Bachelorarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 2,15
1. Einleitung
2. Jugend im Blickpunkt
2.1 Der Jugendbegriff
2.2 Die Einteilung in Jugendszenen
2.3 Die Hip-Hop-Szene
3. Jugendliche im Medienzeitalter
3.1 Zahlen und Fakten aus der JIM-Studie
3.2 Mediensozialisation
4. Die Entwicklung des Musikvideos
4.1 Die Entstehung des heutigen Musikvideos
4.2 Die Entwicklung des Hip-Hop
5. Geschlechterrollen im Gangsta-Rap
5.1 Der Mann im Gangsta-Rap
5.1.1 Der Mann im Ghetto
5.2 Frauen und Sexismus im Gngsta-Rap
6. Rezeption und Adaption von Musikvideos und deren Texten
6.1 Möglichkeiten einer Adation von Videoinhalten
6.2 Umfrage
6.2.1 Der Fragebogen
6.2.2 Ergebnisse der Umfrage
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Wechselwirkungen zwischen den in Hip-Hop-Videos präsentierten Geschlechterdarstellungen und dem Rollenverständnis der rezipierenden Jugendlichen in Deutschland bestehen. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern Jugendliche durch diese spezifischen Rollenbilder sozialisiert werden und ob sie diese in ihr eigenes Weltbild internalisieren.
5.1.1 Der Mann im Ghetto
In Hip-Hop-Videos lassen sich, wie schon angedeutet, vier typische Grundmuster, in denen sich der Mann darstellt, erkennen.
Das erste, das mit dem Wort „Gangsterism“ umschrieben wird, zeigt den Rapper meist als Gangster und Kämpfer mit seinen „Homies“, also seinen Kumpels, in seiner Stadt. Hier werden alltägliche Vorkommnisse wie Langeweile, Schlägereien, Drogendeals, Kriminalität und Gangrivalitäten gezeigt. Es werden das harte Aufwachsen im Ghetto und der dort herrschende Alltag dargestellt. Dieser Alltag zwischen Notlagen und Vergnügen gehörte durchaus tatsächlich zu dem Leben der afroamerikanischen Jugend im Ghetto. Rap zeigt sich als eine Möglichkeit der Unterdrückten, sich als mächtig und stark darzustellen. Ausgelöst durch das Gefühl der Benachteiligung und Unterdrückung, zeigt sich der Rapper hier als extrem männlich und kriegerisch.
Auch in Deutschland nehmen die Rapper gerne das Ghetto als Stilmittel und berichten von harten Zeiten in ihren Stadtteilen. Durch dieses Stilmittel und Bild, versuchen sie möglicherweise auch ihren Hip-Hop zu legitimieren und authentisch darzustellen. Ein gutes Beispiel für solch ein typisches Video ist das Video zu dem Song „Mein Block“ von dem kurdischen Rapper Azad.
Azad zeigt sich hier in einer Umgebung von grauen Plattenbauten. Es werden Armut, Trostlosigkeit und Kinder auf der Straße gezeigt. Im Mittelpunkt des Geschehens ist Azad mit seiner Gang oder seinen „Homies“. Sie sind ausgerüstet mit Baseballschlägern, die sie drohend schwingen, mit Waffen und zeigen sich teilweise vermummt. Diese Bilder, so wie auch kurz eingeblendete Bilder von Kampfhunden, Tierschädeln und Boxtraining, wirken sehr gefährlich. Die Gang wirkt gewalttätig und es herrscht eine Kampfatmosphäre, als würde sie in den Krieg ziehen wollen. Auch auf ihrer Kleidung sind Bilder von Waffen zu sehen. Zwischendurch gibt es Bilder von Drogenkonsum und -verkauf. Dieses Video beinhaltet im Prinzip alle Details des ersten beschriebenen typischen Grundmusters eines Hip-Hop-Videos.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik archaischer Geschlechterrollen im Gangsta-Rap ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Sozialisation durch diese Medieninhalte.
2. Jugend im Blickpunkt: Dieses Kapitel definiert den Begriff Jugend, erläutert die Bedeutung von Jugendszenen für die Identitätsfindung und stellt die Hip-Hop-Szene in ihren Ursprüngen vor.
3. Jugendliche im Medienzeitalter: Hier wird anhand der JIM-Studie der Medienumgang heutiger Jugendlicher analysiert und die Theorie der Mediensozialisation auf ihre Einflüsse hin diskutiert.
4. Die Entwicklung des Musikvideos: Das Kapitel skizziert die historische Genese des Musikvideos sowie die spezifische Entwicklung des Hip-Hop-Videos vom politischen "Message-Rap" bis hin zum kommerziellen Gangsta-Rap.
5. Geschlechterrollen im Gangsta-Rap: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Rollenbilder des "Gangsters", des "Pimps" und die Objektifizierung der Frau als "Bitch" in Texten und Videos.
6. Rezeption und Adaption von Musikvideos und deren Texten: Hier werden theoretische Ansätze zur Medienwirkung mit den Ergebnissen einer eigens durchgeführten Online-Umfrage unter Jugendlichen verknüpft.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass eine Internalisierung der Rollenbilder möglich, aber von zahlreichen Variablen abhängig ist.
Gangsta-Rap, Geschlechterrollen, Musikvideos, Jugendsozialisation, Hip-Hop-Kultur, Identitätsbildung, JIM-Studie, Sexismus, Gewaltverherrlichung, Medienwirkung, Jugendkultur, Männlichkeitsbilder, Medienkompetenz, Subkulturen, Online-Umfrage.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen den Geschlechterdarstellungen in modernen Hip-Hop-Videos und dem Rollenverständnis von Jugendlichen in Deutschland.
Die zentralen Felder sind die Lebensphase Jugend, der Einfluss von Medien auf Sozialisationsprozesse, die Entwicklung des Musikvideos sowie die Analyse von sexistischen und gewaltverherrlichenden Rollenmustern im Gangsta-Rap.
Ziel ist es zu klären, ob Jugendliche die oft traditionellen und diskriminierenden Geschlechterbilder aus Gangsta-Rap-Videos als Vorbild für ihr eigenes Verhalten übernehmen.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu Jugend- und Medienforschung mit einer selbst durchgeführten quantitativen Online-Umfrage unter 127 Jugendlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Jugend im Medienzeitalter, die Historie des Hip-Hop, die detaillierte Analyse der Geschlechterrollen (Mann im Ghetto, Frau als Objekt) und die Auswertung der Umfrageergebnisse.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Gangsta-Rap, Sozialisation, Geschlechterkonstruktion, Medienwirkung und Identitätsentwicklung charakterisiert.
Die Mehrheit der Befragten, sowohl männliche als auch weibliche, definiert den Begriff "Bitch" negativ als eine untreue, dumme oder leicht bekleidete Frau, was zeigt, dass der Begriff auch unter Jugendlichen eine abwertende Konnotation hat.
Die Auswertung der Umfrage ergab, dass das Hören von Gangsta-Rap weder alters- noch bildungsspezifisch ist und eine Tendenz zur Übernahme traditioneller Rollenbilder bei männlichen Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund erkennbar ist.
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