Diplomarbeit, 2002
80 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Betrachtung
2. Eingrenzung der relevanten Theoriegebiete
2.1 Risiko und Risikomanagement
2.1.1 Definition des Risikobegriffs
2.1.2 Die Beziehung zwischen Risiko und Ungewissheit
2.1.3 Bedeutung des Risikos für den unternehmerischen Entscheidungsprozess
2.1.4 Der Begriff des Risikomanagements
2.2 Gesetzliche Anforderungen an das Risikomanagement
2.2.1 Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
2.2.1.1 Ziele des KonTraG im Bezug auf das Risikomanagement
2.2.1.2 Die gesetzliche Pflicht zum „Managen von Risiken“
2.3 Die Wertschöpfungskette
2.3.1 Das Konstrukt der Wertschöpfungskette
2.3.1.1 Wertschöpfung und Wertaktivitäten
2.3.1.2 Verkettung von Wertaktivitäten zur Wertschöpfungskette
2.3.2 Erweiterung des Modells zur unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette
2.3.3 Bedeutung der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette für die Behandlung von Risiken
3. Behandlung von Risiken in Wertschöpfungsketten
3.1 Der organisatorische Aufbau eines Risikomanagement-Systems
3.1.1 Die Risikokultur als Kernpunkt des Risikomanagements
3.1.2 Elemente eines Risikomanagement-Systems
3.1.3 Einbeziehung von Mitgliedern der Wertschöpfungskette in die Risikomanagement-Organisation
3.2 Der Prozess des Risikomanagements in Wertschöpfungsketten
3.2.1 Grundsätzliche Überlegungen zum Risikomanagement-Prozess
3.2.2 Risikoidentifikation in Wertschöpfungsketten
3.2.2.1 Strategie und Ziele als Grundlage der Risikoidentifikation in Wertschöpfungsketten
3.2.2.2 Spezifische Risiken in Wertschöpfungsketten
3.2.2.2.1 Variabilität der Nachfrage - uncertain demand -
3.2.2.2.2 Kapazitätsrisiko
3.2.2.2.3 Geschäftsrisiken entlang der Wertschöpfungskette
3.2.2.2.4 Qualitätsrisiken der Zulieferung
3.2.2.2.5 Unglücke und Unfälle entlang der Wertschöpfungskette
3.2.2.2.6 Risiken des Transports
3.2.2.2.7 Auswirkungen der dargestellten Risikoarten
3.2.2.3 Techniken zur Risikoidentifikation in Wertschöpfungsketten
3.2.2.3.1 Grundsätzliche Überlegungen
3.2.2.3.2 Analyse von Datenbeständen und Statistiken
3.2.2.3.3 Besichtigungsanalysen
3.2.2.3.4 Workshops und Check-Listen
3.2.2.4 Risikoidentifikation durch Kooperation
3.2.3 Analyse und Bewertung von Risiken in Wertschöpfungsketten
3.2.3.1 Notwendigkeit der Bewertung ermittelter Risiken
3.2.3.2 Die Ermittlung des „Schadenserwartungswertes“ als Risikomaß
3.2.3.2.1 Die Quantifizierung von Schäden
3.2.3.2.2 Ermittlung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenserwartungswerten
3.2.3.2.3 Kooperationen als Methode der Risikobewertung
3.2.3.3 Die Risk-Map als Instrument zur Bestimmung der Risikoposition
3.2.4 Die Steuerung von Risiken in Wertschöpfungsketten
3.2.4.1 Grundsätzliche Überlegungen zur Steuerung von Risiken
3.2.4.2 Die Vermeidung von Risiken
3.2.4.3 Die Verminderung von Risiken
3.2.4.3.1 Grundlagen der Risikoverminderung
3.2.4.3.2 Reduzierung der Auswirkungen von Nachfrageschwankungen
3.2.4.3.3 Verminderung von Risiken auf der Zuliefererseite
3.2.4.3.3.1 Thematische Eingrenzung
3.2.4.3.2.2 Verminderung von Kapazitätsrisiken entlang der Wertschöpfungskette
3.2.4.3.2.3 Verminderung von Qualitätsrisiken
3.2.4.3.2.4 Verminderung von Geschäftsrisiken
3.2.4.3.2.5 Reduzierung der Auswirkungen von Unglücken und Unfällen entlang der Wertschöpfungskette
3.2.4.3.2.6 Verminderung der Risiken des Transportes
3.2.4.3.2.7 Risikoverminderung durch Kooperation
3.2.4.3.2.8 Risikoverminderung durch vertikale Integration
3.2.4.4 Das Überwälzen von Risiken
3.2.4.4.1 Grundsätzliche Überlegungen
3.2.4.4.2 Non-Insurance-Risk-Transfer
3.2.4.4.3 Insurance-Risk-Transfer
3.2.4.5 Das Akzeptieren von Risiken
3.2.5 Die Überwachung des Risikomanagement-Systems
3.2.5.1 Die Überwachung der ergriffenen Steuerungsmaßnahmen
3.2.5.2 Die Überwachung des Gesamtsystems
3.2.5.2.1 Die „interne“ Überwachung des Risikomanagement-Systems
3.2.5.2.2 Die „externe“ Kontrolle des Risikomanagement-Systems
3.3 Der Kreislaufcharakter des Risikomanagements
4. Abschließende Betrachtung
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Würdigung
4.2 Ausblick und weitere Forschungsmöglichkeiten
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Industrieunternehmen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie diese durch ein effektives Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und gesteuert werden können, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.
3.2.2.2.1 Variabilität der Nachfrage - uncertain demand -
Der Kunde als zentrales Betrachtungsobjekt der Ermittlung von Risiken hat mit seinen Bedürfnissen und seinem Verhalten nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf ein einzelnes Mitglied einer Wertschöpfungskette. Durch ihn wird vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette beeinflusst. Veränderungen im Nachfrageverhalten haben direkte Auswirkungen auf den Endprodukthersteller und somit indirekte Auswirkungen auf die Zulieferer dieses Herstellers. Rückläufige Nachfrage nach Produkten des Endproduktherstellers wird letztlich zu einer Reduktion der Nachfrage nach Produkten des Zulieferers führen, u.s.w. Als ein wesentliches Risiko innerhalb einer jeden Wertschöpfungskette kann also die schwer vorhersehbare Variabilität des Nachfrageverhaltens der Endabnehmer („demand uncertainty“) identifiziert werden. Diese Variabilität birgt die Gefahr, dass der Kunde durch die bestehenden Strukturen und Produkte des Wertschöpfungsprozesses nicht mehr in ausreichender Form in seinen Bedürfnissen befriedigt wird. Nachfragerückgang aufgrund von geändertem Verhalten hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Organisationen. Angemessene Reaktionen auf diese Veränderlichkeit des Nachfragerverhaltens sind unabdingbar, um Wettbewerbsvorteile nachhaltig zu verteidigen und auszubauen.
Schwankungen in der Nachfrage können eine Vielzahl von Ursachen zu Grunde liegen. Mögliche Gründe für Nachfrageschwankungen können zum einen saisonale Schwankungen sein. Es ist leicht erklärbar, dass manche Produkte zu bestimmten Zeiten verstärkt nachgefragt werden (Beispiel: Spielzeugverkauf im Weihnachtsgeschäft). Eine schwerwiegendere Ursache für die Variabilität der Nachfrage ist jedoch in den sich stetig ändernden Präferenzen der Kunden zu sehen, die sich ständig verkürzende Produktlebenszyklen nach sich ziehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Komplexität und Globalisierung als Herausforderung für Unternehmen dar und erläutert die Bedeutung des Risikomanagements vor dem Hintergrund des KonTraG.
2. Eingrenzung der relevanten Theoriegebiete: Das Kapitel definiert den Risikobegriff, beleuchtet die Beziehung zwischen Risiko und Ungewissheit und führt das Modell der Wertschöpfungskette als Basis für die Risikoanalyse ein.
3. Behandlung von Risiken in Wertschöpfungsketten: Dies bildet den Hauptteil der Arbeit, welcher die Organisation, Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken innerhalb unternehmensübergreifender Wertschöpfungsketten ausführlich behandelt.
4. Abschließende Betrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über das Risikomanagement in Wertschöpfungsketten zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich Dienstleistungen.
Risikomanagement, Wertschöpfungskette, KonTraG, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Supply Chain Risks, Nachfrageschwankungen, Kapazitätsrisiko, Kooperation, Schadenserwartungswert, Risk-Map, Versicherungen, Betriebsunterbrechung.
Die Diplomarbeit behandelt die Herausforderung, Risiken nicht nur unternehmensintern, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erfassen und zu steuern.
Die zentralen Themen umfassen Risikokultur, gesetzliche Anforderungen durch das KonTraG, Methoden der Risikoidentifikation, Analyse von Schadenserwartungswerten sowie Kooperationsformen als Strategie zur Risikobeherrschung.
Ziel ist es, Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzuzeigen und effektive Möglichkeiten für ein Risikomanagement in diesen spezifischen Strukturen darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Risikomanagement-Konzepte auf den Kontext unternehmensübergreifender Wertschöpfungsketten (Supply Chains).
Im Hauptteil wird der Prozess des Risikomanagements – von der Risikoidentifikation über die Bewertung bis hin zur Steuerung und Überwachung – detailliert auf die speziellen Anforderungen von Wertschöpfungsketten angewendet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Risikomanagement, Wertschöpfungskette, KonTraG, Supply Chain Risks, Risikokultur und Schadenserwartungswert.
Da viele Risiken, wie Kapazitätsengpässe oder Qualitätsmängel, außerhalb des eigenen Unternehmens entstehen, ist eine engere Zusammenarbeit und Transparenz entlang der Kette essenziell, um Risikoursachen gemeinsam zu bekämpfen.
Die Risk-Map bildet Risiken in einem Koordinatensystem aus Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit ab, um dem Management eine strukturierte Priorisierung und Übersicht über das Risikoportfolio zu ermöglichen.
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