Diplomarbeit, 2010
123 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Historische Entwicklung des Rohstoffhandels
2.2. Börslich gehandelte Rohstoffe
2.2.1. Rohstoffbegriff / Kategorisierung
2.2.2. Agrarprodukte
2.2.3. Industrierohstoffe
2.2.4. Energie
2.3. Rohstoff-Spreads
2.4. Besonderheiten der Underlyingkategorie Rohstoffe
2.5. Rohstoffe im Investmentkontext
3. Rohstoffhandel
3.1. Handelsformen und Preisbildung
3.2. Rohstoffbörsen
3.2.1. Charakterisierung der Rohstoffbörsen
3.2.2. Vorstellung ausgewählter Rohstoffbörsen
3.3. Darstellung ausgewählter Märkte für einzelne Rohstoffe
3.3.1. Der Goldmarkt
3.3.2. Der Elektrizitätsmarkt
3.4. Risiko im Rohstoffhandel
4. Rohstoffindizes
4.1. Überblick
4.2. Vorstellung der bedeutendsten Rohstoffindizes
4.3. Aktuelle Entwicklungen der Indizes
5. Rohstoffderivate
5.1. Forwards und Futures
5.1.1. Grundlagen
5.1.2. Die Cost-of-Carry-Bewertung von Financial Futures
5.1.3. Theory of storage / Convenience-Yield-Modell
5.1.4. Das Risk-Premium-Modell
5.1.5. Beziehung der Theory of Storage zu dem Risk-Premium-Modell
5.1.6. Stochastische Bewertungsmodelle für Rohstoff-Futures
5.1.7. Bewertung von Forwards und Futures auf nicht lagerfähige Rohstoffe
5.2. Rohstoff-Optionen
5.2.1. Grundlagen
5.2.2. Bewertung von europäischen Rohstoff-Optionen
5.2.2.1. Put-Call-Parität
5.2.2.2. Black-Scholes-Merton-Modell
5.2.2.3. Anwendung des Black-Scholes-Merton-Modells für die Bewertung von Optionen auf Rohstoff-Kassapreise
5.2.2.4. Bewertung von europäischen Rohstoff-Optionen mit dem Modell von Black
5.2.3. Exotische Rohstoff-Optionen
5.3. Rohstoff-Swaps und -Swaptions
5.3.1. Grundlagen
5.3.2. Bewertung von Rohstoffswaps
5.4. Sonstige Rohstoffderivate
5.4.1. Rohstoffzertifikate
5.4.2. Exchange Traded Funds (ETFs)
5.4.3. Contracts for Difference (CFDs)
6. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Rohstoffhandel und die dazugehörigen derivativen Konstruktionen aus finanzwirtschaftlicher Perspektive, mit dem Ziel, einen ganzheitlichen Fokus auf die Preisbildung und Risikobewertung zu legen.
2.2.1. Rohstoffbegriff / Kategorisierung
Rohstoffe, die in der finanzwirtschaftlichen Literatur auch als „Waren“ oder „Commodities“ bezeichnet werden, sind Objekte mehrerer Wissenschaftsdisziplinen. Viele Definitionen des Begriffs „Rohstoff“ implizieren dabei einen unverarbeiteten Rohzustand. An Rohstoffmärkten, wie beispielsweise den in Abschnitt 3.2. beschriebenen Rohstoffbörsen, werden aber auch Güter späterer Verarbeitungsstufen, beispielsweise Heizöl oder Schweinehälften gehandelt. Selbst Rohstoffe wie Gold oder Rohöl haben bereits einige Umformungen erfahren, bevor sie einen handelbaren Zustand erreichen. Dagegen können nach manchen Definitionen auch Güter wie z.B. Erde oder Sand als Rohstoff bezeichnet werden. Ihre sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung macht allerdings die Entwicklung einheitlicher Märkte und damit fairer Preise unmöglich. Der finanzwirtschaftliche Rohstoffbegriff ist somit in klarer Abgrenzung zum „klassischen“ Rohstoffbegriff anderer Wissenschaftsdisziplinen zu interpretieren. In vorliegender Arbeit wird der Begriff Rohstoff definiert als fungible Waren der ersten Verarbeitungsstufen, die an Rohstoffbörsen oder ähnlichen Einrichtungen gehandelt werden können.
Üblicherweise werden Rohstoffe in Abhängigkeit von technologischen und stofflichen Merkmalen eingeteilt. Die für die Bewertung wichtigeren marktlichen Elemente werden hierbei nur unzureichend berücksichtigt. In vorliegender Arbeit wird für die Beschreibung der einzelnen Rohstoffe und Rohstoffmärkte (Kapitel 2 und 3) eine an Rudolph/Schäfer (2005) anlehnende Klassifikation zurückgegriffen. Diese Klassifikation, die sich an die Abgrenzungen nach der Havanna-Charta von 1948 und die Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik Deutschland anlehnt, zeichnet sich durch ihre Übersichtlichkeit und Nähe zu den Aufteilungen der einzelnen Rohstoffbörsen aus. Sie unterscheidet zwischen drei großen Gruppen, den Agrarprodukten, Industrierohstoffen und Energie.
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung von Rohstoffen als Assetklasse und den Fokus der Arbeit auf derivative Instrumente.
2. Grundlagen: Erläutert die historische Entwicklung, die Klassifizierung von Rohstoffen, Rohstoff-Spreads und die Rolle von Rohstoffen im Investmentkontext.
3. Rohstoffhandel: Analysiert Handelsformen, Preisbildungsmechanismen, Rohstoffbörsen, spezifische Märkte (Gold, Strom) sowie Risikokategorien.
4. Rohstoffindizes: Gibt einen Überblick über die Funktion von Rohstoffindizes, stellt bedeutende Indizes wie den RJ/CRB oder S&P GSCI vor und analysiert aktuelle Entwicklungen.
5. Rohstoffderivate: Detaillierte mathematische Bewertung von Futures, Optionen, Swaps und weiteren Derivaten unter Berücksichtigung von Modellen wie Cost-of-Carry und Black-Scholes.
6. Zusammenfassung: Führt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zur Heterogenität der Rohstoffmärkte und den Herausforderungen der Preisbildung zusammen.
Rohstoffhandel, Rohstoffderivate, Rohstoffbörsen, Rohstoffindizes, Futures, Optionen, Swaps, Preisbildung, Hedging, Commodity, Terminkontrakte, Theory of Storage, Convenience Yield, Volatilität, Risikoprämie
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem internationalen Rohstoffhandel und der Bewertung der darauf basierenden derivativen Finanzinstrumente.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des Rohstoffhandels, der Organisation von Rohstoffbörsen, der Analyse von Rohstoffindizes sowie der mathematischen Bewertung von Derivaten wie Futures, Optionen und Swaps.
Das Ziel ist es, einen ganzheitlichen Überblick über die Preisbildung und die Bewertung von Rohstoffderivaten unter Berücksichtigung der spezifischen physikalischen und marktlichen Eigenschaften von Rohstoffen zu geben.
Die Arbeit nutzt Literaturanalyse und vergleicht theoretische Bewertungsmodelle (wie Cost-of-Carry oder Black-Scholes) mit der empirischen Realität an den Rohstoffmärkten.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen (Kategorisierung, Historie), den operativen Handel (Börsen, Preisbildung), die Analyse von Rohstoffindizes sowie eine detaillierte finanzmathematische Bewertung verschiedener Derivatetypen.
Rohstoffhandel, Derivate, Futures, Optionen, Börsen, Preisbildung, Rohstoffindizes, Hedging und Bewertungsmethoden.
Da Rohstoffe unterschiedliche physikalische Eigenschaften (Lagerfähigkeit, Saisonalität) aufweisen, sind standardisierte Bewertungsmodelle oft nicht direkt anwendbar, was eine Differenzierung nach Kategorien wie Agrar, Industrie oder Energie erforderlich macht.
Sie wird genutzt, um die Beziehung zwischen Kassa- und Terminpreisen zu erklären, wobei der "Convenience Yield" als wesentlicher Faktor für die Bestimmung der Preisstruktur (Contango oder Backwardation) fungiert.
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