Forschungsarbeit, 2011
27 Seiten
1 Einleitung
2 Das Konzil
2.1 Der historische Rahmen
2.2 Der religiöse Hintergrund
2.3 Die Rolle des „Papstes
2.4 Konstantin, ein christlicher Pontifex maximus?
2.5 Der Verlauf des Konzils
3 Bewertung unf Folgen
4 Konstantin, Christ, Heide oder Ketzer?
Die Arbeit untersucht die historische Rolle Kaiser Konstantins I. beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 und hinterfragt die These vom „ersten christlichen Kaiser“. Dabei wird analysiert, inwieweit das Dogma der „Wesensgleichheit“ (homoousios) primär durch den staatspolitischen Einheitswillen Konstantins und nicht durch rein theologische Konsense geprägt war.
2.5 Der Verlauf des Konzils
Solche Beurteilungen sind dem Glauben an einen gottgewollten „siegreichen Durchmarsch“ der christlichen Kirche durch die Jahrhunderte abträglich („via triumphalis“). Daher ist es verständlich, wenn sich die christlichen Kirchen mit der Darstellung des Konzilsverlaufes ziemlich zurückhalten. Die Deutsche Bischofskonferenz stellt in einer öffentlichen Verlautbarung lediglich lakonisch fest, „Das Konzil hat sich mit überwältigender Mehrheit für die Position der Wesensgleichheit entschieden [...]. Nur zwei Bischöfe haben nicht zugestimmt“. Diese Erklärung vermittelt den Eindruck, die Bischöfe hätten sich, in theologischen Fragen sakrosankt, für die Position der Wesensgleichheit entschieden ("eines Wesens mit dem Vater"), während Kaiser Konstantin lediglich Gastgeber der Bischofskonferenz gewesen sei und ansonsten wenig zum Ergebnis beigetragen habe.
Diese Darstellung vermittelt in ihrer Verkürzung ein historisch falsches Bild. Weder sind die Bischöfe zu dieser Zeit in der Position, gegenüber dem Kaiser mit Beschlüssen aufzutreten, noch sind die römischen Kaiser dieses Jahrhunderts bereit, die ihnen übertragenen Rolle als höchster Priester des Reiches (Pontifex maximus) aufzugeben. Das Konzil ist offensichtlich ein wenig anders verlaufen.
Im Mittelpunkt des Konzils steht Gott, genauer: Man streitet sich, ob und wenn ja, in welchem Umfang, Jesus gottgleich ist. Es geht um die Synthese von Gottvater und Gottsohn, im Kirchenlatein um Fragen der Wesenseinheit, Gleichheit, Ähnlichkeit, Hypostase oder Substantia. Der Sachverhalt sei von hoher "Kompliziertheit", meint der protestantische Ordinarius Adolf M. Ritter und wehrt damit, sicherlich in der Überzeugung hoher Theologie, von vornherein einen historischen, also scheinbar einfach gestrickten Zugang zu der Materie ab. Die ganze Angelegenheit der Einheit von Gottvater und Gottsohn scheint so kompliziert zu sein, dass Ritter schließlich feststellt, die "angedeuteten Probleme [seien] nicht lösbar".
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der trinitarischen Dogmenbildung ein und stellt die These auf, dass die „Wesensgleichheit“ auf dem Konzil von Nicäa maßgeblich durch Kaiser Konstantin I. vorangetrieben wurde.
2 Das Konzil: Dieses Hauptkapitel analysiert den historischen Kontext des Konzils, die Rolle des Papstes, die hybride Funktion Konstantins als Kaiser und Pontifex Maximus sowie den eigentlichen Ablauf der Versammlung.
3 Bewertung unf Folgen: Hier wird die langfristige Wirkung des auf dem Konzil verabschiedeten Glaubensbekenntnisses diskutiert, insbesondere im Hinblick auf seine Bedeutung für die Kirchengeschichte und die spätere Spaltung durch den Islam.
4 Konstantin, Christ, Heide oder Ketzer?: Das abschließende Kapitel hinterfragt die christliche Identität Konstantins und kommt zu dem Schluss, dass dieser primär als römischer Herrscher handelte, der den Sonnenkult praktizierte und das Christentum lediglich als Instrument der kaiserlichen Integrationspolitik nutzte.
Konstantin der Große, Konzil von Nicäa, Wesensgleichheit, Homoousios, Christentum, Römische Kaiser, Pontifex Maximus, Religionspolitik, Kirchengeschichte, Arianismus, Trinität, Dogma, Sol Invictus, Machtpolitik, Quellenkritik.
Die Arbeit untersucht die historische Rolle Kaiser Konstantins I. beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 und hinterfragt die Legende, er sei ein überzeugter „erster christlicher Kaiser“ gewesen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der kaiserlichen Religionspolitik, der Dogmenbildung der frühen Kirche, der Interpretation historischer Quellen sowie der Untersuchung der Identität Konstantins.
Das Ziel ist es, den Ursprung des Begriffs „Wesensgleichheit“ (homoousios) kritisch zu beleuchten und zu belegen, dass dieser maßgeblich durch machtpolitische Interessen Konstantins und nicht durch einen rein theologischen Konsens der Bischöfe durchgesetzt wurde.
Der Autor verwendet eine quellenkritische Methode, bei der antike kirchengeschichtliche Texte in den Kontext archäologischer, numismatischer und epigraphischer Befunde gesetzt werden.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem historischen Rahmen des Konzils, der Rolle des Bischofs von Rom, dem Ablauf der Konzilsverhandlungen und der Frage, wie die kaiserliche Autorität die kirchlichen Dogmen beeinflusste.
Die zentralen Begriffe sind Konstantin der Große, Konzil von Nicäa, Wesensgleichheit (Homoousios), christliche Dogmenbildung, kaiserliche Religionspolitik und die historische Quellenkritik.
Der Autor argumentiert, dass der römische Bischof zu dieser Zeit keine herausgehobene Stellung gegenüber den bedeutenden Patriarchen aus dem Osten einnahm und sein Fehlen in Nicäa durch die mangelnde politische Relevanz Roms in diesen dogmatischen Fragen zu erklären ist.
Der Autor interpretiert die numismatischen Befunde als starken Hinweis darauf, dass Konstantin bis zu seinem Tod weiterhin heidnische Kulte, insbesondere den Sonnenkult (Sol Invictus), praktizierte und christliche Symbole lediglich zur kaiserlichen Selbstdarstellung nutzte.
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