Bachelorarbeit, 2010
116 Seiten, Note: 1,5
A Einleitung
1 Gesamtwirtschaftliche Betrachtung
2 Problemstellung
3 Gang der Untersuchung
B Gesetzgebungsverfahren
1 Weg des Referentenentwurfs zum Gesetzesbeschluss
2 Die Rolle der Europäischen Union im Gesetzgebungsverfahren
2.1 Einwirkungen der EU- Kommission
2.2 Vorgaben der EU- Kommission im Bad- Bank- Gesetz
C Zweckgesellschaftsmodell (SPV- Modell)
1 Einführung und Grundlagen
2 Rechtliche Ausgestaltung des Modells
3 Zweckgesellschaft und beteiligte Parteien
4 Übertragende Unternehmen
5 Übertragungsgegenstände
5.1 Grundlagen
5.2 Begriffsabgrenzung „toxische strukturierte Wertpapiere“
5.3 Volumen der toxischen strukturierten Wertpapiere
5.4 Stichtagsregelung
6 Bewertung bei der Übertragung
6.1 Übertragungswert
6.2 Fundamentalwert
6.2.1 Tatsächlich wirtschaftlicher Wert (Fair Value)
6.2.2 Individueller Risikoabschlag
6.3 Rechnungsbeispiele
7 Schuldtitel als Gegenleistung
7.1 Garantierte Schuldverschreiben
7.2 Garantiegebühr
8 Risikoallokation und Haftung
8.1 Grundlagen
8.2 Ausgleichsbetrag und Nachzahlung
8.3 Nachhaftung
D Modell der Abwicklungsanstalten (Konsolidierungsmodell)
1 Einführung und Grundlagen
2 Modell bundesrechtlicher Abwicklungsanstalt
2.1 Rechtliche Ausgestaltung des Modells
2.2 Abwicklungsanstalt und die FMSA
2.2.1 Errichtung der Abwicklungsanstalt
2.2.2 Rechtstellung der Abwicklungsanstalt
2.2.3 Organisation der Abwicklungsanstalt
2.2.4 Die Neuordnung der FMSA
2.2.5 Verantwortung und Aufgaben der FMSA gegenüber der Abwicklungsanstalt
2.3 Übertragende Gesellschaften
2.4 Übertragungsgegenstände
2.5 Übertragungsarten und Absicherung der Vermögenswerte
2.6 Risikoallokation und Haftung
2.6.1 Unmittelbare quotale Haftung
2.6.2 Sonderregelungen zur Haftungsbeschränkung
3 Modell landesrechtlicher Abwicklungsanstalt
3.1 Rechtliche Ausgestaltung des Modells
3.2 Sonderregelung der Länder
4 Beispiele aus der Praxis
4.1 WestLB
4.2 Hypo Real Estate
E Vergleichender Ansatz und internationale Vergleichsmodelle
1 Vergleich der deutschen Übertragungsmodelle
2 Internationaler Vergleich
2.1 Einführung
2.2 Vereinigte Staaten von Amerika
2.3 Großbritannien
2.4 Schweden
2.5 Irland
2.6 Schweiz
F Bilanzierung nach HGB und IFRS im Bad- Bank- Gesetz
1 Bilanzielle Behandlung anhand ausgewählter Probleme im Bad- Bank- Gesetz
2 Bilanzierung nach HGB und IFRS am Beispiel von ABS
2.1 Begriffsdefinition im Rahmen des HGB und der IFRS
2.2 Ansatz und Bewertung nach HGB
2.3 Ansatz und Bewertung nach IFRS
G Schlussbetrachtung
Diese Bachelor Thesis untersucht das „Bad-Bank-Gesetz“ (Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung) und die darin geregelten Abwicklungsmodelle. Das Ziel ist eine fundierte Analyse der juristischen Ausgestaltung sowie der betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Modelle zur Bereinigung von Bankbilanzen von toxischen Wertpapieren, unter Einbeziehung von Bewertungsmethoden nach HGB und IFRS.
1. Gesamtwirtschaftliche Betrachtung
Die Finanzmarktkrise beherrscht seit einiger Zeit die Medien der ganzen Welt. Auch Monate nach Ausbruch der Finanzkrise, wird in den Medien die Gefahr einer möglichen Kreditklemme diskutiert. Doch es stellt sich die Frage, wieso auf einmal nach der Krise kein Geld mehr zur Verfügung steht und wo das ganze Geld bleibt, dass die Notenbanken und die Regierungen aller Herrenländer in die Wirtschaft „pumpen“.
Zunächst ist anzusprechen, wie es in 2007 zu der schwersten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte kommen konnte.
Es fing alles Mitte 2007, mit der sog. „Suprime- Krise“ an, die auch als Immobilien- oder Hypothekenkrise bezeichnet wurde. Am amerikanischen Immobilienmarkt wurden Hypothekendarlehen an Kreditnehmer mit zweifelhafter Kreditwürdigkeit vergeben. Dies entwickelte sich schnell zu einem profitablen Geschäft, so dass die Vergabe solcher Suprime-Hypotheken innerhalb weniger Jahre exponentiell wuchs. Die Kreditnehmer bauten oder kauften damit Häuser, deren Wert zunächst stetig stieg. Durch die historisch niedrigen Zinsen und steigende Immobilienpreise bildete sich eine Immobilienblase.
Amerikanischen Investmentbanken wiederum verbrieften die Hypothekendarlehen und verkauften diese an andere Geldhäuser auf der ganzen Welt weiter. Man glaubte durch diese Verbriefungen, die Last des Risikos von Kreditausfällen auf mehrere Schultern zu verteilen.
A Einleitung: Zusammenfassung der Ausgangslage der Finanzkrise, der Problemstellung für Bankbilanzen und des methodischen Vorgehens der Arbeit.
B Gesetzgebungsverfahren: Darstellung des politischen Prozesses und der maßgeblichen Einflüsse sowie Vorgaben der Europäischen Kommission auf das Gesetzgebungsverfahren.
C Zweckgesellschaftsmodell (SPV- Modell): Umfassende Analyse der Funktionsweise, rechtlichen Ausgestaltung, Bewertung und Risikoallokation beim Zweckgesellschaftsmodell.
D Modell der Abwicklungsanstalten (Konsolidierungsmodell): Untersuchung der Struktur und der rechtlichen Rahmenbedingungen für Abwicklungsanstalten auf Bundes- und Landesebene inklusive Praxisbeispielen wie WestLB.
E Vergleichender Ansatz und internationale Vergleichsmodelle: Gegenüberstellung der deutschen Modelle sowie internationaler Ansätze wie in den USA, Großbritannien und Schweden.
F Bilanzierung nach HGB und IFRS im Bad- Bank- Gesetz: Diskussion bilanzieller Fragestellungen und Untersuchung der Ansätze und Bewertung von ABS nach HGB und IFRS.
G Schlussbetrachtung: Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsektors.
Bad-Bank-Gesetz, Finanzmarktstabilisierung, Zweckgesellschaftsmodell, Konsolidierungsmodell, FMSA, toxische Wertpapiere, Bilanzierung, HGB, IFRS, Risikoallokation, Eigenkapital, Abwicklungsanstalt, Finanzkrise, Garantien, Asset Backed Securities.
Die Arbeit analysiert das deutsche „Bad-Bank-Gesetz“ und bewertet die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der darin enthaltenen Abwicklungsmodelle für toxische Finanzaktiva.
Es werden das Zweckgesellschaftsmodell (SPV-Modell) sowie die Modelle der bundes- und landesrechtlichen Abwicklungsanstalten (Konsolidierungsmodell) detailliert untersucht.
Ziel ist die Stabilisierung des Finanzsektors durch Entlastung der Bankbilanzen von risikobehafteten Papieren, um die Kreditvergabe an die Realwirtschaft zu sichern und Vertrauen im Interbankenhandel wiederherzustellen.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Analyse, gestützt auf Gesetzesmaterialien, Mitteilungen der Europäischen Kommission und Fachliteratur zur Bilanzierung.
Neben der rechtlichen Ausgestaltung und dem Gesetzgebungsverfahren bildet die bilanzielle Behandlung der toxischen Papiere nach HGB und IFRS einen wesentlichen Schwerpunkt.
Wichtige Begriffe sind Finanzmarktstabilisierung, Abwicklungsanstalt, SPV-Modell, toxische Wertpapiere, FMSA, Eigenkapitalentlastung und Risikoallokation.
Die EU-Kommission gibt Leitlinien vor, insbesondere zum Beihilferecht, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, was die Gestaltung der deutschen Modelle maßgeblich beeinflusst hat.
Der Autor führt als entscheidenden Grund den erforderlichen 10%-igen Abschlag auf den Buchwert an, der eine sofortige und hohe bilanzielle Belastung für die Banken darstellt.
Die Unterscheidung betrifft insbesondere die Beteiligungsstruktur an der Abwicklungsanstalt und spielt eine zentrale Rolle bei der Frage der Haftungsallokation für die Eigentümer.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gesetz bisher kaum zur Stabilisierung beigetragen hat, da die angebotenen Modelle aufgrund politischer Kompromisse und hoher Hürden von der Praxis nur sehr zögerlich genutzt wurden.
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