Diplomarbeit, 2010
196 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung
2. Zur Beanspruchung im Sport
2.1. Zur Theorie der Beanspruchung
2.2. Klassifikation von Beanspruchungsformen
2.3. Verfahren der Beanspruchungsmessung
2.4. Untersuchungen zur Beanspruchung im Sport
2.4.1. Psychische Beanspruchung
2.4.2. Physiologische Beanspruchung
3. Zur Physiologischen Beanspruchung von Spielern, Schiedsrichtern und Schiedsrichterassistenten im Fußball
3.1. Physiologische Beanspruchung von Spielern
3.1.1. Pulsfrequenzen
3.1.2. Bewegungsformen und Laufstrecken
3.2. Physiologische Beanspruchung von Schiedsrichtern
3.2.1. Pulsfrequenzen
3.2.2. Bewegungsformen und Laufstrecken
3.3. Physiologische Beanspruchung von Schiedsrichterassistenten
3.3.1. Aufgaben und Aktionen
3.3.2. Stellungsspiel und Lauftechnik
3.3.3. Pulsfrequenzen
3.3.4. Bewegungsformen und Laufstrecken
3.4. Spezifische Fragestellungen
4. Methodik
4.1. Untersuchungsart
4.2. Untersuchungsverfahren
4.2.1. Pulsfrequenzen
4.2.2. Bewegungsformen und Laufstrecken
4.2.3. Aktionen
4.2.4. Zusammenhang zwischen Bewegungsformen, Aktionen und Pulsfrequenzen in spezifischen Spielsituationen
4.3. Untersuchungspersonen
4.4. Untersuchungsdurchführung
4.5. Untersuchungsauswertung
5. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
5.1. Schiedsrichterassistent im Spiel der Landesliga
5.1.1. Pulsfrequenzen vor, während und nach dem Spiel
5.1.2. Bewegungsformen und Laufstrecken während des Spiels
5.1.3. Aktionen während des Spiels
5.1.4. Zusammenhang zwischen Bewegungsformen, Aktionen und Pulsfrequenzen in spezifischen Spielsituationen
5.2. Schiedsrichterassistent im Spiel der Landesklasse
5.2.1. Pulsfrequenzen vor, während und nach dem Spiel
5.2.2. Bewegungsformen und Laufstrecken während des Spiels
5.2.3. Aktionen während des Spiels
5.2.4. Zusammenhang zwischen Bewegungsformen, Aktionen und Pulsfrequenzen in spezifischen Spielsituationen
5.3. Vergleichende Betrachtung der physiologischen Beanspruchung bei den zwei Schiedsrichterassistenten
5.3.1. Pulsfrequenzen vor, während und nach dem Spiel
5.3.2. Bewegungsformen und Laufstrecken während des Spiels
5.3.3. Aktionen während des Spiels
5.4. Ausblick
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist die differenzierte Untersuchung verschiedener Aspekte der physiologischen Beanspruchung von Schiedsrichterassistenten im Fußball. Angesichts der gestiegenen athletischen Anforderungen im modernen Fußball und einer wissenschaftlichen Forschungslücke bezüglich der Assistenten, verfolgt die Arbeit die Forschungsfrage, welche physiologischen Belastungen bei Schiedsrichterassistenten in spezifischen Spielsituationen unter Berücksichtigung von Bewegungsformen, Laufstrecken und Aktionen auftreten.
1. Problemstellung
Handlungsurteile und -bewertungen sind inhärente Bestandteile des Sports. Die Bedeutung der Entscheidungen von Kampf-, Schieds- und Linienrichtern ist infolge der zunehmenden Professionalisierung und Kommerzialisierung sowie der gestiegenen Medienpräsenz des nationalen und internationalen Sports enorm gewachsen. In den Sportspielen, und hier insbesondere im Fußball, wird das Spielgeschehen und das Wettkampfergebnis entscheidend durch getroffene und unterlassene Entscheidungen des Schiedsrichterteams geprägt. Die Konsequenzen der Entscheidungen haben außer sportlichen auch indirekt finanzielle Folgen, die sich in Zuschauerzuwachs oder -rückgang, Prestigeverlust, Abwendung von Sponsoren oder Personalveränderungen in den Vereinen spürbar auswirken.
Die Entwicklung des modernen Fußballsports ist notwendigerweise auch eine Entwicklung des Schiedsrichterwesens. Die aus England stammenden frühen Regeln des Fußballs enthielten ab 1891 einen unmittelbar auf dem Platz amtierenden Schiedsrichter, wobei ihm zwei sog. Linienrichter assistierten. Diese bewegten sich damals noch entlang der gesamten Seitenlinie, mussten viel laufen und entschieden dafür aber nur, ob der Ball die Seitenlinie überschritten hatte. Im Zuge der Veränderungen im Leistungsfußball (vgl. Kleinefinke, Kuhn & Meyer, 2001) und der Weiterentwicklung der Regeln wandelte sich im Laufe der Jahrzehnte auch das Amt des Schiedsrichters bzw. seiner beiden Assistenten. Um der gestiegenen Verantwortung in der Assistenz des Schiedsrichters für das gesamte Spiel gerecht zu werden, entschied der International Football Association Board (IFAB) im Jahre 1996 den Linienrichter als Schiedsrichterassistenten zu bezeichnen und gleichzeitig dessen Aufgabenbereich im Rahmen der Spielleitung entscheidend zu erweitern.
Im Gegensatz zum Schiedsrichter, der sich während des Spiels entlang einer diagonalen Linie über das gesamte Spielfeld bewegt, befinden sich die beiden Assistenten jeweils nur an der Seitenlinie einer Spielfeldhälfte. Sie sind mit einer Fahne ausgerüstet, mit der sie dem Schiedsrichter ein Zeichen geben, wenn u.a. eine strafbare Abseitsposition, ein Ausball oder ein Foulspiel, welches der Schiedsrichter nicht erkennen konnte, vorliegt. Eine der Hauptaufgaben des Schiedsrichterassistenten während des Spiels ist das Anzeigen von Abseitsstellungen der Spieler.
1. Problemstellung: Dieses Kapitel thematisiert die wachsende Bedeutung des Schiedsrichterteams im modernen Fußball und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die physiologische Beanspruchung von Schiedsrichterassistenten differenziert zu untersuchen.
2. Zur Beanspruchung im Sport: Hier werden theoretische Grundlagen zur Beanspruchung, Klassifikationsansätze sowie Messverfahren im Sportkontext erörtert, um den wissenschaftlichen Rahmen für die physiologische Analyse zu schaffen.
3. Zur Physiologischen Beanspruchung von Spielern, Schiedsrichtern und Schiedsrichterassistenten im Fußball: Dieses Kapitel fasst bestehende empirische Befunde zur physischen Belastung der verschiedenen Spielbeteiligten zusammen und hebt die Defizite in der aktuellen Studienlage bezüglich der Assistenten hervor.
4. Methodik: Hier werden die Untersuchungspersonen, das Studiendesign der idiographischen Einzelfallanalyse sowie die eingesetzten Messverfahren zur Erfassung von Pulsfrequenzen, Bewegungsformen und Aktionen detailliert beschrieben.
5. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der beiden Einzelfallstudien, diskutiert diese im Kontext der bisherigen Literatur und stellt einen Vergleich zwischen den beiden untersuchten Schiedsrichterassistenten an.
6. Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit kompakt rekapituliert.
Schiedsrichterassistent, Fußball, physiologische Beanspruchung, Pulsfrequenz, Laufdistanz, Bewegungsformen, Spielleitung, Leistungsanforderung, Einzelfallanalyse, Sportwissenschaft, Herzfrequenzmessung, Spielsituationen, Leistungsfähigkeit, Belastung, Wettkampf.
Die Arbeit untersucht die spezifischen physiologischen Anforderungen und Beanspruchungen, denen Schiedsrichterassistenten während eines Fußballspiels ausgesetzt sind.
Die Themenfelder umfassen die physiologischen Grundlagen der Beanspruchung, die sportwissenschaftliche Literatur zu Belastungen von Spielern und Schiedsrichtern sowie die spezifische Rolle und das Anforderungsprofil von Schiedsrichterassistenten.
Das primäre Ziel ist eine differenzierte Analyse der physiologischen Beanspruchung von Schiedsrichterassistenten durch zwei Einzelfalldarstellungen, um Erkenntnisse über die physischen Anforderungen zu gewinnen.
Es wird eine idiographische Einzelfallstudie angewandt, die eine videobasierte Verhaltensbeobachtung mit einer quantitativen GPS-basierten Herzfrequenzmessung kombiniert.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Beanspruchung, der Analyse von Pulsfrequenzverläufen, den Bewegungsformen, den Aktionen während des Spiels und deren Zusammenhang in spezifischen Spielsituationen.
Die wichtigsten Begriffe sind Schiedsrichterassistent, physiologische Beanspruchung, Fußball, Pulsfrequenz, Laufdistanz, Bewegungsformen und Einzelfallanalyse.
Obwohl die Gesamtlaufdistanzen ähnlich waren, ergaben sich Unterschiede in den Pulsfrequenzbereichen und der Aktionshäufigkeit, was teilweise auf die unterschiedliche Spielbedeutung und die spezifischen Anforderungen der Spielklasse zurückzuführen ist.
Die Pulsfrequenz des Assistenten korreliert mit der Intensität der Laufaktivitäten und Spielaktionen in seiner Spielfeldhälfte, wobei intensives Laufen und Sprinten kurzzeitig zu signifikanten Anstiegen führen.
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