Magisterarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Sterben und Tod in der heutigen Gesellschaft
2.1 Tabuthema Tod? – Der Umgang mit Sterben und Tod in der heutigen Gesellschaft
2.2 Wie Kinder und Jugendliche dem Tod begegnen
2.3 Die Rolle der Erwachsenen beim Aufbau eines realistischen Todesverständnisses von Kindern und Jugendlichen
3. Entwicklungspsychologische Grundlagen
3.1 Entwicklung der Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Altersgruppe drei bis fünf Jahre
3.1.2 Altersgruppe sechs bis zehn Jahre
3.1.3 Altersgruppe ab zehn Jahre
3.2 Trauerarbeit
3.2.1 Die Notwendigkeit von Trauerarbeit
3.2.2 Definition von Trauer
3.2.3 Trauerverhalten von Kindern und Jugendlichen
3.2.3.1 Die Anerkennung der Realität
3.2.3.2 Durchlebung des Abschiedsschmerzes
3.2.3.3 Die Verinnerlichung dessen, was war
3.2.3.4 Die Entwicklung einer neuen Identität
3.2.4 Bedingungen für die positive Bewältigung der Trauerarbeit von Kindern und Jugendlichen
4. Die Todesthematik in der modernen Kinder- und Jugendliteratur
4.1 Definitionen – zum Begriff Kinder- und Jugendliteratur
4.2 Geschichtlicher Verlauf – von „Warngeschichten“ zur „realistischen Kinder- und Jugendliteratur“
4.3 Was können Kinder- und Jugendbücher zum Thema Tod leisten und bewirken?
4.4 Analyse ausgewählter Literatur
4.4.1 Auswahl der Literatur
4.4.2 Kriterien zur Analyse der ausgewählten Literatur
4.4.3 Du wirst immer bei mir sein
4.4.4 Max, mein Bruder
4.4.5 Du fehlst mir, du fehlst mir
4.4.6 Vergleichende Betrachtung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern moderne Kinder- und Jugendliteratur dazu beitragen kann, Kindern und Jugendlichen zu einem realistischen Verständnis von Sterben und Tod zu verhelfen und ihnen Handlungsweisen im Umgang mit Verlust und Trauer aufzuzeigen.
3.1.1 Altersgruppe drei bis fünf Jahre
Etwa im Alter von drei bis vier Jahren beginnen Kinder, sich bewusst mit dem Tod auseinanderzusetzen. Das entsprechende Vokabular wird schon genutzt, allerdings ohne genaues Verständnis seiner Bedeutung (vgl. Spiecker-Verscharen, 1982, S.8). ‚Sterben’ meint für den Großteil der Kinder nur vorübergehendes Fortsein, was die Aussage eines vierjährigen Mädchens über den Tod eines Nachbarhundes verdeutlicht: „Justus ist tot. Dann kommt er in den Himmel. Und nächstes Jahr kommt er wieder.“ (vgl. Cramer, 2008, S.27).
Vorschulkinder vertreten die Auffassung, dass hohes Alter die Ursache für das Sterben ist und verstehen noch nicht, dass der Körper an sich sterblich ist. Da sie in dieser Entwicklungsphase sehr anschaulich denken, verbinden sie die äußerlich wahrnehmbaren Merkmale des Alters mit dem Sterben. Manche Kinder wünschen sich deshalb, niemals älter zu werden. So meint zum Beispiel die fünfjährige Franziska: „Ich möchte niemals eine Großmutter werden, denn dann bin ich alt und muss sterben. Ich möchte immer so bleiben wie ich bin.“ (ebd., 2008, S.28).
Im Alter von drei bis fünf Jahren unterscheiden Kinder nicht zwischen tot und lebendig. In ihrer Vorstellung haben die leblosen Gegenstände wie zum Beispiel Puppen oder Stofftiere Leben in sich, sind hungrig oder müde6 (ebd., 2008, S.28). Umgekehrt fragen sie oft, ob die Gestorbenen unter der Erde überhaupt Luft bekommen oder ob sie es dort bequem haben. Die Kinder stellen sich vor, dass die Friedhöfe voll von lebendig Begrabenen sind, die denken und fühlen wie jeder andere Mensch auch (vgl. Spiecker-Verscharen, 1982, S.9).
Kleine Kinder können das Ausmaß des Todes nicht erfassen. Viele Erwachsene sind erschrocken über die unbekümmerte Haltung ihrer Kinder angesichts des Todes. Dabei resultiert diese aus der mangelnden Einsicht in seine Endgültigkeit.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Todesthematik in der modernen Kinder- und Jugendliteratur und definiert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.
2. Sterben und Tod in der heutigen Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die gesellschaftliche Verdrängung des Todes und die Auswirkungen auf den Umgang von Kindern und Erwachsenen mit dieser Thematik.
3. Entwicklungspsychologische Grundlagen: Es werden die altersspezifischen Todesvorstellungen und das kindliche Trauerverhalten detailliert dargestellt, um die Basis für die anschließenden Buchanalysen zu schaffen.
4. Die Todesthematik in der modernen Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Hauptkapitel analysiert Begriffe, den geschichtlichen Verlauf der Literatur und bietet eine methodische Analyse ausgewählter Werke.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Beitrag von Kinder- und Jugendliteratur zur Trauerbewältigung.
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Tod, Sterben, Trauerarbeit, Todesverständnis, Entwicklungspsychologie, Verlust, Trauerbegleitung, Realistische Literatur, Identitätsentwicklung, Kinder, Jugendliche, Literaturanalyse, Bewältigungsstrategien
Die Arbeit untersucht die Integration der Todesthematik in moderne Kinder- und Jugendbücher und deren Potenzial, junge Menschen bei der Auseinandersetzung mit Sterben, Verlust und Trauer zu unterstützen.
Zu den zentralen Themen gehören die entwicklungspsychologischen Stadien des Todesbegriffs bei Kindern, die Bedeutung familiärer Trauerbegleitung und die historische sowie analytische Betrachtung realistischer Kinder- und Jugendliteratur.
Die Autorin geht der Frage nach, inwiefern Literatur dazu beitragen kann, Kindern und Jugendlichen zu einem realistischen Todesverständnis zu verhelfen und ihnen hilfreiche Handlungsweisen im Umgang mit Tod und Trauer aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch entwicklungspsychologische Erkenntnisse und einer exemplarischen Analyse von drei ausgewählten literarischen Werken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung psychologischer Grundlagen, die Definition und Geschichte der einschlägigen Kinder- und Jugendliteratur sowie die detaillierte Analyse spezifischer Bücher anhand fest definierter Kriterien.
Kernbegriffe sind Kinder- und Jugendliteratur, Tod, Sterben, Trauerarbeit, Todesverständnis und Entwicklungspsychologie.
Die Arbeit beleuchtet, wie Kinder oft schon früh ihren eigenen Zustand oder den von nahestehenden Personen intuitiv erfassen, und warum eine ehrliche Kommunikation durch Erwachsene in diesen Fällen essentiell ist.
Die Analyse verdeutlicht, dass familiärer Zusammenhalt und offene Kommunikation entscheidende Faktoren für die positive Trauerbewältigung sind, wobei die Autorin kritisch anmerkt, dass manche literarischen Darstellungen das familiäre Verhalten teils zu idealistisch zeichnen.
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