Examensarbeit, 2010
72 Seiten
1. Einleitung
2. Wissenschaftliche Positionsbestimmung
2.1 Zum Begriff der Kindesvernachlässigung
2.1.1 Definition und Verortung im sozialwissenschaftlichen Kontext
2.1.2 Kindesvernachlässigung als Missachtung frühkindlicher Bedürfniskontexte
2.2 Zum Resilienzkonzept
2.2.1 Resilienz als Produkt interdisziplinärer Forschungsansätze
2.2.2 Risiko- vs. Schutzfaktoren
2.2.3 Resilienz als multidimensionaler, dynamischer und variabler Anpassungsprozess
2.2.4 Resilienzmodelle
2.2.5 Exkurs: Coping
2.2.6 Zusammenfassung: zentrale Merkmale des Resilienzkonzepts
3. Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen für Kinder aus unzureichenden Versorgungsverhältnissen
3.1 Ziele und Strategien der Resilienzförderung
3.2 Schlussfolgerungen der Resilienztheorie für die Beurteilung präventiver Programme
3.3 Analyse ausgewählter Präventionsprogramme
3.3.1 Fit und stark fürs Leben
3.3.2 Prävention und Resilienzförderung in Kindertagesstätten – PriK
3.3.3 Bleib locker!
4. Schlussfolgerungen für die Förderung von Resilienz im schulischen Alltag
5. Ausblick und Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit resilienzorientierte Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen eingesetzt werden können, um bei Kindern, die von elterlicher Vernachlässigung betroffen sind, Resilienz zu fördern und deren psychische Stabilität zu stärken, wobei die Rolle der pädagogischen Institutionen im Fokus steht.
2.1.1 Definition und Verortung im sozialwissenschaftlichen Kontext
Ausgehend von Vernachlässigung als Form von Kindesmisshandlung bietet sich eine Vielzahl von Zugängen, die nachfolgend zu einem möglichst vollständigen Bild zusammengetragen werden sollen. Eine bereits recht umfassende Formulierung findet sich bei KRIEGER ET AL.:
„Mit den Begriffen der Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und -missbrauch wird ein großer Bereich von Unterlassungen und Handlungen gefasst, ‚die von einer Person ausgeübt oder zugelassen werden und die zu einer ganzen Reihe von Verletzungen führen können – von Unterernährung und Krankheit über schwere Behinderungen und emotionale Verletzungen bis hin zum Tod‘“.
Im Gegensatz zu dieser Auffassung von Vernachlässigung als Teil der traditionellen Trias Vernachlässigung - Misshandlung - Missbrauch, deren Elemente wiederum unter dem Begriff der Kindeswohlgefährdung subsumiert werden, steht die Definition von Vernachlässigung als eigenständige Form der Kindesmisshandlung. Als einzelne Erscheinungsformen von Kindesmisshandlung gelten körperliche Misshandlungen, Vernachlässigung, seelische/ emotionale Misshandlungen und sexueller Missbrauch sowie das Münchhausen-by-proxy-Syndrom, wobei hier zu beachten ist, dass das Störungsbild durch eine psychische Erkrankung des/ der Sorgeberechtigten verursacht wird, wohingegen die übrigen Formen auch bei psychisch gesunden Menschen auftreten.
1. Einleitung: Beleuchtet die Problematik der Kindesvernachlässigung und stellt die Forschungsfrage nach der Erlernbarkeit und Förderbarkeit von Resilienz.
2. Wissenschaftliche Positionsbestimmung: Definiert Kindesvernachlässigung und erläutert das Resilienzkonzept, insbesondere die Bedeutung von Schutzfaktoren und Coping-Strategien.
3. Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen für Kinder aus unzureichenden Versorgungsverhältnissen: Leitet Kriterien für die Evaluation von Programmen ab und analysiert exemplarisch verschiedene Trainingskonzepte.
4. Schlussfolgerungen für die Förderung von Resilienz im schulischen Alltag: Fasst die Ergebnisse der Programmanalysen zusammen und diskutiert Konsequenzen für die pädagogische Praxis.
5. Ausblick und Schluss: Bewertet die zentrale Forschungsfrage und betont das Potenzial der Schule als resilienter Lebensraum.
Kindesvernachlässigung, Resilienzkonzept, Prävention, Intervention, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Coping-Strategien, Kindeswohlgefährdung, Resilienzförderung, Psychische Gesundheit, Bindungstheorie, Kindertagesstätten, Schule, Förderung, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von vernachlässigten Kindern und untersucht, wie das Konzept der Resilienz genutzt werden kann, um deren Widerstandsfähigkeit durch Präventionsprogramme zu stärken.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kindesvernachlässigung, die theoretische Herleitung des Resilienzkonzepts, die Rolle von Coping-Strategien sowie die praktische Analyse von Präventionsprogrammen im pädagogischen Kontext.
Die zentrale Frage ist, ob und wie Resilienz im Sinne von Widerstandsfähigkeit bei Kindern, die unter Vernachlässigung leiden, gefördert werden kann und welche Rolle pädagogische Fachkräfte dabei einnehmen.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse sowie eine qualitative Evaluation bestehender Präventionsprogramme anhand eines entwickelten Kriterienkatalogs.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Positionsbestimmung des Resilienzkonzepts und eine konkrete Analyse ausgewählter Trainingsprogramme wie "Fit und stark fürs Leben", "PriK" und "Bleib locker!".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindesvernachlässigung, Resilienz, Prävention, Schutzfaktoren und Coping-Strategien geprägt.
Die Lehrkraft wird als eine entscheidende Konstante im Alltag des Kindes gesehen, die durch eine fürsorgliche Beziehung und die Gestaltung einer förderlichen Lernumgebung maßgeblich zur Resilienz beitragen kann.
Es wird als besonders geeignet eingestuft, da es breit angelegt ist, auf der individuellen Ebene ansetzt und einen langfristigen Ansatz verfolgt, der nicht direkt vom elterlichen Verhalten abhängig ist.
Coping wird als zentrales Element verstanden, da es die Fähigkeit des Kindes beschreibt, Stresssituationen aktiv zu bewältigen und somit als personale Ressource zur Resilienz beiträgt.
Resilienz ist nach aktuellem Forschungsstand zwar nur bedingt als "festes" Konstrukt erlernbar, jedoch können Kompetenzen zur Bewältigung von Krisen durch gezielte Förderung gestärkt werden.
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