösen kann, insbesondere bei weiblichen Personen.
Zu den Grenzen gehören eine kleine Stichprobengröße, eingeschränkte Generalisierbarkeit auf die Gesamtbevölkerung und den Profisport, fehlende Individualisierung des Programms, sowie potenzielle Störfaktoren bei der Datenerhebung und dem hohen Umfang des Programms, das viel Eigenständigkeit erfordert. Zudem ersetzt es keine psychotherapeutische Behandlung.
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