Examensarbeit, 2011
80 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Politischer Protest
2.1 Begriffsklärung: Engagement, Protest, Widerstand
2.2 Öffentlichkeit und öffentliche Meinung – was ist das?
2.3 Mobilisierung als Bewegungsbasis
2.4 Akteure und Institutionen
2.4.1 Bürgerinitiativen
2.4.2 Soziale Bewegungen
2.4.2.1 Abgrenzung soziale Bewegung - politische Partei
2.4.3 Natur- und Umweltschutzverbände
2.4.4 Interessenverbände
2.5 Protestformen
3. Die Anti-Atomkraftbewegung der 1970er Jahren
3.1 Kernenergie(-politik) in der Bundesrepublik Deutschland – historisch
3.2 Frühe Bürgerinitiativen, Konfliktpunkte und -orte
3.2.1 Wyhl: Blaupause der Bewegung (ab 1974)
3.2.2 Gorleben – Widerstand aus Stadt und Land (ab 1977)
4. Die politische Partei ‚Die Grünen‘
4.1 Neue soziale Bewegungen – Fundament der Grünen?
4.2 „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt.“ – Die Gründung der Bundespartei
4.2.1 Phasen der Parteigründung
4.2.2 Die Gründungsparteitage – Eine Gründung in drei Akten
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der westdeutschen Anti-Atomkraft-Bewegung und der Gründung der Partei „Die Grünen“ im Hinblick auf die These einer Metamorphose. Dabei wird analysiert, ob die Partei als direkte Fortführung der Bewegung zu betrachten ist oder ob es sich um zwei eigenständige Prozesse handelt.
3.2.1 Wyhl: Blaupause der Bewegung (ab 1974)
„Rückt […] die EWG [Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Anm. d. Autors] noch näher zusammen, was allgemein erwartet wird, wird das Rheintal zwischen Frankfurt und Basel die Wirtschaftsachse überhaupt werden. Ob dann noch Platz für Umweltschutz ist, muß bezweifelt werden. Sachverständige […] sind deshalb der Ansicht, die Ebene soll für die gewerbliche und industrielle Nutzung freigegeben werden, während die Funktionen ‚Wohnen‘, ‚Erholung‘ usw. […] in den Seitentälern des Rheins angesiedelt werden sollten […]“
Diese Mitteilung aus dem Staatsanzeiger von Baden-Württemberg zeigt sehr prägnant die Pläne seitens des Staates, wie sich die Rheinebene zu entwickeln hat. Kernkraftwerke sind dabei also nur als ein Teil eines ganzen Sortiments an Groß- und Grundstoffindustrien zu sehen, die sich entlang des Rheins ansiedeln könnten. Der Umweltschutz ist dabei offensichtlich zu vernachlässigen. Auch das Leben der Menschen spielt eine untergeordnete Rolle und wird in die Seitentäler des Rheins verlagert.
Das von der Kernkraftwerk-Süd GmbH geplante und – so viel sei bereits vorweggenommen – nie realisierte Atomkraftwerk Wyhl soll ursprünglich im rund zwanzig Kilometer entfernten Breisach errichtet werden. Nachdem dort jedoch vorwiegend die örtliche Bevölkerung, insbesondere die Winzer und Bauern erheblichen Widerstand in Form von Kundgebungen, Protestmärschen und der beachtlichen Zahl von 60.000 Einsprüchen geäußert hatten, wird das Vorhaben 1973 in das ebenfalls in Südbaden gelegene Wyhl verlegt, löst dort jedoch einen regelrechten Sturm der Entrüstung aus.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die Atomkraftnutzung ein und formuliert die Forschungsfrage, ob die Anti-Atomkraft-Bewegung als Basis für die Partei „Die Grünen“ dienen kann.
2. Politischer Protest: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Engagement, Protest, Widerstand, Öffentlichkeit und Mobilisierung theoretisch definiert und der organisatorische Rahmen von Akteuren wie Bürgerinitiativen, sozialen Bewegungen und Verbänden erläutert.
3. Die Anti-Atomkraftbewegung der 1970er Jahren: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die Entwicklung der Kernenergiepolitik in Deutschland und analysiert anhand der Konfliktorte Wyhl und Gorleben die Entstehung der Anti-Atomkraft-Bewegung.
4. Die politische Partei ‚Die Grünen‘: Hier wird der Gründungsprozess der Partei „Die Grünen“ untersucht, insbesondere deren Fundament in neuen sozialen Bewegungen und die verschiedenen Phasen bis zur Parteigründung.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die zentrale Forschungsfrage und kommt zu dem Schluss, dass die Entstehung der Grünen eher als komplexer Einfluss verschiedener Bewegungen denn als einfache Metamorphose zu bezeichnen ist.
Anti-Atomkraft-Bewegung, Die Grünen, Politischer Protest, Widerstand, Bürgerinitiativen, Kernenergie, Umweltschutz, Soziale Bewegungen, Mobilisierung, Parteigründung, Basisdemokratie, Ökologie, Gesellschaftlicher Wandel, Ziviler Ungehorsam, Wyhl, Gorleben.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Anti-Atomkraft-Bewegung der 1970er Jahre und der Entstehung der Partei „Die Grünen“.
Die zentralen Themen sind politischer Protest, soziale Bewegungen, die Kernenergiepolitik in Deutschland und der Gründungsprozess einer neuen Partei aus außerparlamentarischen Strukturen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Übergang von der Anti-Atomkraft-Bewegung zur Partei „Die Grünen“ im Sinne einer Metamorphose verstanden werden kann.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung historischer Dokumente und der Typologisierung von sozialen Bewegungen und Parteien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs „Politischer Protest“, eine Analyse der Atomkraftgeschichte und ihrer Konfliktorte (Wyhl, Gorleben) sowie eine detaillierte Betrachtung der Parteigründung der Grünen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Anti-Atomkraft-Bewegung, soziale Bewegungen, Bürgerinitiativen, „Die Grünen“ und politischer Wandel.
Diese Orte gelten als „Blaupause“ und Identifikationspunkte, an denen sich sowohl Argumentationsstrukturen als auch personelle Netzwerke bildeten, die später in die Partei einflossen.
Claus Offe begründet dies mit neuen politischen Problemlagen (Umwelt, Nachrüstung) und dem Integrationsversagen etablierter Volksparteien gegenüber ökologischen Fragestellungen.
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