Bachelorarbeit, 2011
27 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Abriss der Koedukationsdebatte
3. Geschlechtsunterschiede und Auswirkungen auf die Fächerwahl
3.1 Stereotype Geschlechterbilder
3.2 Geschlechterverhältnisse in verschiedenen Schulfächern
4. Reflexive Koedukation
4.1 Begriffserklärung nach Faulstich-Wieland
4.2 Reflexive Koedukation als Element allgemeiner Bildung
4.2.1 Ziele reflexiver Koedukation
4.2.2 Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele
4.2.2.1 Geschlechterbewusstes schulinternes Curriculum
4.2.2.2 Monoedukationen in einzelnen Fächern
4.2.2.3 Weitere Varianten zur Erreichung der Ziele
4.2.3 Voraussetzungen der Lehrpersonen
5. Reflexive Koedukation im Biologieunterricht
5.1 Inhalte und Ziele der Sexualpädagogik
5.2 Reflexive Koedukation als Gestaltungsprinzip im Sexualkundeunterricht
5.2.1 Abbau der Geschlechterstereotype
5.2.2 Geschlechtsspezifische Themen
5.2.3 Monoedukativer Sexualkundeunterricht
5.2.4 Würdigung der Leistungen von Frauen
6. Ausblick
7. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Unterrichtsprinzip der reflexiven Koedukation mit einem spezifischen Fokus auf den Sexualkundeunterricht, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Jungen und Mädchen gendersensibel gefördert werden können und bestehende Geschlechterhierarchien im schulischen Kontext abgebaut werden können.
4.1 Begriffserklärung nach Faulstich-Wieland
1991 veröffentlichte Hannelore Faulstich-Wieland in ihrem Buch „Koedukation-enttäuschte Hoffnungen?“ die Perspektive einer „reflexiven Koedukation“.
„Reflexive Koedukation heißt für uns, dass wir alle pädagogischen Gestaltungen daraufhin durchleuchten wollen, ob sie die bestehenden Geschlechterverhältnisse eher stabilisieren, oder ob sie eine kritische Auseinandersetzung und damit ihre Veränderung fördern.“ (Definition der Wissenschaftlerinnen Faulstich-Wieland/Horstkemper 1996)
Reflexive Koedukation berücksichtigt die Genderperspektive und beachtet die spezifischen Ausprägungen im Rollenverhalten von Mädchen und Jungen. Daher wird reflektiert, inwieweit Strukturen, Muster, Interaktionen und Einstellungen dazu beitragen, ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen. Es wird bedacht, dass Jungen und Mädchen verschieden lernen und unterschiedliche Interessen und Erfahrungen mitbringen. Eine geschlechtersensible Ausrichtung der gemeinsamen Erziehung von Mädchen und Jungen und das Aufbrechen von Stereotypen sollen erreicht werden. (vgl. Kreienbaum/Urbaniak 2006, 132)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzliche Gleichberechtigung ein und erläutert die Problematik der Koedukation sowie das Ziel der Arbeit, reflexive Koedukation im Sexualkundeunterricht anzuwenden.
2. Historischer Abriss der Koedukationsdebatte: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Koedukation vom 19. Jahrhundert bis zur flächendeckenden Einführung in der Bundesrepublik nach und diskutiert die Kritik an den resultierenden Benachteiligungen.
3. Geschlechtsunterschiede und Auswirkungen auf die Fächerwahl: Hier werden Stereotype analysiert und aufgezeigt, wie diese die Präferenzen bei der Fächerwahl in der Schule sowie bei der späteren Studien- und Berufswahl beeinflussen.
4. Reflexive Koedukation: Dieses Kapitel definiert das Konzept der reflexiven Koedukation und erläutert Ziele, curriculare Möglichkeiten sowie die notwendige Haltung der Lehrpersonen für deren Umsetzung.
5. Reflexive Koedukation im Biologieunterricht: Der Hauptteil veranschaulicht, wie Lehrkräfte durch geschlechtersensible Sexualerziehung, Methoden zur Stereotypenreflexion und teilweise monoedukative Angebote das Prinzip der reflexiven Koedukation in der Praxis umsetzen.
6. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die zunehmende Bedeutung von interkulturellem Lernen im Kontext stereotyp geprägter Geschlechterrollen bei Schülern mit Migrationshintergrund.
7. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung einer konsequenten Geschlechterperspektive im Unterricht und fordert gesellschaftliche Rahmenbedingungen für echte Chancengleichheit.
Reflexive Koedukation, Sexualerziehung, Geschlechterstereotype, Gender, Doing Gender, Monoedukation, Schulbildung, Chancengleichheit, Geschlechterverhältnisse, Schulpraxis, Gendersensibilität, Naturwissenschaften, Rollenverhalten, Identitätsfindung, Sexualpädagogik
Die Arbeit befasst sich mit dem Unterrichtsprinzip der reflexiven Koedukation und untersucht, wie dieses gezielt im Sexualkundeunterricht eingesetzt werden kann, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
Zu den Kernbereichen gehören die historische Entwicklung der Koedukation, die Analyse von Geschlechterstereotypen, die Reflexion von Geschlechterrollen sowie die Anwendung geschlechtersensibler Lehrmethoden.
Das Hauptziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch eine reflexive Gestaltung des Sexualkundeunterrichts Geschlechterhierarchien abgebaut und die Interessen beider Geschlechter individuell berücksichtigt werden können.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von schulischen Rahmenlehrplänen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der reflexiven Koedukation und deren praktische Anwendung im Biologieunterricht, inklusive Themenbereichen wie Sexualpädagogik und der Einbindung monoedukativer Unterrichtsphasen.
Zentrale Begriffe sind reflexive Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Gender, Sexualerziehung und die Überwindung von Rollenklischees in der Schule.
Die Sexualerziehung betrifft alle Schüler in einer sensiblen Entwicklungsphase und bietet die Chance, über biologische Fakten hinaus ethische und soziale Fragen des Geschlechterverhältnisses zu thematisieren.
Die Arbeit sieht in der zeitweiligen Trennung der Geschlechter eine Möglichkeit, Schamgefühle abzubauen und individueller auf spezifische Bedürfnisse einzugehen, betont jedoch, dass dies stets in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebettet sein muss.
Die Würdigung von Frauen in den Naturwissenschaften dient dazu, das überlieferte männerlastige Bild der Wissenschaftsgeschichte zu korrigieren und Vorbilder für Schülerinnen zu schaffen.
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