Examensarbeit, 2011
48 Seiten
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Zum aktuellen Stand literarischen Lernens in der Grundschule
2.1 Literarisches Lernen (nach Spinner)
2.2 Kinderliteratur im Grundschulunterricht
3 Szenische Interpretation (nach Ingo Scheller)
3.1 Szenische Interpretation und Szenisches Spiel
3.2 Funktionsweise und Ziel Szenischer Interpretation
3.3 Verfahren Szenischer Interpretation
3.4 Verankerung Szenischer Interpretation im Kerncurriculum
3.5 Szenische Interpretation in der Grundschule
4 Planung und Darstellung der Unterrichtseinheit
4.1 Sachanalyse der Ganzschrift ‚Rettet das Klassenfest!‘
4.2 Darstellung der Lerngruppe
4.2.1 Allgemeine Angaben zur Lerngruppe
4.2.2 Fachspezifische Angaben zur Lerngruppe
4.3 Didaktische Überlegungen
4.4 Methodische Überlegungen
4.5 Überblick über die Unterrichtseinheit
4.6 Planung und Darstellung einer ausgewählten Doppelstunde
4.6.1 Lernausgangslage und Ergebnisse der vorangegangenen Stunden
4.6.2 Angestrebte Kompetenzen der Unterrichtsstunde
4.6.3 Didaktische und methodische Vorüberlegungen
4.6.4 Verlaufsplanung
4.6.5 Reflexion
5 Reflexion der Unterrichtseinheit
6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Methode der "Szenischen Interpretation" nach Ingo Scheller, um Schülerinnen und Schüler einer 4. Klasse intensiver für die Lektüre "Rettet das Klassenfest!" von Ulli Schubert zu motivieren und ihnen einen tieferen, persönlichen Zugang zu den Figuren und Konflikten des Buches zu ermöglichen.
3.2 Funktionsweise und Ziel Szenischer Interpretation
Im Deutsch- bzw. Literaturunterricht soll über Literatur nicht nur ‚geredet‘ werden. Vielmehr soll es dem/der Leser/in ermöglicht werden, in Texte einzutauchen, um eigene Erlebnisse, Wünsche und Haltungen auch zu komplexeren Texten in Bezug zu setzen und dadurch neue Erfahrungen zu machen (vgl. Scheller 1996: 22, ferner auch Spinner 2006: 7f.). Um dem/der Lesenden einen emotionalen wie kognitiven Zugang zu einem Text zu gewähren, müssen, so Schellers Idee, die „Inszenierungen im Kopf und die damit verbundenen Projektionen, Identifikationen und Stimmungen […] szenisch so dargestellt, kontrastiert, verfremdet und diskutiert werden, dass nicht nur die Handlung und die Figuren eines Textes, sondern auch die inneren und äußeren Haltungen der Interpreten sichtbar und bewusst werden können“ (Scheller 2004: 17).
Mittels verschiedener Verfahren der Szenischen Interpretation soll ein Auseinandersetzungsprozess der SuS mit Lektüre initiiert und intensiviert werden, in dem sie anhand der meist unbekannten Lebensentwürfe, Handlungen und Szenen eigene Erlebnisse, Emotionen und Verhaltensmuster ‚entdecken‘ und überdenken können (vgl. Scheller 1996: 22). Das szenische Handeln ermöglicht es den SuS dabei, die Figuren und Situationen nicht nur verbal, sondern auch körperlich mit Mimik, Gestik und Körpersprache darzustellen bzw. zu interpretieren. Dies wiederum erwies sich als sehr gut geeignetes Verfahren, um Themen und Fragestellungen, auch komplexerer Art, zu bearbeiten (vgl. Sign-Team 2009: o. S.).
Laut Scheller (1996: 22) bietet die Szenische Interpretation „den Text als Partitur, als Spielmaterial für Inszenierungen an, gibt Anstöße für das Spiel in der Phantasie und im Klassenraum, für das Experimentieren mit Haltungen, Gesten, Sätzen, eröffnet Möglichkeiten, sich auch in fremde Figuren und Situationen einzufühlen, in Rollen und Szenen zu handeln, Haltungen und Handlungen zu erproben und in ihrer Wirkung zu erfahren.“
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und die zentrale Fragestellung der Arbeit vor, die den Einsatz der Szenischen Interpretation zur Steigerung der Schülerbeteiligung bei der Lektürearbeit untersucht.
2 Zum aktuellen Stand literarischen Lernens in der Grundschule: In diesem Kapitel wird der theoretische Rahmen umrissen, wobei insbesondere das Konzept des literarischen Lernens nach Spinner und die Bedeutung der Kinderliteratur diskutiert werden.
3 Szenische Interpretation (nach Ingo Scheller): Hier wird die Methode der Szenischen Interpretation umfassend definiert, ihre theoretischen Grundlagen erläutert und ihre spezifische Anwendung im schulischen Kontext dargelegt.
4 Planung und Darstellung der Unterrichtseinheit: Dieses zentrale Kapitel dokumentiert die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, von der Sachanalyse über die Beschreibung der Lerngruppe bis hin zu didaktischen und methodischen Überlegungen.
5 Reflexion der Unterrichtseinheit: Die Reflexion bewertet den Verlauf der Einheit kritisch, analysiert aufgetretene Herausforderungen in der Umsetzung und reflektiert die Rolle der Lehrkraft.
6 Ausblick: Der Ausblick zieht Schlussfolgerungen aus der durchgeführten Unterrichtseinheit und formuliert Ansätze zur Optimierung zukünftiger Projekte unter Einbeziehung weiterer Methoden und verbesserter struktureller Vorbereitungen.
Szenische Interpretation, Ingo Scheller, Literarisches Lernen, Kaspar H. Spinner, Grundschule, Rettet das Klassenfest, Ulli Schubert, Integrationsklasse, Szenisches Spiel, Standbild, Lesemotivation, Rollenbiographie, Literaturunterricht, Ganzschrift, Didaktik.
Die Arbeit dokumentiert eine schriftliche Hausarbeit, die den Einsatz szenischer Methoden im Literaturunterricht einer 4. Klasse beschreibt, um Schülerinnen und Schüler aktiver in den Lernprozess einzubinden.
Die Themenfelder umfassen theoretische Ansätze zum literarischen Lernen, die Methodik der szenischen Interpretation sowie deren praktische Planung, Umsetzung und Reflexion in einer heterogenen Schulklasse.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich möglichst viele Schülerinnen und Schüler durch szenische Interpretation intensiver in die Ganzschrift "Rettet das Klassenfest!" einfühlen und hineindenken können.
Die Arbeit nutzt die Methodik der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller, konkret die Verfahren des "Standbildes" und des "Szenischen Spiels".
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Sachanalyse des Buches, die Beschreibung der Lerngruppe und eine umfassende Verlaufsplanung für die ausgewählte Unterrichtseinheit.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere szenische Interpretation, literarisches Lernen nach Spinner, die Ganzschrift von Ulli Schubert sowie die Arbeit in Integrationsklassen.
Die Lektüre bietet eine hohe Identifikationsnähe für Grundschüler, da sie Themen wie Klassensprecherwahlen, sozialen Umgang und typische Alltagskonflikte in der Schule behandelt.
Die Arbeit stellt dar, wie durch vereinfachte Arbeitsmaterialien, farbige Silbenmarkierungen und gezielte Unterstützung die Teilhabe der I-Kinder am szenischen Lernprozess sichergestellt wird.
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